Gold mit frischem Kaufsignal
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 27. April 2009, 17:00 Uhr
ENL5462
Gold als P & F-Chart
Quelle: stockmarkets.com
Ende der Konsolidierung
Am vergangenen Donnerstag wurde das Ende der Konsolidierungsphase beim Gold auch offiziell bestätigt. Ein aktuelles Kaufsignal bildete sich durch die Überwindung der letzten X-Säule, welche ja bekanntlich die Nachfrage verdeutlicht. Aus mehreren Gründen halte ich die Veränderungen des Goldpreises in den letzten Tagen für interessant. Eine relativ gute Unterstützung, die sich in den letzten Monaten bei 870 herausbildete, wurde jüngst bestätigt. Diese Bestätigung ist wichtig, da sie mit einem falschen Ausbruch auf der Unterseite einherging. Die Bären hatten hier also eine gute Chance, den Preis in Richtung der Unterstützung bei 840 $ oder sogar bis zu den zyklischen Tiefs bei 800 zu drücken. Bald wurde aber klar, dass sie ihre Chancen nicht nutzen konnten oder wollten. Daher ist es nun konsequent, auf steigende Kurse in Richtung der Widerstandslinie bei 920 zu handeln. Erst hier werden die Weichen für die strategische Entwicklung des Goldes entschieden. Innerhalb der Point & Figure-Charts tendieren die Kurse dazu, ihre Trendlinien zu testen. In übergeordneten Abwärtstrends haben die Bären gute Chancen für neue Engagements auf der Short-Seite. Obwohl der übergeordnete Trend noch nach unten zeigt, beherrscht momentan ganz klar die Nachfrage den Goldmarkt. Möglicherweise bringt das Ergebnis des Banken-Stresstests eine langfristige Entscheidung im Goldmarkt, die sich auch im Aktienmarkt niederschlagen wird.
Denn speziell in wirtschaftlich schweren Zeiten wird der Goldpreis traditionell von den Inflationserwartungen und dem Dollar beeinflusst. Langfristig wird der Goldpreis meiner Meinung nach aber viel stärker vom zunehmenden Wohlstand der Schwellenländer bestimmt. Alleine in Indien betrug die Wachstumsrate der Goldverarbeitung im letzen Jahr fast 50 %. Daher bleibt für mich trotz der gegenwärtigen weltweiten Rezession Gold ganz klar ein Wohlstands- und kein Krisenmetall.
Streßtest der Banken eher kein Ereignis
Dem Streßtest der Banken, den ich eben erwähnt habe, messe ich keinen sehr großen Einfluss auf den Goldpreis zu. Wie Sie vielleicht der Presse entnommen haben, führt die US-Notenbank Tests durch, um die Stabilität der Banken bezüglich verschiedener Konjunkturszenarien zu prüfen. Einzelheiten dieser Tests werden demnächst veröffentlicht. Da die Banken bekanntlich der Puls der Wall Street sind, ist es kein Wunder, dass in den letzten Wochen die tollsten Gerüchte und Katastrophenmeldungen die Runde machten. Diese von interessierten Kreisen gezielt gestreute Verunsicherung hat aber auch etwas Gutes. Denn je mehr Szenarien und mögliche Ergebnisse vom Markt durchdacht wurden, desto geringer werden die realen Auswirkungen des Tests am Markt ausfallen. Je mehr Parolen also durchs Dorf gejagt werden, desto geringer werden die Ergebnisse der FED die internationalen Märkte erschüttern. Fraglich bleibt aber am heutigen Montag, wie die Anleger auf die Unsicherheit der Folgen der Schweinepest reagieren werden. Heute ist von einer möglichen Korrektur des Gesamtmarktes bis zu einer gesunden Einladung zu normalen Gewinnmitnahmen alles möglich.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Woche!
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Klaus Buhl
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