Gold: Ruhe vor dem Sturm?
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 18. November 2008, 08:00 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
während es in den verganngenen Tagen immer neue Hiobsbotschaften aus der US-Industrie für den Aktienmarkt gab und die als bisher einziger Lösungsansatz staatliche Hilfen diskutiert werden, ist es um das Krisenmetall Gold immer ruhiger geworden. Gemessen an dem sehr lebhaften Handel in der ersten Jahreshälfte erscheinen die aktuellen Tagesbewegungen eher beiläufig stattzufinden. Die stark abnehmende Volatilität ist allerdings kein Zeichnen zur Beruhigung, sondern darf durchaus aks Hinweis einer nahenden, größeren Bewegung verstanden werden. Grundsätzlich stellt sich demnach die Frage, in welche Richtung es den Goldpreis in der nahen Zukunft treiben wird. Die Logik der Aktienmarktentwicklung und die noch etwas hilflosen Reaktionen der Politik auf die Schwierigkeiten einer Vielzahl von großen Unternehmen lassen eher einen Ausbruch nach oben vermuten.
Bisher sind Ökonomen und die Finanzminster der Industriestaaten davon ausgegangen, dass die durch die Rettungspakete versprochenen Garantien wenn überhaupt, nur zu einem Bruchteil in Anspruch genommen werden. Schon alleine die Geschwindigkeit, mit der der US-Versicherer AIG und das DAX-Unternehmen Hypo Real Estate erste vor kurzem in Milliardenhöhe zu Verfügung gestellte Mittel verbrannt haben, lassen jedoch Zweifel aufkommen, ob diese Theorie aufrecht erhalten werden kann. US-Finanzminister Paulson ist deshalb auch schon von seinem Plan abgerückt, alle derzeit praktisch wertlosen Kreditderivate den Banken abzunehmen. Stattdessen will er staatliche Mittel nun nur dort gezielt einsetzen, wo ihr Einsatz auch Aussicht auf Erfolg hat. Da das Gesamtvolumen dieser staatlichen Intervention aber nach wie vor nur geschätzt werden kann, bleibt es bei den schon bisher unberechenbaren Risiken für den US-Staatshaushalt.
Sollte sich, wie es die aktuelle Entwicklung schon andeutet, eine weiter wachsende Anzahl von Unternehmen an den Staat mit der Bitte um eine Finanzspritze wenden, würde das nicht nur den Rentenmarkt über steigende Zinsen treffen, sondern mittelbar auch eine erneute Entwertung des US-Dollars hervorrufen. Als Frühwarnsignal gilt in dieser Hinsicht die Preisentwicklung zum Gold, die konträr zum US-Dollar verläuft. Ein stark steigender Goldpreis würde die bestehende Vertrauenskrise noch vertiefen, weil sie Zweifel an der Leistungsfähigkeit der USA als internationaler Schuldner offenbaren würde. Die derzeit eingeübte Praxis der US-Regierung, alles und jedem wegen der Finanzkrise staatliche Hilfe zu versprechen, muss deshalb schleunigst überdacht und durch variable Alternativen ersetzt werden. Eine Lösung ohne den Staat wird es nicht geben, ohne die rasche Wiederbelebung des privaten Finanzierungsmarktes dürfte es aber noch schwerer werden.
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