Gold und tausend gefrorene Pizzas
Investors Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 02. November 2005 18:00 Uhr
ENL5454
Dieser Sache mit Bernanke hat mich total kribbelig gemacht und ich kann nur noch daran denken, wie ich mich selber schützen kann ... und das bedeutet: Gold.
Peter Brimelow von MarketWatch.com, zitiert Bridgewater Associates, die gesagt haben sollen: "Viele der weltweiten Ölexporteure haben eine Schwäche dafür, Gold zu halten. Wenn sie nur 1 % ihres Zuwachses in Gold halten wollten, dann würden die Zuwächse der Einnahmen durch Öl allein dieser Länder die Nachfrage nach Gold als Anlage um 25 % steigen lassen."
Nun, das ist für mich wirklich von großem Interesse, weil ich sehr stark an die alte Theorie glaube, der zufolge das relativ unelastische Angebot an Gold dazu führt, dass ich weiß, dass das Angebot an Gold nicht stark genug steigen kann, um eine plötzliche Steigerung der Nachfrage um 25 % aufzufangen. Also werden die Preise so stark steigen müssen, dass sie diesen verdammten Anstieg der Nachfrage auffangen, bis das Angebot ausreichend gestiegen ist, um die Preise wieder beeinflussen zu können. "Hmmmm ..." sage ich zu mir selber. Ich erinnere mich all der Weisheit, die man mir vermittelte, als ich selbst noch ein junger Hüpfer war, ich nehme ein paar Schritte Abstand von all diesem von Theorie überladenen Tun, und ich stelle fest, dass das aus meiner persönlichen Sicht, die auch bekannt ist als Des Mogambo offizielles Glaubensbekenntnis zur Gier (DMoGzG), bedeutet, dass es dort Profite zu holen gibt, vielleicht sogar riesige Profite, vielleicht sogar gigantische Profite. Hahahaha! Liebliche, süße Profite.
Bridgewater beschlossen ihre eigenen Schlussfolgerungen für das Investieren mit weiteren verstärkenden fundamentalen rationalen Argumenten: "Wir bleiben bei Gold und einem Korb anderer Rohstoffe, besonders aus monetärer Sicht, nachdem die Zentralbanker auch weiterhin das Geld entwerten, um so eine Deflation aufzufangen."
Diese Typen von Bridgewaters haben Ben "ohne Hirn" Bernanke zwar nicht beim Namen genannt, aber diese ganze "Vermeidung einer Deflation" klingt verdammt nach ihm.
Und glauben Sie mir, wenn ich Ihnen sage, dass wenn die Leute anfangen, den Aktienmarkt mit Verlusten zu verlassen und wenn sie sich alle bei den Anleihen wieder finden, die den einzigen anderen riesigen Markt ausmachen, der soviel Geld auf einmal absorbieren kann, dann werden sie sehr traurig werden, wenn die Anleihen im Wert sinken, weil die Zinssätze steigen. Dann werden sie genauso wütend sein wie ich es wäre, wenn ich feststellte, dass mein gesamtes Portfolio, das einst ausreichte, um 1000 Tiefkühlpizzas zu kaufen, heute nur noch für 960 Pizzas reicht.
Dann werden sie anfangen, sich zu sagen: "Der Mogambo hatte Recht! Wir sind verdammt!" Und dann werden sie sich fragen, was sie kaufen könnten, um die Zerstörung ihrer Kaufkraft zumindest zu stoppen. Und dann werden sie, wie alle Menschen in der Geschichte es immer irgendwann taten, feststellen, dass der einzige sichere Ort, an den sie sich noch wenden können, Gold ist.
Es ist durchaus wahrscheinlich, dass der Goldpreis noch weitere 5 % bis 10 % bis zum Jahresende steigen wird, weil immer mehr Leute ihre Ersparnisse anlegen und insbesondere in Indien die Nachfrage nach Schmuck während des Festivals zwischen Oktober und Februar und während der Hochzeitssaison steigen wird. Wow, das sind wirklich einige Faktoren, die richtig bullish sind.
Als Kirsche auf dem Nachfragekuchen wird berichtet, dass auch Fonds in Europa heute wegen Inflationssorgen Gold kaufen.
Aber wie alles, ist auch die Welt des Goldes voller Gauner. Das World Gold Council teilt mit, dass die Zentralbanken ein verzweifeltes Interesse daran haben, den Goldpreis nicht weiter steigen zu lassen und damit die Inflation offenkundig werden zu lassen, die tatsächlich gerade tost. Das Washingtoner Abkommen die Goldverkäufe auf 500 Tonnen zu begrenzen, ist eine Farce. Das vergangene Steuerjahr endete am 3. September 2005, es wurden mindestens 552 Tonnen verkauft, die Zahl liegt vielleicht sogar in Wirklichkeit bei 574,6 Tonnen. So viel zu Transparenz und Aufrichtigkeit.
Doch es ist noch nicht einmal der Abschaum des Washingtoner Abkommens der seine Spielchen mit dem Edelmetall spielt. Das World Gold Council stellt fest, dass die Comex Lager ihre Goldbestände mit sechs Millionen Unzen angeben, "doch die gewerblichen Händler haben 20 Millionen Unzen verkauft."
Ein Teil des Rätsels um Gold ist vielleicht, dass der Goldpreis in der Vergangenheit allein deshalb fiel, weil die Gold Leasingraten gefallen waren. Ich sehe das so: eine Zentralbank mit Gold wollte den Preis unten halten, weil ein steigender Goldpreis die Investoren überall auf der Welt in Sorge versetzt hätte, ganz besonders die fremden Kreditgeber, so dass es vielleicht zu einer Panik kommen würde und die fremden Kreditgeber würden sich dann all diese amerikanischen Aktien und Anleihen angucken, die sie besitzen und zu sich selber sagen: Yah so fong won hagsho ah-so!" und sie wollen mir bitte erlauben das in gebrochenes Deutsch zu übersetzen mit: "Auf Dollar ausgezeichnete Vermögenswerte stinken wie tote Ratte in Reisschüssel."
Um also den Goldpreis unten zu halten, haben diese Zentralbanker die Sätze gesenkt, zu denen sie Gold verleasen, die Händler angerufen und ihnen befohlen, zu verleasen und den Markt mit Gold zu überschwemmen, und so den Preis nach unten zu drücken, damit es so aussieht, als sei niemand in Sorge. Tatsächlich sieht dieses ganze Verkaufen von Gold so aus, als seien die Leute weniger ängstlich. Hahahaha!
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