Gold nimmt neues Allzeithoch ins Visier
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 3. Juni 2011, 14:30 Uhr
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vor wenigen Tagen konnte ich endlich mal wieder hoch zufrieden ein Buch schließen. Zuvor hatten mich knapp 1.000 Seiten von Ken Follets "Sturz der Titanen" für etwa vier Wochen Abend für Abend in ihren Bann gezogen. Ich durchlitt mit den Protagonisten innerhalb von einem Monat den ersten Weltkrieg und durfte Einblick nehmen in das Nachkriegsdeutschland Anfang der 1920er Jahre als man für ein Brot Millarden auf den Tisch legen musste. Wohl dem, der zu dieser Zeit Schnaps, Champagner, Dollar oder bestenfalls Gold in seinem Keller hatte. Der konnte wenigstens noch ein bisschen leben.
Knapp ein Jahrhundert später kostet ein Brot im Schnitt zwar nur knapp 2,50 Euro, doch auch wir spüren in den letzten Monaten die enormen Preissteigerungen in allen Bereichen des täglichen Lebens. Und die Wirtschaft in Deutschland brummt wie lange nicht mehr. Aufgrund der Teuerung insbesondere von Öl, Gas und Lebensmitteln spürt die Bevölkerung allerdings nicht wirklich viel in ihren Geldbeuteln. Die Angst vor einer weiter wachsenden Inflation ist allgegenwärtig. Eigentlich wäre eine Zinsanhebung zwingend und dringend fällig, damit Dampf abgelassen werden kann. Doch EZB-Chef Jean-Claude Trichet, kann die Zinsen nicht anheben, da sonst die hoch verschuldeten europäischen "Südstaaten" wie Griechenland, Portugal, Spanien und Italien ihre Zinsen nicht mehr zahlen können und die endgültige Zahlungsunfähigkeit droht. Trichet steht also vor einem echten Spagat.
Folge dieser Entwicklungen: Anleger suchen mit ihrem Geld den Weg in sicherer "Anlage-Häfen". Sachwerte wie Aktien, Edelmetalle, Rohstoffe und Immobilien haussieren. Insbesondere Gold und Öl sind derzeit kaum zu halten. Der Goldpreis kletterte seit Anfang 2009 um satte 70%. Und: Die Rekordjagd des Goldpreises geht unvermindert weiter.
Nachrichtenlage tut ihr übriges für eine Fortsetzung der Goldrally
Nachdem das Edelmetall Anfang Mai ein neues Allzeithoch bei 1.563 US-Dollar markierte, knickte der Preis zunächst markant ein, durchbrach kurzzeitig sogar die Unterstützung bei 1.500 Dollar nach unten. Doch seit Mitte Mai läuft Gold wieder mit Riesenschritten auf ein neues Rekordhoch zu. Und kaum einer zweifelt noch an neuen Höchstständen in naher Zukunft, denn die Nachrichtenlage befeuert derzeit auf breiter Front die Nachfrage nach dem gelb glänzenden Edelmetall.
Erst gestern las ich einen interessanten Bericht im "Zürcher Trend". Die Experten beschäftigen sich allem Anschein nach schon seit einiger Zeit mit einer "Goldüberlegung" und diese wird nun wie folgt fortgeführt: Angeblich würden einige Notenbanken (allen voran die in Asien) bereits den Umtausch von Dollar in Gold erwägen.
"Eine neue Zahl des Gold-Councils in London weckt neue Aufmerksamkeit: Chinas Nachfrage nach Schmuckgold hat im April die bisher als maßgeblich angesehene Indien-Nachfrage überholt. Die beiden bevölkerungsreichsten Länder der Welt sind die größten Goldkäufer für Schmuck im Kleinformat, also zu erschwinglichen Preisen, aber wahnsinnig hohen Stückzahlen. 2,2 bis 2,3 Mrd. Menschen interessieren sich für Gold. Das ergibt eine Dimension, die schwer zu schätzen ist, aber dafür als sehr stabil gilt. In London entsteht somit eine Hochrechnung für die Privatgoldnachfrage in der Größenordnungen zwischen 700 und 800 Tonnen pro Jahr", so der "Zürcher Trend" Sollten die Notenbanken nun ihre Goldpolitik konkretisieren oder verschärfen, ist eine Dynamisierung des Goldpreises sehr wahrscheinlich, da sich daraus ein deutlicher Nachfrageüberhang ergibt. Das dürfte den Goldpreis weiter befeuern.
"Findige Köpfe haben soeben ausgerechnet, wie hoch der Goldpreis steigen müsste, damit der gesamte Dollar-Notenumlauf durch Gold gedeckt wäre. Dann wäre der Dollar eine Goldwährung. Ein Scherz? Nicht zwingend. Ein Goldpreis von rund 7.500 per Unze ergäbe diesen Sachverhalt. Nun ist es bis zu dieser Preisgröße selbstverständlich ein langer Weg, aber so unwahrscheinlich ist er deshalb nicht, weil die beschriebene Lücke zwischen Angebot und Nachfrage eine feste Größe im Markt ist. Wir wagen eine solche Prognose nicht, noch nicht, aber möchten Sie frühzeitig darauf aufmerksam machen," lautet das Fazit der Experten.
Herzlichen Dank für diesen Hinweis. Gehen Sie dieses Wochenende also am besten auf Goldsuche. Das Wetter soll bestens werden.
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.
Ihre
Cindy Bach
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dieter Telp (04.06. 2011 19:13 Uhr):
800 t Gold sind 800 Millionen Gramm Die stehen also für ca 2 Milliarden Käufer zur Verfügung: Grob gesagt für jeden 1/3 g! Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.... Mit freundlichen Grüssen Dieter Telp
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