Gold nähert sich der 1000 USD-Marke - dank US-Dollar-Schwäche
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 06. März 2008 20:45 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
zum Abschluss heute im zweiten Teil noch einige Worte zur gegenwärtigen Goldpreisentwicklung und darüber hinaus.
Gestern erreichte die Unze Gold im Verlauf des Handelstages einen Rekordpreis von 991,47 USD pro Unze in New York. Zwar gab der Goldpreis dann im Verlauf des Handels in Asien wieder etwas nach und notiert gegenwärtig, am Donnerstag Nachmittag bei 988,30 USD pro Unze, doch der Trend scheint klar nur eine wahre Richtung zu kennen: aufwärts.
Rohstoffpreise steigen
Doch nicht nur Gold und andere Edelmetalle werden teurer, im Grunde sind gegenwärtig alle Rohstoffe von Preissteigerungen betroffen.
Darunter auch die eigentlich so konjunkturanfälligen Industriemetalle, die hoch spekulierten Rohölpreise und die Agrarrohstoffe.
WTI-Rohöl notiert nun bei über 105 USD pro Barrel und Kupfer bei 3,98 USD das Pfund. Weizen in Chicago notiert bei 11,34 USD pro Scheffel und Sojabohnen bei 15,18 USD pro Scheffel, während Mais zu einem Rekordpreis bei 5,71 USD das Scheffel zu haben ist.
Ganz klar, wir befinden uns mitten in einer Rohstoffrallye, die in Einzelfällen nicht nur durch die fundamentale Bewertungslage gestützt wird.
Der ausschlaggebende Faktor: Der US-Dollar
Was passt besser an den Anschluss des Greenspan-Aufsatzes aus dem Jahr 1966 als die aktuelle Situation?
Denn einer der maßgeblichen Faktoren für die momentane Rohstoff-Rallye ist die gegenwärtige massive US-Dollar-Schwäche.
Denn aktuell und akut geschieht wieder, was immer geschieht wenn sich die Zentralbanken zu sehr einmischen. Oder anders gesagt es passiert, was schon immer passiert, wenn die US-Zentralbankchefs versuchen die Wirtschaft zu retten, indem sie mit Leitzinssenkungen die Ausweitung der Geldmenge M3 forcieren um ein Problem durch die Kreation eines neuen Problems zu beseitigen. Eine inflationäre Blase löst die andere ab, so dass das Volumen des Problem mit der Zeit immer größer wird.
Auch im Moment ist dies der Fall: Ritter Bernanke zog sich wie sein Vorgänger Greenspan- von dem wir ja ursprünglich gehofft hatten er würde es anders machen-aus um die US-Wirtschaft zu retten. Und setzt dabei nun sein Streitross, die Kaufkraft des US-Dollars aufs Spiel. Der US-Dollar, der im vergangenen Jahr um 14% gegenüber dem Euro gefallen ist, notierte gestern wieder einmal in der Nähe seines Alltime-Lows bei 1,5278 USD gegenüber dem Euro. Solch eine US-Dollar-Schwäche heizt die Befürchtungen um eine Ausweitung der Inflation, die ja bereits sowieso schon Bestand hat, noch weiter an.
Und inzwischen ist eine direkte Negativ-Korrelation zwischen fallenden Dollarkursen und steigenden Rohstoffpreisen erkennbar. Denn Rohstoffe werden in dieser Situation bevorzugt nachgefragt, entweder physisch aus Übersee, wo man zum schwachen Dollar von günstigen Rohstoffpreisen profitiert oder als Anlagestrategie im Sinne einer Absicherung gegen die Auswirkungen der steigenden Inflation.
Wie geht’s jetzt weiter?
Eine ausgezeichnete Frage, bei deren Beantwortung sich die Experten natürlich uneinig sind.
Während Börsenexperte Marc Faber schon das Worst-Case-Szenario auf uns zu kommen sieht, verkörpert durch Ben Bernanke, der –Zitat aus einem Interview, welches Faber Bloomberg Television gab- „ den US-Dollar zerstören wird“, glauben andere, dass Bernanke mit seiner Strategie schlussendlich den gleichen Erfolg verbuchen wird wie sein Vorgänger Greenspan. Mit anderen Worten: Bernanke wird die gegenwärtige Krise meistern, aber die nächste kommt gewiss wieder.
Mich führt das alles zu der Überlegung, dass vielleicht alle Experten gleichermaßen Recht behalten werden. Das System eine inflationäre Blase immer wieder zur nächsten zu verschieben, wird vermutlich irgendwann ein ungutes Ende finden. Dennoch glaube ich, dass die Zeit dafür wohl noch nicht gekommen ist und Bernanke wohl seine erste richtige Greenspan-Bubble in alt bekannter Manier lösen können wird.
Fürs erste zumindest, obgleich wohl weniger die USA, als vielmehr die aufstrebenden Volkswirtschaften und das wachstumsstarke China gestärkt aus dieser Krise hervorgehen werden.
So long liebe Leser….vielleicht sollten wir gemeinsam eine Rohstoff-Daily-Abenteuer-Tour in die USA veranstalten, wo wir als Euro-Besitzer günstig shoppen gehen und gleichzeitig die US-Konjunktur ein wenig ankurbeln können…;-)) ….bis morgen zum Wochenrückblick…
Ihre Miriam Kraus
ähnliche Beiträge:
weitere Ausgaben von
Rohstoff Daily
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Freitag, 25. Mai 2012
Donnerstag, 24. Mai 2012
Mittwoch, 23. Mai 2012
alle AusgabenBörsenbrief: Oxford Club Eildepesche
Exklusive Anlagechancen
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Börsenbrief: Oxford Club Eildepesche