Gold und Inflation
Claus Vogt (Chefredakteur "Sicheres Geld") in Investoren Wissen zum Thema Gold als Geldanlage
vom 30. Juli 2009, 16:00 Uhr
ENL5454
Inflation ist immer ein monetäres Problem
Lieber Leser,
die fundamentale Großwetterlage spricht eindeutig für den Goldbesitz. Die klassische Definition von Inflation ist sehr einfach: Geldmengensteigerungen sind Inflation. Die neumodische Definition, die Preissteigerungen eines von Bürokraten zusammengestellten und berechneten Warenkorbs als Inflation bezeichnet, greift viel zu kurz. Sie beschreibt lediglich ein Symptom der Inflation, verschweigt aber ganz bewusst deren Ursache, also die Ausweitung der Geldmenge.
Diese grundlegende Wahrheit muss ich für manch einen Leser hin und wieder wiederholen, denn wer seine Informationen aus den Tageszeitungen und dem Staatsfernsehen bezieht, kann das kaum wissen. Aber es ist eine Grundwahrheit, die zum Verständnis der Ursachen der gegenwärtigen Krise ebenso unerlässlich ist wie für das Verständnis der vollkommen unseriösen Geld- und Fiskalpolitik,
die weltweit als Antwort auf diese Krise gegeben wird.
Unsere hoch verschuldeten Gesellschaften sind mit einem Alkoholiker vergleichbar, der gerade leichte Entzugserscheinungen erlebte. Flugs waren die Alkoholdealer in Form von Notenbanken und Regierungen zur Stelle, um ihn mit riesigen Mengen Schnaps „zu heilen“. Wie diese Behandlung ausgehen wird, liegt auf der Hand. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis unser in die Hände von Quacksalbern
geratener Patient den nächsten, dann aber noch schwereren Zusammenbruch erleiden wird.
Alle großen Inflationen haben zwei Gemeinsamkeiten:
- Ungedecktes Geld. Diese Bedingung ist bereits seit 1971 erfüllt und das erstmals in der Geschichte weltweit. Deshalb ist die seit damals laufende und bisher noch relativ verhaltene Inflation ein globales Phänomen, dem sich aufgrund der Verflechtungen des Weltwährungssystems und des darauf angewiesenen Welthandels keine Nation wirklich entziehen kann.
- Deutlich steigende Staatsverschuldung. Die Antwort auf die gegenwärtige Weltwirtschafts- und -finanzkrise besteht nicht nur in hemmungslosem Drucken von Geld, sondern auch in einer drastischen Verschuldung aller wichtigen und der meisten unwichtigen Staaten.
Inflationen sind immer das Ergebnis unseriös agierender Politiker
Wenn man diese Zusammenhänge und Tatsachen kennt, kann man eigentlich nur zu einem Ergebnis kommen: Die zeitgenössische Politik tut alles, um uns um die Früchte unserer Arbeit zu bringen. Sie bestraft und betrügt den ehrlichen Sparer und zerstört damit nicht nur die Basis für die Schaffung von Wohlstand, sondern höhlt auch die ethischen Grundlagen einer funktionierenden Gesellschaftsordnung aus. Wenn sich Sparen und Arbeit nicht mehr lohnen, dann muss sich der Charakter der Gesellschaft drastisch
verändern, und zwar zum Schlechteren.
Diese traurigen Einsichten zwingen dazu, Schutzmaßnahmen zu ergreifen. In der Vergangenheit war Gold der beste Inflationsschutz, ganz einfach weil Gold alle wichtigen Geldfunktionen von allen bekannten Waren am besten erfüllt und das schon seit Jahrtausenden. Natürlich kann man mit Gold keinen Wohlstand schaffen. Aber man kann das Erreichte vor dem hinterhältigen Zugriff der Politik in Sicherheit bringen. In diesen Zeiten muss uns das genügen, zumindest für einen nicht unwesentlichen Teil unseres Vermögens.
Herzlichst Ihr
Claus Vogt
ANMERKUNG DER REDAKTION:
Claus Vogt ist institutioneller Anleger, Bestseller-Autor und Chefredakteur des Börsendienstes "Sicheres Geld". Herr Vogt hat die Krise frühzeitig vorausgesehen und wiederholt vor ihr gewarnt. Während viele Anleger im letzten Jahr ihr Portfolio stark schrumpfen sahen, empfahl er immer wieder stark profitable Kriseninvestments und zeigte seinen Lesern, wie sie sich effektiv absichern können.
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