Gold macht Freude ...
Martin Weiss in Investors Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 03. April 2006 18:00 Uhr
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In der letzen Woche des ersten Quartals konnten sich die deutschen Aktien weiter gut halten. Am Freitag ging der Leitindex nur knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 6000 Punkten ins Wochenende.
Ja, am Ende fehlten letztlich noch magere sieben Pünktchen. Wahrscheinlich waren in den diversen Medien die Überschriften im Hinblick auf "Dax 6000" schon geschrieben. Dennoch werden die Bullen keinesfalls aufgeben, den Index noch im Verlauf des ersten Halbjahres etwas höher zu hieven. Insofern ist das "Projekt Dax 6000 + x" wohl nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Dies nicht zuletzt auch deshalb, zumal immer mehr Investoren ins Bärenlager wechselten. Es ist schon mehr als nur bemerkenswert, daß gegenwärtig mehr Bären als Bullen im Markt sind. Insofern wäre es wahrlich kaum überraschend, wenn die Rallye noch ein wenig weiter ginge.
Des weiteren scheint die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ja immer besser zu werden. Der viel beachtete ifo-Geschäftsklimaindex ist auf einem 15-Jahres-Hoch angekommen. Die jüngsten GfK-Erkebungen zum Konsumklima scheinen schon anzudeuten, daß die Deutschen gerade im Vorfeld der Steuererhöhungsorgie 2007 etwas ausgabefreudiger werden.
Dennoch, die harten Fakten sprechen oftmals eine andere Sprache. So ist der Einzelhandelsumsatz nach ersten Berechnungen im Februar deutlich unterhalb den Schätzungen geblieben. Im Vergleich zum Januar wurde real mehr als ein halbes Prozent weniger umgesetzt.
Zudem geht das Siechtum am Arbeitsmarkt weiter. Die Zahl der wichtigen sozialversicherungsplichtigen Beschäftigungsverhältnisse sinkt weiter. Gegenwärtig sind wieder weniger als 26 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Ein Minus von mehr als 150000 im Vergleich zum Vorjahr. Des weiteren ist die Arbeitslosenquote unter den über 50-jährigen Arbeitslosen in Deutschland im Vergleich zu allen anderen Industrieländern am höchsten. Sehr interessant auch, daß die Hälfte des Rückgangs der Arbeitslosenzahl im März mit der Schaffung von Ein-Euro-Jobs begründet wurde. Ob dies wirklich eine Trendwende, oder nur Bilanzkosmetik ist, ist eine andere Frage.
Auch jenseits des Atlantiks deuten die harten Fakten schon auf gewisse "Turbulenzen" hin. So sind die persönlichen Einkommen weiter nur stagnierend, die Sparquote ist überdies weiterhin negativ.
Die Auftragseingänge der US-Industrie konnten ferner alles andere als überzeugen. Im Februar diesen Jahres fiel das Plus mit 0,2 Prozent deutlich geringer aus als im Konsens erwartet.
Wie dem auch immer sein mag, gerade vor der österlichen Individualreisewelle kennt der Ölpreis kaum noch ein Halten. Es dürfte folglich nur noch eine Frage der Zeit sein, ehe das schwarze Gold wieder das nominale "all-time-high" aus dem Jahr 2005 erreicht. Der Ölpreis dürfte also noch im Verlauf diesen Jahres neue Höhen erreichen.
Große Freude bereitet aktuell auch das gelbe Edelmetall. Der Widerstand bei 573 Dollar wurde fulminant genommen. Der Weg in Richtung 600 scheint frei zu sein.
Dennoch, es sei schon erwähnt, dass Gold sich momentan entgegen der bisher üblichen historisch-saisonalen Zyklik entwickelt. Zudem scheint der Markt gegenwärtig fast schon zu euphorisch zu sein. Insofern wäre es mehr als nur gesund, wenn das gelbe Edelmetall auch nach dieser Rallye etwas konsolidieren würde.
Sollte dies aber nicht der Fall sein, könnte die "Party" am Goldmarkt weitergehen. 600 bzw. 640 Dollar seien für diesen Fall als erste Hausnummern erwähnt.