Gold ist ein realer Wert
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 22. Dezember 2011, 20:45 Uhr
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Der Goldpreis, obgleich zuletzt wieder über die 1.600 USD-Marke gestiegen, befindet sich in einer Konsolidierungsphase. Und natürlich ist nicht auszuschließen, dass es noch einmal zu einem weiteren Einbruch kommt (der sich dann aber über alle Vermögenswerte hinweg zieht) - allerdings nur, wenn es zu einem systemischen Schockerlebnis wie 2008 mit der Lehman-Krise kommt. Sollte das nicht der Fall sein, dann ist Gold jetzt schon auf einem attraktiven Preislevel angelangt. Obgleich die so oder so Volas hoch bleiben dürften.
Dies mal zur aktuellen Ausgangslage!
Aber wenn Sie Rohstoff Daily schon länger lesen, dann wissen Sie, dass es mir nicht auf das absolute Preislevel bei Gold ankommt. Oder anders gesagt, mir ist es egal, ob der Goldpreis mal ein paar Hundert Dollar höher oder tiefer notiert.
Denn Gold bedeutet mehr als das
Gold ist für mich in allererster Linie ein Mittel zum Werterhalt. Nicht mehr und nicht weniger als das! Denn Gold hat immer und zu jeder Zeit eine bestimmte Kaufkraft - Papiergeld nicht.
Ich habe hier einen Auszug für Sie vorbereitet, der das noch einmal verdeutlicht:
Gold ist langfristig immer die stabilste Wertanlage
Natürlich schwankt auch die Kaufkraft von Gold immer wieder, denn schließlich unterliegt auch das Gold dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Allerdings weist Gold gegenüber ungedeckten Papiergeldwährungen einen wichtigen Vorteil auf: der Wert des Goldes ist unabhängig von geld-, haushalts-, und finanzpolitischen Entscheidungen unterschiedlichster Regierungen. Im Gegensatz zu Regierungen, deren Aufgabe es ist für den Werterhalt von Papiergeldwährungen zu sorgen, macht Gold keine Schulden, interessiert sich nicht für Währungsreformen und beweist im historischen Kontext, dass es immer einen Wert (und damit eine Kaufkraft) aufweist, die niemals so stark schwankt, wie jene der Papiergeldwährungen.
Die Werthaltigkeit von Gold beweist folgende Tabelle eindrucksvoll:
| Jahr | Wert von 1 USD in Feingold (in g) | Wert von 1 USD in Roggenbrot (in kg) | Wert von 1 g Feingold in Roggenbrot (in kg) |
| 1900 | 1,5 | 18,75 | 12,5 |
| 1914 | 1,5 | 15 | 10 |
| 1923 | 1,5 | 8,85 | 5,9 |
| 1938 | 0,89 | 12,72 | 14,3 |
| 1950 | 0,89 | 9,88 | 11,1 |
| 1970 | 0,85 | 2,81 | 3,3 |
| 1990 | 0,08 | 0,47 | 5,9 |
| 2008 | 0,04 | 0,33 | 8,3 |
| 2010 | 0,02 | 0,25 | 11,36 |
Sowohl die Kaufkraft des US-Dollar als auch jene des Goldes schwankt über die Jahrzehnte. In der Zeit der klassischen Goldstandards hält sich die Kaufkraft relativ gesehen jedoch die Waage. In Krisenzeiten nimmt die Kaufkraft des Goldes zu, da Krisenphasen häufig die Staatskassen zusätzlich belasten. Das Bretton-Woods-System, dessen Fehler darin bestand, den klassischen Goldstandard um einen auf Vertrauen basierenden US-Dollar-Standard zu erweitern, führt zwar zu einer leicht rückläufigen Kaufkraft beider Währungen, jedoch halten sich beide relativ gesehen die Waage. Seit Beginn des Fiat-Money-Systems allerdings sinkt die Kaufkraft des US-Dollar stetig, während die Kaufkraft des Goldes auf historische Werte steigt. Insgesamt zeigt sich hier, dass die Kaufkraft einer Papiergeldwährung ohne Deckung bis auf das Minimum sinken kann, während man für 1 Gramm Feingold immer und zu jeder Zeit einige Kilogramm Roggenbrot bekommen wird.
So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für heute...morgen gibt es noch einmal Gold..und zwar einen Goldmünzen-Weihnachtsgeschenk-Beitrag...;-)...lassen Sie sich überraschen...liebe Grüße und bis morgen..
Ihre Miriam Kraus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von vriegel (22.12. 2011 23:07 Uhr):
Sehr geehrte Frau Kraus, ich finde Ihr Artikel beweist eindrucksvoll, dass es derzeit sicher nicht wirklich sinnvoll ist Gold zu kaufen, es sei denn man spekuliert auf weitere Übertreibungen, bzw. auf kriegsähnliche Zeiten. Oder man hat 100 Jahre Zeit um die früher oder später kommenden Verluste auszusitzen... Denn, wie Sie richtig schreiben, Gold hat immer einen Wert. Fragt sich aber nur wann welchen... Dennoch, die Liste, wenn auch der Anfangszeitpunkt "geschickt" gewählt ist, veranschaulicht die Dinge ganz gut...
Antworten - Kommentar von Albert Karl (24.12. 2011 15:52 Uhr):
Ich sehe es schon ein bisschen differenzierter, als es Ihr optimistischer Bericht wiedergibt: 1. Gold ist aktuell innerhalb eines Monats um 11 % abgestürzt. Ja, Sie haben schon auch Recht: Die Aktien sind in der Regel seit August d. J. um 15-20 % je nach dem, welche Papiere man besitzt, auch stark abgesackt. 2. Aber man muss sich doch schon fragen, ob Gold wirklich das top-sichere Krisen-Investment ist, wie uns z.Zt. viele Anlagenberater versprechen. 3. Gold ist ja ein leblosese Material, also etwas sehr langweiliges. Und das Entscheidende: Wer garantiert mir denn Frau Kraus, dass mir in einer wirklich ernsten Krise jemand Gold abkauft und wenn ja, zu welchen Preis? Gold ist im Wesentlichen meines Wissens nur für die Herstellung von Schmuck interessant. Im Gegensatz zu Silber, das in der Industrie immer stärker Verwendung findet. Aber wer kauft - frage ich mich - in einer Crash-Situation oder schweren Krise Schmuck? Und vor allem: Wer kauft mir dann, wenn ich es brauche, Gold zu dem Preis ab, den ich vor der Krise bezahlt habe und den ich jetzt zum Mich-besser-stellen, benötige? Und weiß ich denn, was die Regierungen dieser Welt alles treiben und einfordern, wenn es wirklich eng wird? Und in Krisenzeiten brechen Ihnen ziemlich sicher auch die Edelmetallmärkte zusammen. 4. Zusammengefasst: Zur Beifügung für`s Portfolio ist Gold mit vielleicht 10% Anteil ja o.K. Besser sind für mein Verständnis dann doch Sachwerte, beispielsweise Aktien. Liebe Frau Kraus, behalten Sie auch im neuen Jahr Ihren ungetümen Optimismus ruhig weiter, aber bleiben Sie vorsichtig. Ich darf Ihnen jetzt ruhige und besinnliche Weihnachtstage wünschen und einen guten Start in ein persönlich erfolgreiches und gesundes Jahr 2012. Beste Grüße aus München, Ihr A.K
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