Gold und Kupfer: Bei den Metallen wird es brenzlig!
Ronald Gehrt in Kapitalschutz Akte zum Thema Kupfer als Geldanlage
vom 05. Oktober 2006 07:30 Uhr
ENL5454
Nicht nur beim Öl fielen am Mittwoch die Kurse deutlich, es traf auch den gesamten Bereich der Edel- und Industriemetalle. Allen voran die jeweiligen Flaggschiffe Gold und Kupfer. Ausschlaggebend waren dabei vor allem charttechnische Elemente:
Kupfer: durchgefallen
So rauschte das Kupfer nach überaus langer Gegenwehr doch noch durch die entscheidende Unterstützungslinie bei 7.250 Dollar/Tonne. Dies letztlich inspiriert durch die fortgesetzte Abkühlung der US-Konjunktur. Das Argument:
Kühlt die US-Wirtschaft ab, schlägt sich das in der weltweiten Nachfrage nieder. Die einzelnen Volkswirtschaften sind nach dieser Sicht der Dinge zu eng miteinander verwoben, um sich dem Sog der USA entziehen zu können. Ich habe dazu zwar, gerade was die Schwellenländer, welche die größten Nachfragesteigerungen zu verzeichnen haben, eine andere Sicht der Dinge ... aber das mag sich erst mittelfristig erweisen. Kurzfristig wurde verkauft:
Der Kurs sackte bis 7.070 Dollar durch und hat damit eigentlich kurzfristig freie Bahn bis 6.700 Dollar (der Bereich der Mai-Tiefs), mittelfristig durchaus sogar bis an den langfristigen Aufwärtstrend bei aktuell 6.150 Dollar. Ein Pullback an das Ausbruchslevel von 7.250 ist jederzeit drin, eventuell wird sich dieser Ausbruch sogar als Bärenfalle erweisen. Aber ich schätze diese Chance als gering ein. Bevor nicht zumindest der Bereich um 6.700 getestet wurde, sollte man Kupfer, aber auch die anderen Industriemetalle, die alle mehr oder weniger im Kielwasser dieses Flaggschiffs laufen, konsequent meiden (wobei, ich wiederhole mich, Privatanleger diesen sehr volatilen und riskanten Markt ohnehin mit Vorsicht angehen sollten ... wenn überhaupt).
Gold: am seidenen Faden
Das Gold hat seine entscheidenden Unterstützungslinien bislang noch verteidigen können. Ich hatte Ihnen ja in der Vorwoche den Bereich um 620 Dollar als kritische Zone avisiert. Dieses Niveau hatte der Kurs nicht einmal erreicht. Jetzt läuft der zweite Test der immens wichtigen Unterstützungszone 560-570 US-Dollar pro Feinunze.
Hier verläuft neben einer wichtigen horizontalen Unterstützung der März 2005-Aufwärtstrend, der aktuell sogar leicht unterboten ist. Der MACD-Indikator steht, passend zum Szenario, jetzt wieder knapp vor einem Verkaufssignal. Ich erwarte, dass der Kurs schnell in den Bereich der nächsten Auffangzone von 530 – 535 Dollar durchsackt, wenn diese Zone 560-570 Dollar tatsächlich nicht halten sollte. Wer hier im Zuge der Bodenbildung an der Unterstützungszone eingestiegen ist, sollte konsequent aussteigen, wenn dieses Niveau mit Kursen unter 552-555 Dollar, die länger als ein bis zwei Stunden auf diesem Level verharren ohne eine Gegenbewegung auszulösen, aussteigen.
Wer indessen langfristig denkt und um 560 Dollar gekauft hat, kann – und da schließe ich mich Mr. Bonners Ansicht voll an – hier durchaus gelassen bleiben. Im Extremfall könnte ich mir sogar 480 Dollar vorstellen ... aber das wäre für Langfrist-Investoren nur eine gute Gelegenheit mehr, einzukaufen. Denn auf lange Sicht bleiben angesichts der unverändert kritischen Lage der US-Wirtschaft nicht viele Alternativen zum Gold, wenn sich nichts Entscheidendes tut ... und wer mag darauf hoffen?
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