Gold überschreitet 1.000 USD!!
Miriam Kraus in Investors Daily
vom 8. September 2009, 18:00 Uhr
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Da Tom Firley sich gegenwärtig in einem Flugzeug auf der Heimreise befindet, habe ich heute noch einmal die Ehre Sie mit einem Beitrag aus meiner Feder zu beglücken. :-)
Glücklich schätzen sich gegenwärtig mit Sicherheit auch die altbewährten Gold-Bullen. Denn der Goldpreis hat mittlerweile die markante 1.000 USD-Marke überschritten. Gold zur Lieferung im Dezember erreichte heute ein Hoch bei 1.009,40 US-Dollar pro Feinunze an der COMEX. Aktuell notiert Gold im Spotmarkt bei 1.004,90 US-Dollar.
Das Allzeit-Hoch bei 1.033,90 USD ist also nicht mehr fern.
Gold ist eine Währung
Gold ist und war zu allen Zeiten der Menschheit ein Mittel der Wertaufbewahrung. So profan es klingen mag: aber Gold kann nichts anderes. Zwar wird ein im Vergleich geringer Anteil des geförderten Goldes auch in der Industrie verwendet, doch der Großteil des vorhandenen Goldes dient in Form von Münzen, Barren oder Schmuck der Werterhaltung des Vermögens.
Vielleicht fragen Sie sich, warum ich diesen Aspekt so herausstelle?! Weil ich gerne auf die grundsätzlichen fundamentalen Begründungen eingehen möchte, die den Goldpreisanstieg unterstützen.
Natürlich ist aktuell - wie ich am Freitag schon schrieb - ein deutlicher spekulativer Faktor am Werk. Und auch die Investmentnachfrage zieht nur sehr langsam wieder an. ETF Securities hält gegenwärtig ein Rekordvolumen von 8 Millionen Unzen Gold - allerdings war der gestrige Zufluss in Höhe von 6.640 Unzen im Vergleich zu den massiven Zuflüssen, welche die Gold-ETFs zu Beginn des Jahres verbuchen konnten, gering.
Mit zwei Gründe, weshalb viele Analysten die aktuelle Preisbewegung eher als eine Gewinnmitnahme-Situation, als eine Einstiegsgelegenheit in eine neue Rallye betrachten.
Doch, betrachtet man die grundsätzlichen, fundamentalen Faktoren ergibt sich ein deutlich bullisches Bild!
Betrachten wir Gold nämlich als eine Währung, müssen wir den Wert des Edelmetalls in Relation setzen. Zum Beispiel in den Vergleich zur US-Währung! Traditionell notieren USD und Goldpreis (in USD) in einer Negativ-Korrelation, d.h. wenn der Wert der US-Währung fällt, steigt meist der Wert von Gold (in USD).
USD setzt Schwäche fort
Der USD gibt weiterhin ab. Mittlerweile hat EUR/USD die bisherige, obere Begrenzung seiner Range bei 1,4440 durchbrochen. EUR/USD erreichte heute ein Hoch bei 1,4505 und notiert aktuell bei 1,4467. Ein deutliches Signal, das für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends spricht. Der USD-Index hat heute den dritten Tag in Folge abgegeben. Der Index, welcher die Entwicklung der US-Währung gemessen an einem Warenkorb von 6 Major-Währungen wiedergibt hat seit Beginn des Jahres rund 5% verloren und setzt seinen Abwärtstrend seit März (also seit der Phase in der die enorme Nachfrage nach USD-Assets die US-Währung unterstützt hatte) kontinuierlich fort.
Entwicklung USD-Index
Quelle: stockcharts.com
Da der USD aktuell also weiterhin Schwäche beweist, ist der Goldpreisanstieg in USD also durchaus nachvollziehbar.
Goldpreis in Euro zieht ebenfalls an
Doch, wie erklärt sich dann, dass auch der Goldpreis in Euro in der letzten Woche wieder deutlich angezogen hat?! Gold in Euro ist aus seiner wochenlangen Range zwischen 650 und 675 Euro ausgebrochen und notiert aktuell bei 694,33 Euro pro Feinunze. Damit ist auch der Goldpreis in Euro nur noch 11% von seinem Allzeithoch entfernt.
Eine Währung benötigt vor allem eines: Vertrauen!
Dies ist mit Sicherheit einer der bedeutsamsten Aspekte, der auch als bullischer fundamentaler Faktor für die Goldpreisentwicklung gewertet werden kann. Denn ein Anstieg der Goldpreise bedeutet ein wachsendes Vertrauen in das Investment (oder die Währung) Gold. Zugleich bedeutet dies aber auch ein wachsenden Mißtrauen in andere Währungen. Insbesondere in die US-Währung.
Denn die USA sind bis über beide Ohren verschuldet. Zudem kauft die US-Notenbank US-Staatsanleihen mit USD auf, die sie sozusagen selbst kreiert. Zu diesem Zweck weitet sie ihre Bilanz aus. Die US-Bank Goldman Sachs geht davon aus, dass die USA allein in den beiden Jahren bis September 2010 Schulden im Wert von 2,9 Billionen USD "verkaufen" werden müssen.
Maßnahmen also, die nicht gerade dazu angetan sind, das Vertrauen in die US-Währung zu stabilisieren. Maßnahmen die zudem auch die Gefahr einer späteren Inflation erhöhen.
Doch die USA sind ja nicht das einzige Land, welches auf die Krise reagieren musste. Weltweit haben die Notenbanken ihre Zinsen gesenkt, weltweit haben Regierungen massive fiskalpolitische Stimulierungsprogramme eingeführt um der Rezession entgegen zu wirken.
All das will irgendwann finanziert sein! Die Frage ist nur wie?! Über Steuererhöhungen, über eine Inflation?! Man wird sehen! Jedenfalls bleibt im Angesicht all dessen, was da noch kommen könnte, das glänzende Edelmetall eine der besseren Alternativen. Schließlich hat es noch nie geschadet sein Depot mit einer Anlage in physischen Edelmetallen abzusichern.
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