Gold: So gerade eben gehalten
Ronald Gehrt in Kapitalschutz Akte zum Thema Gold als Geldanlage
vom 13. Oktober 2006 07:30 Uhr
ENL5454
Es war knapp, aber es hatte gerade so eben hingehauen: Das Gold konnte die wichtige Unterstützungszone zwischen 560 und 570 US-Dollar pro Feinunze auch im zweiten Anlauf verteidigen. Der Chart sieht dabei etwas „schief“ aus, was aber daran liegt, dass die Kurse während des ersten Tests dieser Zone diese nur intraday angelaufen hatten. Grundsätzlich ist jetzt eine Bodenbildung möglich, d.h. wir haben Chancen, dass das Gold oberhalb 560 Dollar ein Doppeltief ausbildet.
Dafür spricht, dass auch die anderen Metalle zuletzt wieder angezogen haben. Dafür spricht auch, dass die Markttechnik ein ausreichend tiefes Niveau erreicht hat, um einen Aufwärtsimpuls zu unterstützen. Und trotzdem ist es für eine Entwarnung noch zu früh.
Die langfristigen Perspektiven für den Goldpreis liegen mit höchster Wahrscheinlichkeit auf einem deutlich höherem Niveau als heute. Die unverändert hohe Nachfrage und die beruhigende Wirkung des Goldes als alternative, inflationsresistente Anlage sollte hier binnen einiger Jahre markant höhere Kurse ermöglichen. Doch das ist für die ganz kurzfristige Kursentwicklung nicht von Bedeutung.
Hier wird es vor allem um die kommenden Konjunkturdaten aus den USA gehen. Nicht unbedingt auf den ersten Blick logisch, aber: Die Argumentation läuft dergestalt, dass eine stark abkühlende US-Wirtschaft einen Nachfragerückgang im Metallsektor nach sich ziehen wird, weil sie neben den USA selbst auch auf alle anderen größeren Volkswirtschaften ausstrahlen wird.
Nun hat das Gold bekanntlich weniger eine industrielle Bedeutung, sondern ist vor allem ein Anlageobjekt. Doch ausgenommen Phasen größerer Verunsicherung (politische Spannungen, Kriege, hohe Inflation) bleibt der Goldpreis doch immer recht eng an das Auf und Ab der anderen Edel- und Industriemetalle gekoppelt ... nur die Amplitude der Ausschläge variiert.
Aus dieser Warte heraus würden niedrige Inflationsdaten und schwache Konjunkturdaten insgesamt in der kommenden Woche wohl eine erneute Bewährungsprobe für den Goldpreis darstellen. Und dennoch:
So lange diese markante Auffangzone 560/570 Dollar hält, sollte man nicht aussteigen. Denn das Gold profitiert in jedem Fall von unerfreulichen Überraschungen an den anderen Märkten. Und da sehe ich ja, wie Sie wissen, ab übernächster Woche gute Chancen, wenn sich abzeichnet, wie weit die Unternehmen die erneut optimistischen Gewinnerwartungen im dritten Quartal verfehlt haben.
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