Gold und die Zentralbank
Dominique Braun in Investors Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 6. Oktober 2009, 18:00 Uhr
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wenn Sie sich vielleicht in den letzten Jahren eher weniger mit der Zentralbank - oder auch Notenbank genannt - auseinandersetzt haben, dann hat sich dies vermutlich seit der Finanz- und Kreditkrise stark geändert. Denn gerade in der Krisenzeit, die wir jüngst gesehen haben, wurde die Macht und Notwendigkeit einer Zentralbank mehr als deutlich. Grundsätzlich ist die Zentralbank eine Institution eines Landes, wie die Deutsche Bundesbank für Deutschland, oder für eine Region, wie die Europäische Zentralbank für die Mitgliedsländer der Europäischen Union.
Um es einfach und in wenige Worte zu umfassen, sind die Hauptaufgaben der Zentralbank die Steuerung der Geld-, Währungs- und Zinspolitik eines Landes bzw. eines Währungsrsaumes. Durch beispielsweise der Herausgabe von Geld, wie u.a. Banknoten, wird die Geldmenge eines Landes beeinflusst und damit auch der Wert der Währung eines Landes.
Niedrigzinsniveau stimuliert Wirtschaft
Die Wichtigkeit der Zentralbank und den Einfluss auf die Finanzmärkte machte vor allem die Finanzkrise deutlich. So haben einige der weltweiten und wichtigsten Zentralbanken das erste Mal in der Geschichte gemeinsame Zinssenkungen auf wirklich globaler Front durchgeführt, um die Finanzmärkte und auch die Volkswirtschaften selbst zu stützen. Einige Zentralbanken, wie die US-Notenbank FED, sind dabei sogar zu einer Nullzinspolitik übergegangen. Jetzt mögen Sie sich vielleicht fragen, warum ein niedriges Zinsniveau gut für eine Volkswirtschaft ist? Niedrige Zinsen stimulieren in der Regel die Wirtschaft, daher befinden wir uns aufgrund der Finanzkrise auch mittlerweile auf solch einem niedrigen Zinsniveau. Denn die Zentralbanken wollen mit den ganzen Zinssenkungen u.a. die Kreditkosten für Unternehmen und Verbraucher billiger machen und dadurch die Wirtschaft stützen und nach oben pushen. Dies ist auch bereits teilweise geschehen, denn viele diverse Volkswirtschaften stabilisieren sich allmählich. Einige, wie Deutschland und Frankreich, konnten sogar wieder aus der Rezession kommen. Sicherlich sind Zinssenkungen nicht die einzigen Gründe dafür, aber ein Grund.
Verwahrung der Goldreserven durch die Notenbank
Eine andere Aufgabe, die eine Zentralbank eines Landes erfüllt, ist die Verwahrung der Wertreserven eines Landes, wie u.a. die Goldreserven. Die Zentralbanken verwahren also für das jeweilige Land bzw. für den jeweiligen Währungsraum ihr Gold auf. Hin und wieder kommt es zu verkäufen von Teilen der Goldreserven um beispielsweise mehr monetäre Liquidität zu erreichen. Ein aktuelles Beispiel haben wir derzeit zwar nicht direkt bei einer Zentralbank vorliegen, aber beim Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltfinanzorganisation. Der IWF hat nämlich angekündigt, 400 Tonnen Gold zu verkaufen, um mit dem Erlös sogenannte Beistandskredite für die ärmsten Länder der Welt finanzieren zu können. Dieser Verkauf ist schon ziemlich gewaltig, denn die 400 Mio. Tonnen stellen 1/8 der gesamten Goldreserven des IWF dar.
Obergrenze von Verkäufen der Goldreserven eingeführt
In der Liste mit den höchsten Goldreserven stehen übrigens die USA und dann Deutschland auf den ersten beiden Plätzen. Der IWF folgt auf Platz 3. Sie können sich sicherlich vorstellen, dass ein hoher Verkauf der Goldreserven von einzelnen Zentralbanken einen kursmindernden Effekt auf den Goldpreis haben kann. Um eine Art Stabilität zu gewährleisten, gibt es ein sogennates Central Bank Gold Agreement (CBGA). Erst vor kurzem wurde die dritte Vereinbarung (CBGA3) von der Europäischen Zentralbank (EZB) und 16 weiteren nationalen Zentralbanken, wie u.a. die Deutsche Bundesbank für Deutschland, unterzeichnet. Für die nächsten fünf Jahre wurde damit vereinbart, dass alle der 17 genannten Zentralbanken pro Jahr insgesamt 400 Mio. Tonnen Gold verkaufen dürfen. Über die fünf Jahre gerechnet ist es dann ein kumuliertes Volumen von 2.000 Tonnen.
Aktuelle Obergrenze unter Limit in der Vorperiode
Ob diese Größenordnung überhaupt gesehen wird, mag ich bezweifeln, auch wenn dieses Limit bzw.die Obergrenze unter dem vorher festgeleten Limit von 2004 bis 2009 von 500 Mio. Tonnen liegt. Aber wenn wir uns einfach mal die Statistik anschauen, dann wurden unter der vorherigen Vereinbarung in dem Zeitraum von 2004 bis 2009 von allen beteiligten Ländern gerade einmal 1.871 Tonnen verkauft. Nun gut, ich sage jetzt „gerade einmal". Es ist natürlich eine gewaltige Größenordnung, aber der Verkauf in der vorherigen Periode lag damit deutlich unter der damals gesetzten 5-Jahres-Obergrenze von 2.500 Tonnen.
Falls Sie Fragen oder Anmerkungen zu diesem Thema haben, senden Sie mir einfach eine kurze Email. Gerne beantworte ich diese individuell und in einigen der folgenden Gastbeiträge hier an dieser Stelle.
Ich wünsche Ihnen jetzt eine weiterhin gute und erfolgreiche Woche.
Mit goldigen Grüßen
Dominique Braun
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dieter Telp (06.10. 2009 19:04 Uhr):
Die 500 Millionen!! sind wohl nicht ganz ernst gemeint!
Antworten - Kommentar von infoman (06.10. 2009 19:06 Uhr):
Bitte nicht von ..mio Tonnen Gold reden das gibts nämlich nicht, macht aber den Bericht unseriös, leider
Antworten - Kommentar von Markstein Günter (06.10. 2009 19:28 Uhr):
Es ist für mich etwas verwirrend: einmal sind es 400 Tonnen Gold, einmal 400 Mio. Tonnen- wieviel gibt es überhaupt auf der Welt? Beste Grüße von G. Markstein
Antworten - Kommentar von Lars Dröse (06.10. 2009 19:34 Uhr):
Bitte den Bericht ändern. Was heißt hier 400 bzw 500 "Millionen" Tonnen. Vor lauter hohen Zahlen geht bei manchen schon der Überblick verloren. Es muß doch wohl "nur" 400 bzw. 500 Tonnen heißen. Grüße.
Antworten - Kommentar von Michael Krauss (06.10. 2009 20:56 Uhr):
Hallo Herr Braun, es ist schon erstaun- lich, daß Sie bei Ihrem Kommentar zu den Goldverkäufen (Zentralbanken etc) einen offensichtlichen Fehler mehrfach machen Se schreiben von "Millionen Tonnen"... Die "Millionen" sind wohl auf den Verkaufs -erlös zu beziehen, den Sie aber mit kei- nem Wort ansprechen. Hoffentlich sind sonstige mögliche Fehler auch so offen- sichtlich. Trotzdem, nicht verzagen! MfG M. Krauss
Antworten
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- Kommentar von Rainer Kiesche (06.10. 2009 21:53 Uhr):
Werter Herr Braun, bitte korrigieren Sie die Größenordung der vom IMF zum Verkauf vorgesehenen Goldmenge um den Faktor 1 Million nach unten. M.W. ist aktuell die Rede von 400 metrischen Tonnen, die zum Verkau stehen - nicht 400 oder 500 Millionen Tonnen, wie in diesem Artikel angegeben. Es gibt Schätzungen, daß in der gesamten Meschheitsgeschichte max. 200 000 t Gold gefördert wurden und alle westlichen Zentralbanken zusammen heute vielleicht noch etwa 10 000 t davon besitzen. Darin ist der dem IMF überschriebene Anteil bereits enthalten. Mit freundlichen Grüßen R. Kiesche
Antworten - Kommentar von Erwin Diekemper (06.10. 2009 22:21 Uhr):
Sehr geehrte Frau Braun, die Frage beim Verkauf solcher Mengen ist, in wieweit die eigentliche Motivation das Niedrighalten oder-druecken des Goldkurses ist, um Schlimmeres zu verhindern, naemlich wenn Panikkaeufe durch das Volk den Kurs in schwindelnde Hoehen treibt. MfG Erwin Diekemper, Toronto Kanada
Antworten - Kommentar von Gunter Fenske (06.10. 2009 23:33 Uhr):
Liebe goldige Dominique! Soviel Gold hat die Erde bisher nicht hervorgebracht: 400 ... 500 Mill. Tonnen. Die Zehner-potenzen gehen ja bei Ihnen lustig durcheinander. Die USA haben eine Reserve von über 20.000 t, Deutschland an zweiter Stelle vermutlich 3.000 t. MfG. Gunter Fenske
Antworten - Kommentar von Werner Sorge (07.10. 2009 07:41 Uhr):
Es ist immer nur die Rede von Goldverkäufen der Zentralbanken und der "Goldpreisdrücker " an der Wall Street. Aber wer kauft das Gold eigentlich ?
Antworten - Kommentar von Glaske (07.10. 2009 08:07 Uhr):
Hallo, mal schreiben sie von 400 Tonnen und dann von 400 Mio. Tonnen.??? Ich glaube sie meinen 400 Tonnen. Mit freundl. Grüßen H. Glaske
Antworten
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- Kommentar von René Vock (07.10. 2009 08:41 Uhr):
Ja ich hätte da eine Frage. Man hört immer wieder, dass das bisher weltweit geförderte Gold in einem Block von 30 x 30 x 30 Meter platz finden würde. Dabei reden wir von physischem Gold. Nun gibt es aber auch Goldguthaben in Form von Goldkonti und diese sollen zumindest nicht vollständig durch physisches Gold gedeckt sein. Während ein Kunde bei einer Bank ein Bankschliessfach unterhält und darin physisches Gold aufbewahrt, kann er über dieses bei Bankinsolvenz trotzdem verfügen. Einer der bei der selben Bank ein Goldkonto unterhält hat hingegen lediglich eine Geldforderung. Ist es richtig, dass physisches Gold ein kleiner Teil der Goldguthaben ausmacht - und wenn ja, kennt man das Verhältnis physisches versus Bank-Goldkonti (ohne Zertifikate). Wenn dem denn so ist, würde das bedeuten, dass man den Goldmarkt mit nicht vorhandenem Gold manipuliert, bzw. künstlich tief hält. Sprich, wenn der gesamte Goldhandel auf physischem Gold beruhen würde, wäre das Gold ein x-faches höher, bzw. die Schwankungen massiv tiefer. Gleiches dürfte dann auch das Silber betreffen. Für eine Antwort bin ich Ihnen sehr dankbar. MFG R. Vock
Antworten - Kommentar von Vietnamveteran (07.10. 2009 10:12 Uhr):
Sind Sie sicher - 4000 Millionen Tonnen???
Antworten - Kommentar von Christian Humpert (07.10. 2009 22:10 Uhr):
Sehr geehrter Herr Braun, Schade! Leider springen Sie in Ihrem Artikel immer wieder hin und her zwischen Tonnen und Mio. Tonnen. Etwas mehr Sorgfalt und Präzision wäre wünschenswert gewesen. Außerdem ist mir leider auch nicht klar geworden, worauf Sie letztendlich mit Ihrem Artikel hinaus wollten. MFG C.Humpert
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