Gold statt Aktien
unserem Korrespondenten Eric Fry an der Wall Street in Investors Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 02. Januar 2003 18:00 Uhr
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Erinnern Sie sich –2002 begann mit schönen Kursgewinnen, die viele Investoren falsche Hoffnung gaben. Am Ende war auch 2002 wieder ein deutliches Verlustjahr. Allerdings nicht für Gold- und Rohstoff-Investoren: Sie konnten sich sehr freuen. Die meisten Rohstoff-Indizes gewannen letztes Jahr rund 22 %, während der S&P 500 ungefähr 22 % VERLOR. Also wenn Sie elegant ein Glas Champagner trinken wollen – dann sollten Sie in Gold investiert haben.
Trotz der zahlreichen Kritiker hat der Goldpreis letztes Jahr mehr als 20 % zugelegt. Zuletzt kam es allerdings etwas zurück, steht aber immer noch deutlich über der Marke von 340 Dollar. Der Ölpreis bleibt signifikant über der Marke von 30 Dollar.
Wir stehen jetzt am Anfang eines neuen Jahres – und die Aktien sind immer noch teuer, und die Rohstoffe sind immer noch billig. Aber die meisten Analysten sind schon wieder bullish für den Aktienmarkt – wie sie es meistens sind. Es wird Sie nicht wundern, dass ich nicht zu den Bullen für den Aktienmarkt gehöre. Ich würde ja gerne das Ende des Bärenmarktes und den Beginn eines neuen Bullenmarktes erklären, allerdings sind die Aktien immer noch mit einem durchschnittlichen KGV von rund 30 bewertet. Ein viertes Verlustjahr für den Aktienmarkt wäre alarmierend, aber es wäre nicht unbedingt überraschend.
Und jetzt ... nach drei Verlustjahren ... dämmert es einigen Investoren langsam, dass Spekulationsgewinne doch nicht so leicht zu erzielen sind. Weil sie gemerkt haben, dass der Aktienmarkt gefährlicher ist, als sie gedacht haben, sind sie vorsichtiger geworden.
"Die individuellen Investoren beschäftigen sich wieder mit den Risiken – während sie noch vor einigen Jahren nur ein Risiko kannten: Das Risiko, nicht investiert zu sein", so mein Freund Jim Grant. "Die Fehlallokationen der Spekulationsblasen-Ära lasten immer noch auf dem Aktienmarkt und der gesamten Volkswirtschaft, und der S&P 500 hat immer noch kein attraktives Einstiegsniveau erreicht ... dieser Zyklus sollte mit einer überwältigenden Abneigung gegen die zuvor hochgelobten Aktien enden."
Dieses Zeitalter der Abneigung gegen Aktien, von dem Grant spricht, ist offensichtlich noch nicht da. Hinzu kommt, dass die US-Wirtschaft immer noch mit den Nachwirkungen der Spekulationsblase kämpft. "Was sowohl die Wirtschaft als auch den Aktienmarkt noch belastet, ist ein schwerer Fall eines Post-Spekulationsblasen-Blues", so Alan Abelson vom "Barron's"-Magazin. "Die Exzesse und die Fehltritte von Vorstandsvorsitzenden und Investment-Profis, die Offenbarung der Gier, die großen Pleiten, die Überkapazitäten – alles Folgen der Spekulationsblase – üben weiterhin einen großen und depressiven Einfluss auf die Stimmung der Investoren und auf die ökonomische Aktivität aus. Bessere Zeiten werden anbrechen, wenn die Stimmung an der Wall Street nach einem finalen Kursrutsch total im Eimer ist. Hey, das könnte 2003 der Fall sein."
... Oder vielleicht auch 2004. Ein frohes Neues Jahr nachträglich aus New York!
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