Gold: neues Allzeithoch bei 1.123 USD
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 13. November 2009, 20:00 Uhr
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Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
In der vergangenen Woche entwickelten sich die Aktienmärkte überwiegend freundlich. So konnte der DAX im Wochenvergleich rund 3,6% zulegen, während der Nikkei im Vergleich zur Vorwoche 0,2% abgeben musste. Der Shanghai Composite Index legte indes um 0,7% zu im Vergleich zur Vorwoche. Der Dow Jones Index notiert aktuell mit 2,5% im Plus gegenüber der Vorwoche.
Weiterhin bleiben die Konjunkturdaten gemischt und deuten auf eine langsame Erholung hin. Am Mittwoch gab das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung einen erneuten Anstieg des Geschäftsklimaindex für die Eurozone bekannt. So stieg der Index auf 74,6 Punkte gegenüber 63,6 Punkten im Vorquartal und 50,9 Punkten im Vergleichsquartal des Vorjahres. Dies ist der dritte Anstieg in Folge. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag bekannt gab, ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 0,7% gegenüber der Vorquartal gewachsen - nach einem Plus von 0,4% im Vorquartal. Der Konsens hatte allerdings ein Wachstum von 0,8% erwartet.
Japan verzeichnete einen starken Auftragseingang im Maschinenbau. Die Auftragseingänge stiegen im September um 10,5%. Der Konsens hatte nur ein Wachstum von 4,1% prognostiziert. Für das gesamte 4.Quartal wird nun ein Wachstum von 1,0% erwartet. Und auch aus China wurden erwartungsgemäß erneut starke Konjunkturdaten vermeldet. So wuchs die Industrieproduktion im Oktober um 16,1% gegenüber dem Vorjahr. Das bedeutet, dass die chinesische Industrie wieder genauso stark wächst wie vor Beginn der weltweiten Wirtschaftskrise. Die Einzelhandelsumsätze stiegen um 16,2% im Oktober. Der Konsens hatte nur ein Wachstum in Höhe von 15,7% erwartet.
Aus den USA wurden dagegen weiterhin eher gemischte Daten vermeldet. Am Donnerstag wurde erneut enttäuschende Daten die Entwicklung des US-Bundeshaushalts betreffend, bekannt gegeben. Wie das US-Finanzministerium berichtet liegt das Haushaltsdefizit im Oktober bei 176 Milliarden US-Dollar. Dagegen sank die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stärker als erwartet. So wurde ein Rückgang um 12.000 auf 502.000 verzeichnet - der Konsens hatte zuvor nur einen Rückgang um 4.000 erwartet. Am Freitag wurden schwächer als erwartete Zahlen zum US-Handelsbilanzdefizit und ein schwächer als erwartetes Verbrauchervertrauen vermeldet.
EUR/USD konnte am Montag seine Seitwärtsrange verlassen und brach nach oben aus. Am Mittwoch stieg das Währungspaar kurzzeitig sogar über 1,5040 um hernach allerdings wieder deutlich abzugeben. Am Freitag notierte EUR/USD kurzzeitig bei 1,4822 um hernach wieder zu einer Erholung anzusetzen in Korrelation zu neuer Risikofreude. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,4927.
Energie
Wie erwartet hielten sich die Ölpreise - zwar deutlich schwankungsanfällig - in dieser Woche innerhalb ihrer Range zwischen 75 und 80 US-Dollar. Während die Preise bis Mitte der Woche deutlich zulegen konnten (WTI notierte am Mittwoch knapp unterhalb der 80 US-Dollar-Marke) übten ab Mittwoch ein festerer US-Dollar und ab Mitte der Woche schwächere Aktienmärkte (trotz überwiegend Wochengewinn) Druck auf die Ölpreise aus.
WTI fiel in der Folge am Freitag bis auf unter 76 US-Dollar, nach zusätzlich belastenden US-Lagerbestandsdaten. Wie das US-Energieministerium mitteilte sind in der vergangenen Woche die Rohölbestände unerwartet stark um 1,8 Millionen Barrel gestiegen. Damit liegen die Bestände nun deutlich über dem 5-Jahres-Level. Zudem wurde ein Anstieg der Benzin-Lagerbestände um ganze 2,6 Millionen Barrel verzeichnet. Die Destillatsbestände stiegen um 349.000 Barrel.
Aktuell notiert WTI zur Lieferung im Dezember bei 76,73 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im Dezember notiert aktuell bei 75,95 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Metalle
Edelmetalle
Der Goldpreis jagt weiterhin ein Allzeit-Hoch nach dem nächsten. Am Mittwoch wurde das neue All-Time-High bei 1.123 US-Dollar pro Unze markiert. Hernach gab der Goldpreis allerdings am Donnerstag, aufgrund seiner Negativ-Korrelation zur US-Dollar-Entwicklung, fast rund 20 US-Dollar ab, konnte sich am Freitag aber bereits wieder erholen.
Auch hier bleiben die Argumente bestehen: die Nullzinspolitik, insbesondere der FED, unterstützt den alternativen Währungshafen Gold.
Aktuell notiert Gold bei 1.116, 30 US-Dollar pro Feinunze an der COMEX. Der London Gold Fix PM wurde heute bei 1.104 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt.
Basismetalle
Nach wie vor können sich die Industriemetalle - mit Ausnahme von Nickel - weiterhin auf ihren relativ hohen Preisniveaus halten.
Unterstützung bieten auch hier nach wie vor die USD-Schwäche und die Hoffnungen auf einen Verbrauchsanstieg aufgrund der weltweiten Konjunkturprogramme. Ebenfalls positiv wirkt in diesem Zusammenhang der Anstieg des Baltic Dry Index. Dieser konnte am Mittwoch den stärksten Anstieg seit 4 Monaten verzeichnen und stieg auf 4.000 Punkte. Ausschlaggebend sind Chinas steigende Eisenerzimporte.
Für Kupfer sieht die fundamentale Bewertung allerdings nach wie vor nicht rosig aus. Weiterhin verzeichnen die LME und die Shanghaier Börse steigende Lagerbestände. Aufgrund des massiven Lagerbestandsaufbaus in China ist für das kommende Jahr mit deutlich schwächeren Kupferimporten Chinas zu rechnen.
Kupfer kann im Wochenvergleich leicht zulegen und notiert aktuell bei 2,96 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.
Die Nickel-Lagerbestände an der LME sind mittlerweile auf den höchsten Stand seit 1995 gestiegen. Zudem zeigt sich die Nachfrage aus der Stahlbranche nach wie vor verhalten.
Nickel hat in dieser Woche erneut deutliche abgegeben und notiert aktuell bei 7,29 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.