Gold: Saisonalität zeigt nur den wahrscheinlichsten Weg
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 30. April 2010, 17:00 Uhr
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greifen wir heute die Gedanken zur Saisonalität wieder auf, mit denen wir uns vor meiner Erkrankung beschäftigt haben. Typisch für Statistiken ist doch immer wieder, dass Ausnahmen die Regel bestätigen. Haben Sie diesen Einbruch beim Goldpreis am Freitag der Goldman-Anklage gesehen? Ich war gerade beim Abschicken des Daily an Sie, als der Chart anfing, nach unten zu rauschen, heftig.
Diese Schreckmomente, in denen in kürzester Zeit größere Positionen auf den Markt geworden werden (müssen!), können Sie natürlich mit keinem saisonalen Indikator prophezeien. Es sind genau solche Faktoren, die den Kurs teilweise zweistellig vom saisonalen Pfad abbringen können. Eben diese besonderen Ereignisse erzeugen die Ausschläge vom Durchschnitt, wie Sie es in der Tabelle an jenem Freitag sehen konnten.
"Gottes Banker" schocken den Goldmarkt
Was war geschehen? Neben dem Euro, der kurzfristig wieder einmal von den neuesten Nachrichten aus Griechenland belastet wurde, erschreckte eine Neuigkeit aus den USA die Goldhändler. Die amerikanische Börsenaufsicht SEC verklagt Goldman Sachs (die Banker, die Gottes Werk tun"!) wegen möglicherweise betrügerischer Machenschaften im Zusammenhang mit Derivaten auf minderwertige Hypotheken (CDOs). Es geht um eine Art Insidergeschäft bei einem großen Hedge-Fonds.
Kaufchance für große Goldkäufer?
Diese Schlagzeile war deshalb so brisant, weil Goldman Sachs einer der wichtigsten Player am Rohstoffmarkt ist. Das betrifft nicht nur sehr viele Zertifikate und Optionen, sondern auch den größten Gold-ETF der Welt, den SPDR Gold Trust. Hier legen Private wie institutionelle Anleger kurz- bis langfristig Geld in Gold an - und Goldman ist der größte Anteilseigner. Wenn es bei diesem Instrument tatsächlich zu ernsthaften Problemen kommen sollte (was die Politik aber mit ziemlicher Sicherheit zu verhindern versuchen wird, denn Goldman ist tatsächlich "too big to fail"), könnten in kürzester Zeit größere Mengen Gold auf den Markt geworfen werden (müssen?).
Dieser Freitag war nur ein winziger Vorgeschmack, was passieren kann, wenn viele Investoren gleichzeitig ihr Papiergold los werden wollen. Wäre das der Super-GAU für einen engen Markt oder die Chance für Goldkäufer wie China, die gerne beträchtliche Mengen Papiergeld einlösen wollen?
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