Gold – von Natur aus das "echte" Geld
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 25. März 2004 18:00 Uhr
ENL5454
Die Leute lernten – im Laufe von 50 Generationen –, dass die Illusion von "Gold als Geld" hilfreich war. Gold – im Periodensystem unter der Nummer 79 zu finden – ist nur ein Rohstoff ... ohne eigenen inneren "Wert". Man findet es unter der Erdoberfläche, genauso wie Eisenerz. Man könnte damit genauso gut öffentliche Latrinen auskleiden – wie Lenin vorschlug – als es als etwas wirklich Wertvolles zu verehren. Denn Gold verdient keine Gewinne. Es zahlt keine Dividenden. Es sagt nichts. Aber Gold ist rar ... und man braucht Zeit und Anstrengung, um es aus der Erde zu holen. Und es wird niemals zerstört ... im Laufe der Geschichte hat sich der Bestand an Gold immer weiter erhöht. Man kann es aber auch nicht künstlich vermehren ... fälschen oder leicht kontrollieren. Deshalb ist es ein exzellentes Wertaufbewahrungsmittel ... das fast vom Himmel gesandte, natürliche Geld ... eine Währung, der man wirklich vertrauen kann.
Aber eine der herrschenden Illusionen unserer Zeit ist es, dass die Leute denken, dass sie heute viel klüger seien als alle Generationen, die vor ihnen kamen. Jetzt haben sie für das gelbe Edelmetall keinen Gebrauch mehr. Sie glauben, dass sie ihr Vermögen mit Derivaten absichern können ... und sie lassen ihr Geld von erleuchteten Zentralbankern und moderner Geldpolitik kontrollieren. Sie glauben, dass die amerikanischen Zentralbanker "Geld" schaffen können, indem sie einfach bunte Papierstücke drucken. Sie stellen sich vor, dass Greenspan, Bernanke und McTeer bei der großen Maschine die richtigen Knöpfe drücken. Und keine Fehler machen. Die kennen ihre Pflicht; die werden niemals krank oder verrückt. Und sie glauben, dass diese post-moderne, mit Schulden gefütterte Konsumenten-Volkswirtschaft die Gesetze der Schwerkraft und der Ökonomie definiert.
In den letzten Jahren erwies sich diese Illusion als nützlich. Die, die daran glaubten, lebten gut. Und machten sogar mit qualitätsmäßig sehr schlechten Aktien und Anleihen schöne Gewinne. Wird sich diese Illusion als genauso dauerhaft wie nützlich erweisen?
Wir werden es sehen, liebe(r) Leser(in), wir werden es sehen.
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