Gold stabil!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 28. Mai 2010, 20:00 Uhr
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In der vergangenen Woche konnten die Aktienmärkte überwiegend zulegen. Der DAX schloss die Woche mit einem Plus von 1,9%. Der Nikkei dagegen gab mit 0,2% gegenüber der Vorwoche leicht ab. Der Shanghai Composite Index legte gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche um 2,8% zu. Der Dow Jones notiert aktuell mit 0,2% im Plus im Wochenvergleich.
Konjunkturdaten
Der Gesellschaft für Konsumforschung zufolge, hat sich das Konsumklima in Deutschland im Mai leicht verschlechtert. Der entsprechenden Indikator weist für Mai einen Wert von 3,7 Punkten aus und prognostiziert für Juni einen Rückgang auf 3,5 Punkte.
Wie Eurostat bekannt gab, sind die Auftragseingänge der europäischen Industrie im März weiter angestiegen. Der entsprechende Index stieg für die Eurozone um 5,2 % gegenüber dem Vormonat, für die EU27 um 5,9% gegenüber dem Vormonat. Im Jahresvergleich beträgt der Zuwachs 19,8 bzw. 20,7%.
Aus den USA wurde ein deutlicher Anstieg des Chicago Fed National Activity Index gemeldet. So stieg der Indikator im April auf + 0,29 Punkte, nach + 0,13 Punkten im März. Auch die Zahl der US-Verkäufe bestehender Häuser ist im April gestiegen - um 7,6% gegenüber dem Vormonat. Zudem hat sich auch die Zahl der Verkäufe neuer Häuser im April verbessert. Wie der S&P Case/Shiller Häuserpreis-Index ausweist, sind die US-Immobilienpreise im März gegenüber dem Vormonat gesunken. Dagegen wurde ein deutlicher Anstieg des US-Verbrauchervertrauens gemessen. Wie das US-Handelsministerium bekannt gab, sind die Auftragseingänge für langlebige Güter im April mit 2,9% gegenüber dem Vormonat deutlich stärker gewachsen als prognostiziert. Während die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 14.000 gesunken sind, musste dagegen die BIP-Wachstumsschätzung für das 1.Quartal von 3,2 auf 3,0% revidiert werden. Am Freitag wurden die neusten Daten vom Chicagoer Einkaufsmanager-Index veröffentlicht, der einen deutlichen Rückgang aufweist.
Die Bank of Japan hat in ihrem Monatsbericht ihre Lagebeurteilung unverändert belassen. Man geht folglich weiterhin von einer moderaten Konjunkturentwicklung aus. Zudem gab das japanische Finanzministerium bekannt, dass sich der japanische Handelsbilanzüberschuss im April reduziert hat. Der Überschuss fiel von 948,9 Milliarden JPY im Vormonat auf 742,3 Milliarden JPY. Überraschend wurde für April auch ein Anstieg der japanischen Einzelhandelsumsätze bekannt gegeben. Diese stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,9%. Dagegen sind die Verbraucherpreise im April in der Kernrate um 1,5% gefallen, gegenüber dem Vorjahresmonat. Unerwartet sind auch die Konsumausgaben im April um 0,7% gegenüber dem Vorjahresmonat gefallen.
Europa
Zu Beginn der Woche sorgte die Gesetzesvorlage der Bundesregierung zur Ausweitung des Verbots ungedeckter Leerverkäufe, sowie die wachsende Problematik in Spanien für Verunsicherung an den Märkten. Spanien geriet wieder stärker in den Fokus, nachdem die spanische Sparkasse CajaSur am vergangenen Wochenende unter die Aufsicht der spanischen Notenbank gestellt werden und zunächst mit einer Finanzspritze in Höhe von 550 Millionen Euro gerettet werden musste. So richtete sich der Blick der Marktteilnehmer erneut stärker auf Spanien wo die spanischen Sparkassen (als Haupt-Hypothekengeber) unter der geplatzten spanischen Immobilienblase leiden.
Erst ab Mitte der Woche setzte eine erste Stimmungsumkehr ein, vornehmlich dank China.
China setzt Zeichen des Vertrauens in Europa
Wie ein Aufseufzer der Erleichterung wurden ab der Wochenmitte die Ankündigungen aus China aufgenommen. Chinas nationale Währungsbehörde SAFE (State Administration of Foreign Exchange) verwies die Gerüchte, China würde seine Euro-Reserven überdenken, als haltlos. Tatsächlich, so die Währungsbehörde, werde man die Diversifikation bei der Anlage der Währungsreserven Chinas fortsetzen.
Diversifikation von Seiten Chinas in diesem Zusammenhang bedeutete, zumindest in der Vergangenheit, immer eine Umschichtung der USD-Reserven in Euro-Reserven. Zumindest adäquat, was das Tempo anbelangt.
"Europa war, ist und wird einer der wichtigsten Märkte sein, für die Anlage von Chinas Währungsreserven.", heißt es sogar auf der Homepage der SAFE.
Und auch Chinas Staatsfonds gab später zu Protokoll, man halte an seinen europäischen Investitionen weiterhin fest.
Die Nachrichtenagentur Xinhua zitiert Gao Xiqing, Chef der China Investment Corp, mit den Worten, die Turbulenzen in Europa hätten keinen großen Einfluss auf die Investitionsentscheidungen der CIC gehabt.
Was könnte es also schöneres geben, als wenn das Land mit den höchsten Währungsreserven der Welt, nach wie vor Vertrauen ins krisengebeutelte Europa beweist?! Da geraten auch die Marktteilnehmer in Frühlingsgefühle. Gerade die Aktienmärkte erhielten ab Mitte der Woche deutliche Unterstützung. Weiterhin positiv wirkt mit Sicherheit auch, dass nun die aktuelle Spanien-Problematik, etwas sachlicher angegangen wird, als es bei den hochkochenden Emotionen in Sachen Griechenlands der Fall war. Spanien hat mittlerweile ein 15 Milliarden Euro schweres Sparprogramm beschlossen, die Konsolidierungsbestrebungen sind im Gange und das aktuelle Ausbleiben von besonders unschönen Nachrichten lässt das Umfeld, im Vergleich, mit deutlich positiverem Nachgeschmack zurück.
Währungen
Auch EUR/USD kann in dieser Situation (Vertrauensbeweis von Seiten des Big Players China; fehlende negative Nachrichten rund um die Schuldenkrise) profitieren, bleibt allerdings stark schwankungsanfällig. Vom Tief am Mittwoch bei 1,2153 konnte EUR/USD am Donnerstag zunächst bis auf 1,2341 im Hoch steigen und fiel kurz darauf wieder auf knapp über 1,22 zurück um schließlich am Donnerstag Abend ein erneutes Hoch bei 1,2393 zu erreichen. Auch am Freitag geht es ähnlich volatil weiter. In der Spitze erreichte EUR/USD am Freitag Morgen die 1,2451, notiert aber mittlerweile wieder bei 1,2296.
Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Energie
Die Ölpreise konnten in dieser Woche bis Freitag deutlich zulegen. WTI, das zeitweilig sogar wieder mit Aufschlag gegenüber Brent handelte, notierte am Freitag in der Spitze über 75,50 US-Dollar pro Barrel.
Steigende Aktienmärkte und eine etwas verbesserte Stimmung (insbesondere aufgrund des chinesischen Vertrauensbeweises) unterstützten die Ölpreise.
WTI profitierte zudem von recht positiven US-Daten und Kommentaren dahingehend, dass sich die Schuldenkrise in Europa nicht auf die USA auswirken würde. Während die Nachfrageerwartungen für Europa aufgrund der Schuldenkrise schwächer ausfallen, gehen Prognosen dagegen von einer Erholung der US-Nachfrage zur Summer Driving Season aus. Aus diesem Grund konnte WTI in dieser Woche, zumindest zeitweilig, wieder über dem Brent-Preis notieren. Zusätzlich preisunterstützend wirkt auch die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko.
Ab Freitag-Nachmittag müssen die Ölpreise allerdings wieder abgeben. Druck übt auch die erneute Euro-Schwäche, nach der Zwischenerholung, aus.
WTI zur Lieferung im Juli notiert aktuell bei 73,64 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im Juli notiert aktuell bei 73,68 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Metalle
Edelmetalle
Auch der Goldpreis konnte, nach den Gewinnmitnahmen der letzten Woche, in dieser Woche wieder deutlich zulegen und notiert seit Beginn der Woche wieder stabil über 1.200 US-Dollar pro Unze.
Der Goldpreis konnte, im Gegensatz zu den Ölpreisen, zwar nicht von der fulminanten Zwischenerholung seit Wochenmitte profitieren, beweist aber dennoch ein starkes Zeichen von Stabilität und hält sich um die 1.210 US-Dollar-Marke herum.
Unterstützend wirken auch Kommentare von Seiten chinesischer Notenbanker. Wang Zhenying von der Peopley Bank of China benennt den Goldmarkt als sehr wichtig für China.
Aktuell notiert Gold bei 1.213,70 US-Dollar pro Feinunze in New York. Der London Gold Fix PM wurde heute bei 1.207,50 US-Dollar festgesetzt.
Basismetalle
Die Industriemetallpreise erwiesen sich in dieser Woche deutlich stimmungsgetrieben und in Korrelation zur EUR/USD-Entwicklung, als äußerst schwankungsintensiv, aber dennoch im Wochenvergleich mit leicht steigender Tendenz. Auch die Industriemetalle können vor allem zum Ende der Woche zulegen, müssen aber ab Freitag Nachmittag wieder deutlicher abgeben.
Im Falle von Kupfer wirken auch die aktuellen Lagerbestandsdaten unterstützend. So sind die LME-Kupferbestände seit dem Hoch im Februar um knapp 15% gefallen. In Shanghai gingen die Kupferbestände sogar seit Monatsbeginn um 17% zurück.
Kupfer notiert aktuell bei 3,10 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.
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