Gold - nun eine Spekulationsblase?
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Gold als Geldanlage
vom 17. Mai 2011, 07:30 Uhr
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Wenn ich den Goldpreis vorhersehen könnte, dann würde ich es Ihnen sagen. Aber wenn ich ihn kennen würde - nun, nichts für ungut.
Die Frage, die sich jetzt stellt, ist: Ist das jetzt eine Blase, jetzt wo der Goldpreis auf Preise auf über 1.500 Dollar je Unze gestiegen ist? Oder ist das nach wie vor ein langfristiger Bullenmarkt? Ich habe meine Antwort darauf bereits öfter in meinen Beiträgen gegeben, aber hier kommt noch etwas, dass sie vielleicht erklärt:
Die Japaner haben sich Mitte der Neunziger einer Politik der Nullzinsen (Zero Interst Rate Policy) zugewendet. Kurz: ZIRP. Aber die Blasenära begann offiziell schon zehn Jahre zuvor, im Plaza Hotel in New York City. Damals wie heute schlugen die USA auf den Tisch, um einen ihrer wichtigsten Handelspartner dazu zu bringen, die Währung neu zu bewerten. Die Amerikanischen Wirtschaftszweige verlieren Marktanteile. Die amerikanischen Finanzstrategen wollten einen günstigeren Dollar. Aber damals war es Japan und nicht China, das man versuchte einzuschüchtern. Und damals hat es funktioniert.
Japan musste sich beugen und stimmte zu, den Yen anzuheben. Ein höherer Yen würde es den Japanern schwerer machen, allein über den Preis den Wettbewerb zu entscheiden. Danach mussten sie sich auch durch höhere Qualität dem Wettbewerb stellen. Damals konnte es noch niemand ahnen, aber die Amerikaner haben damit ihre eigene Autoindustrie dem Untergang geweiht. Sie haben Japan dazu gezwungen, bessere Autos zu produzieren.
Auch war niemandem klar, welche Auswirkungen das auf die japanische Wirtschaft haben würde. Die Japaner selbst haben das Schlimmste befürchtet. Sie taten, was man allen Zentralbanken beibringt, in solchen Fällen zu tun. Aber dann haben sie es, weil es sich nun mal um Japan handelt, vermutlich ein bisschen übertrieben. Während der Yen an den internationalen Währungsmärkten stärker wurde, wurde er in der Heimat wieder geschwächt, um den Auswirkungen einer teuren Währung entgegen zu wirken. Das Ergebnis war das japanische Rätsel". Die Immobilienpreise stiegen in den Himmel, der Aktienmarkt spielte verrückt.
Aber das war kein Rätsel. Es war eine Blase, die durch Kredite angekurbelt wurde und es war weder die erste, noch sollte es die letzte sein.
Ende Januar 1990 endete sie. Zuerst wussten die Japaner nicht, was sie davon halten sollten. Sie dachten, es sei vorübergehend. Nur eine Korrektur, sagten sie sich. Keine Sorgen. Aber als der Konjunkturrückgang nicht aufhören wollte, haben die japanischen Finanzvertreter es erneut übertrieben. Diesmal spielten sie be-ZIRP". Ich habe die Politik der zinslosen Kredite bereits beschrieben.
Die Händler bei Goldman Sachs und bei den anderen Hedge-Fonds erkannten die Möglichkeiten jedenfalls fast sofort. Sie haben schon bald die Preise von russischen Staatsanleihen bis hin zu amerikanischen Dot.coms nach oben geboten. Sie haben darüber vollständig vergessen, Fabriken zu errichten oder Unternehmen aufzubauen; dem Geld, das man mit Spekulationen machen konnte, schien keine Grenze gesetzt.
Damit begann eine ganze Serie von Spekulationsblasen überall auf der Welt - Russische Staatsanleihen, asiatische Währungen, amerikanische Technologieaktien, amerikanische Haushaltskredite, Immobilien in nahezu allen angelsächsischen Ländern, die Entwicklungsmärkte, Wohnungen in Bombay, moderne Kunst, Rohstoffe... und jetzt vielleicht sogar Gold.
Wenn das eine in die Luft ging, dann ging man weiter zum Nächsten. Der Wall Street ist es vielleicht nie besser gegangen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Gerd Berger (17.05. 2011 10:46 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, seit Januar 2009 freue ich mich jeden Tag auf Ihren Newsletter und bin auf Ihre Analysen gespannt. Nun gibt es natürlich auch noch eine Reihe anderer Mitmenschen, die ebenfalls die weltweite Verschuldung analysieren und meines Erachtens allerdings nur zu der Erkenntnis kommen, dass das Ganze in einer Katastophe enden wird, weil andere Lösungen nicht bekannt sind. Niemand schreibt jedoch darüber, ob da Vorsatz dahinter steckt - und wenn ja, mit welcher Absicht - oder ob die einzige Triebkraft nur grenzenlose Gier verbunden mit blinder Dummheit ist. Wahrscheinlich werden sie nicht wissen, dass die stellvertretende Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Sahra Wagenknecht, vor wenigen Tagen ein weiteres Buch veröffentlicht hat mit dem Titel "Freiheit und Kapitalismus", in dem sie anschaulich den zwangsweisen Mechanismus der Geldvermehrung beschreibt und interessanterweise zu analogen Ergebnissen kommt wie Sie in Ihrem heutigen Newsletter, wo es heißt: "Sie haben darüber vollständig vergessen, Fabriken zu errichten oder Unternehmen aufzubauen; dem Geld, das man mit Spekulationen machen konnte, schien keine Grenze gesetzt. " Sie bringt auch Vorschläge als Diskussionsgrundlage, wie die Menschheit möglicherweise aus dieser Sackgasse herauskommen könnte. Das wollte ich Ihnen gern mitteilen, weil ich gepannt bin, ob von Vertretern der Markttheorie außer der privaten Vorsorge durch den Erwerb von Edelmetall usw. auch noch gesellschaftliche Systemlösungen vorgeschlagen werden können, die für die Menschheit an sich und nicht nur für Anleger interessant sein könnten. Mit freundlichen Grüßen Gerd Berger aus Dresden
Antworten- Antwort von walter bruno (17.05. 2011 15:27 Uhr):
Dieses Buch kann man wirklich empfehlen, da es über den Tellerand hinausblicken lässt (womit möglicherweise einige Ökonomen und hervorragende Analysten ihr Problem haben...). Ich weiss nicht warum ? Sie sind voreingenommen oder betrachten die Dinge nicht in ihrer Gesamtheit oder ...??? Zumindest könnte man damit u.Umst. die Frage nach der Vorsätzlichkeit beantworten, die sich nicht nur auf die Obama Adminstr. beschränkt, was im Artikel von B.B. "Interessante Ausführungen zu US-Staatsanleihen" angesprochen wird. Es ist eben leicht, die Faust in der Tasche zu ballen, Luft abzulassen und anschliessend in den Weinkeller zu gehen um die Auflistung der Goldbestände im eigenen Versteck zu sichten. LG nach Dresden ! .
- Antwort von MHaggenmacher (17.05. 2011 20:00 Uhr):
Einverstanden! Gesellschaftliche Systemlösungen kommen hier eindeutig zu kurz. Nur wird auf dieser Webseite meist dargelegt, wie man Geld macht ohne zu arbeiten. Systemänderunge würden da doch blos stören. Freundliche Grüsse aus der Schweiz
- Antwort von Peter Harting (17.05. 2011 21:46 Uhr):
Wozu sollten denn neue Fabriken gebaut werden? Es gibt doch genug Zeugs auf der Welt. Des Guten gibt es zuviel! Und die alberne Politik träumt weiter von Wachstum. Ludwig Erhard beschwor einst das Maßhalten. Recht hatte er, nur fehlte ihm der Einfluss. Man stelle sich vor, die Regale werden leer gefegt, wie jüngst in Tokyo kurz nach dem Beben. Wovon ernähren sich dann die Leute? Ob HarzIV-er oder Millionär, Essen müssen jeder. Und trinken. Sauberes Wasser und Vieles mehr. Wie man sich schmerzlos bückt und den ganzen Tag Feldfrüchte einbringt - das wird wichtiger sein zu können. Die soziale Frage löst niemand mit Büchern - Marx' oder Wagenknecht'scher Couleur. Learning by doing wird unser Schucksal sein, wie Adam und Eva, als sie das Paradies aufgeben mussten zugunsten von Arbeit und Freude am ... da war doch noch was.
- Antwort von walter bruno (17.05. 2011 15:27 Uhr):
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