Gold, quo vadis?

unserem Korrespondenten Eric Fry in New York in Investors Daily zum Thema Gold
vom


von unserem Korrespondenten Eric Fry in New York

Offensichtlich befinden wir uns wieder in der guten alten Zeit ... die Wirtschaft boomt ... die Börsen boomen und der Goldmarkt boomt. Laut den jüngsten Regierungsstatistiken werden die Amerikaner mit jedem Tag reicher. Leider wird dieser Reichtum in Dollar gemessen, also in einer Währung, die jeden Tag an den Devisenmärkten fällt. Die Käufer am Aktienmarkt erhielten neue Zuversicht durch neue Zeichen für den wirtschaftlichen Aufschwung. Der ISM-Index für November (factory activity) stieg auf 62,8 %, nach 57 % im Oktober. So einen starken monatlichen Zuwachs hatte der ISM-Index seit 20 Jahren nicht mehr vorzuweisen.


Kurioserweise inspirieren weder die angeblich boomende US-Wirtschaft noch der boomende US-Aktienmarkt den Dollar. Der Greenback ist gegenüber dem Euro auf ein neues Allzeit-Tief gefallen.

Und der Goldpreis ist jetzt endlich über die Marke von 400 Dollar gestiegen – das erste Mal seit über 7 Jahren hat er über dieser Marke geschlossen!

Nachdem der Goldpreis 1980 seinen Höchststand bei über 800 Dollar pro Feinunze erreicht hatte, verbrachten die Goldinvestoren die nächsten 20 Jahre mit einem Bärenmarkt und gescheiterten Erholungen. Dann – endlich – kam der fallende Dollar dem Goldpreis zu Hilfe, um ihn in das Geheiligte Land von über 400 Dollar pro Unze zu hieven. Ein Land, in dem die Gewinne der Goldminenaktien wie Milch und Honig fließen.

Es würde mich übrigens nicht überraschen, wenn der Goldpreis eine Zeitlang noch mal unter 400 Dollar fallen würde. 4 Mal in den letzten 15 Jahren war der Goldpreis in der Range 400 bis 425 Dollar "gefangen". 1989, 1990, 1993 und 1996 durchbrach der Goldpreis die Marke von 400 Dollar, nur um kurz danach wieder zu fallen. Die Geschichte könnte sich wiederholen – aber Peter Munk bezweifelt das.

Peter Munk ist der Boss von Barrick Gold. Und er denkt, dass der Goldpreis noch deutlich höher steigen wird. Sollten wir uns darum kümmern, was Munk denkt? Nun, wir sollten seine Meinung wahrscheinlich nicht direkt verwerfen. Munk hat sich selbst ein großes Vermögen und einen gewissen Ruf erworben, indem er den Goldpreis öfter korrekt vorausgesagt hat. Für mehr als ein Jahrzehnt lang hat Munk die Goldproduktion mittels Forward-Verkäufen bereits vor der eigentlichen Produktion im Voraus verkauft. Dank dieser aggressiven Hedging-Strategie kam Barrick gut durch den Bärenmarkt beim Goldpreis.

Und jetzt gibt Barrick Gold diese Forward-Verkäufe auf – was bedeutet, dass die Gesellschaft für die kommenden Jahre zumindest nicht mit fallenden Goldpreisen rechnet.

"Das passt zu der Prognose von Pierre Lassonde, dem Präsidenten der weltgrößten Goldminengesellschaft, Newmont Mining aus Denver", so die Financial Post. "Ein Goldpreis von 400 Dollar pro Unze ist derzeit wahrscheinlich ein relativ fairer Preis. Es ist laut Lassonde sehr wahrscheinlich, dass der Goldpreis um diese Marke eine Zeitlang pendeln wird, mit 50 Dollar Schwankungsbreite in beide Richtungen. Aber, so fügte er hinzu, das sei erst der Anfang."

Lassonde prognostiziert einen epischen Bullenmarkt beim Gold. Es ist schon mehr als 3 Jahrzehnte her, als der Goldpreis von 35 Dollar im Jahr 1971 auf über 800 Dollar Anfang der 1980er stieg – ein Zuwachs von 2.200 %. Lassonde meint: "Seitdem der Goldpreis 2001 die Marke von 250 Dollar berührt hatte, ist er um 55 % gestiegen. Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Wir sind im zweiten Kapitel eines Buches mit 20 Kapiteln."


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