Gold oder: wer von diesen drei hat am besten abgeschnitten…
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 1. Februar 2011, 12:00 Uhr
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*** „Märkte statt Einzeltitel" - diese drei Worte „predige" ich Ihnen hier, und auch heute wieder.
Das bedeutet: Lieber ein Zertifikat auf den Goldpreis oder physisches Gold, als eine Goldminen-Aktie.
Gerade mit Minenaktien nehmen Sie sich immer ein spezifisches Risiko ins Depot. Wenn Sie z.B. nach umfangreicher Analyse der Ansicht sind, dass der Goldpreis steigen wird - dann reicht das doch. Dann kaufen Sie eben Gold.
Warum sollten Sie jetzt weitermachen, und sich dann noch mit einzelnen Minen-Aktien beschäftigen? Vielleicht weil Sie denken, die „hebeln" die Entwicklung des Goldpreises? Dann können Sie auch mit Hebel-Zertifikat auf Gold setzen.
Und nebenbei: Das stimmt auch gar nicht, zumindest nicht „immer". Ist ein Börsen-Mythos.
Meine Kollegin Miriam Kraus hat eine schöne Aufstellung gemacht. Derzufolge ist der Goldpreis in Dollar im Jahr 2010 um rund 30% gestiegen.
Und was haben die beiden großen Indizes der Goldminen-Aktien gemacht? Der XAU-Index hat knapp 25% zugelegt, im gleichen Zeitraum. Der HUI-Index (NYSE Arca Gold Bugs Index) knapp 24%.
Mit anderen Worten: Diese Indizes haben „the real thing" nicht schlagen können.
Also, dann doch lieber direkt auf „the real thing" setzen.
*** Minen-Aktien. Dazu noch ein ganz anderer Aspekt.
Interessanterweise sind es gerade Minen-Unternehmen, welche in Afrika (bin ja gerade „hier") für mein subjektives Gefühl zu viel Schindluder betreiben.
Angefangen in Malawi, ein australischer Uran-Explorer.
Oder jetzt in Namibia. Da habe ich mitbekommen, wie eine südafrikanische Goldminen-Gesellschaft gerade verklagt wird. Das Unternehmen hatte im Norden des Landes via Tochtergesellschaft eine Mine betrieben.
Wie das so üblich ist, wird dann für die Arbeiter ein Pensionsfonds angelegt. Wer sich den Buckel für das Unternehmen krumm macht, soll dann später auch seine Rente erhalten.
Doch was ist das? Als die Mine geschlossen wurde, zog das Tochterunternehmen des südafrikanischen Minen-Riesen noch schnell die Überschüsse des Pensionsfonds ab. Das Geld, welches eigentlich für die Renten der Arbeiter bestimmt ist, wurde für allgemeine Betriebsausgaben verwendet - und dann verließen die Minen das Land.
Die ehemaligen Bergleute sind nun natürlich wütend, reichten Klage ein. Derzeit wird der Fall verhandelt, vor dem Gericht versammelten sich über 100 ehemalige Bergleute, welche ihr Geld in Form der abgezogenen Überschussbeteiligung ihres Rentenfonds möchten.
Was kommt aus Südafrika? Ein hochkarätiges Rechtsteam, um die Ansprüche abzuschmettern.
Die Gegenseite? Diese hat „keinen formalen Rechtsbeistand" - es handelt sich um einfache Bergleute.
*** Märkte statt Einzeltitel.
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hartmut Fischer (01.02. 2011 13:33 Uhr):
Lieber Herr Vaupel, Glauben sie eigentlich ernsthaft, lediglich durch Traden von Zertifkaten könnten Sie die Schweinereien der Minengesellschaften verhindern? Durch jegliche Form einer Kauf-Order erhöhen Sie doch die Nachfrage nach dem Rohstoff und somit zumindest indirekt nach Minenaktien, fördern also deren Kauf mit allen Konsequenzen. Ähnliches gilt auch für den Nahrungsmittelsektor, wo jede Form der Kauforder ebenfalls preistreibend wirkt. Wenn Sie sich also die Hände berechtigt in Unschuld waschen wollen, dürfen Sie nur geprüft ethische Investments tätigen wie z. B. Ihr Jatropha-Projekt. Alles andere ist pure Heuchelei oder Schizophrenie. Hartmut Fischer
Antworten - Kommentar von lehmann (01.02. 2011 13:38 Uhr):
Und wie unterstützen Sie die Bergleute Herr Vaupel? Wie kann man diese gegen die korrupten Rechtsanwälte unterstützen? Rechtsanwälte - angeblich die Anwälte des Rechts. In Wirlichkeit unterstützen diese nach besten Kräften überwiegend die reichen "Verbrecher", denn diese haben das meiste Geld-- Blutgeld. Mit f.G. A.Lehmann
Antworten- Antwort von Hartmut Fischer (01.02. 2011 18:43 Uhr):
Das ist bei uns doch nicht anders! Recht bekommt im Zweifelsfall doch, wer sich den besseren Anwalt oder Gutachter kaufen kann, am besten aber gleich den Gesetzgeber via Lobby, Parteispende usw.! Wie war das doch gleich mit der "politischen Landschaftspflege"? Hartmut Fischer
- Antwort von Hartmut Fischer (01.02. 2011 18:43 Uhr):
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