Gold: Gewerbliche Absicherung üblich
Dominique Braun in Investors Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 29. Dezember 2009, 18:00 Uhr
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Kommen wir aber jetzt zu unserem heutigen Thema, der gewerblichen Absicherung. Ähnlich wie sich Privatanleger diverser Finanzinstrumente bedienen können, um sich gegen Kursschwankungen abzusichern, so tätigen dies auch beispielsweise Unternehmen. Egal ob Sie eine Luftfahrtgesellschaft betrachten, die sich gegen Währungs- und Ölpreisschwankungen absichert, oder ob Sie einen Kaffeeproduzenten haben, der sich gegen einen steigenden Kaffeepreis absichert - Absicherungsgeschäfte, also sogenannte Hedgegeschäfte, sind ganz normal und machen aus wirtschaftlicher Sicht auch Sinn.
Minen sichern sich gegen Preisschwankungen ab
Auch große Minenunternehmen sichern sich an den Finanzmärkten gegen Preisschwankungen bei Rohstoffen ab. Egal ob es Minenunternehmen von Kupfer, Silber, Aluminium oder auch Gold geht. Wir schauen uns jetzt ein Beispiel eines Minenunternehmens an, welches den Preis seiner zukünftigen Goldproduktion absichern möchte. Wir gehen davon aus, dass bei dieser Mine die Nachfrage nach Gold ungebrochen stark ist und dieses Szenario passt auch in unsere heutige Zeit. Denn Gold wird immer populärer und stärker nachgefragt. Die Mine hat derzeit keinen Goldbestand mehr und wird über die nächsten zwei Monate insgesamt 500.000 Unzen Gold fördern. Wovor hat diese Mine Angst?
Short-Hedge Lösung
Diese Mine befürchtet, dass sich der Goldpreis stark verringern könnte, denn dann würden der Marktpreis von Gold und damit auch die Verkaufserlöse für die Mine entsprechend zurückgehen. Um sich gegen einen entsprechenden Goldpreisverfall abzusichern, kann die Mine am Termin- bzw. Futuresmarkt Short-Positionen auf Gold eingehen. Dies nennt man dann eine sogenannte Verkaufsabsicherung bzw. einen Short-Hedge.
Die Mine rechnet bis zu der kompletten Förderung der 500.000 Unzen Gold für die nächten drei Monate mit einem rückgehenden Goldpreis. Nehmen wir an, der Preis für einen Terminkontrakt mit Laufzeit März 2010 steht bei 1.100 US-Dollar pro Unze, wenn die Mine das Absicherungsgeschäft eingeht. Da ein Terminkontrakt an der US-Börse CME 100 Unzen Gold beinhaltet, müsste die Mine dann 5.000 Terminkontrakte eingehen (500.000/100=5.000). Schauen wir uns jetzt das reine Ergebnis des Absicherungsgeschäfts bei zwei verschiedenen Szenarien an.
SZENARIO I: Goldpreis steigt von 1.100 auf 1.300 US-Dollar
Verlust von 200 US-Dollar pro Terminkontrakt, da mit einem Short-Hedge auf einen fallenden Goldpreis gesetzt wurde, dieser aber dann anstieg.
Ergebnis: 5.000 Kontrakte x 200 US-Dollar = Verlust von 1 Millionen US-Dollar
SZENARIO II: Goldpreis fällt von 1.100 auf 900 US-Dollar
Gewinn von 200 US-Dollar pro Terminkontrakt, da mit einem Short-Hedge auf einen fallenden Goldpreis gesetzt wurde, dieser auch wirklich zurückging.
Ergebnis: 5.000 Kontrakte x 200 US-Dollar = Gewinn von 1 Millionen US-Dollar
Da sich der Goldpreis nicht nur am Terminmarkt sondern auch am Kassamarkt entsprechend um 200 US-Dollar verändert hat, kommt die Mine bei der Gesamtbetrachtung mit einem fast neutralen Ergebnis durch das Absicherungsgeschäft heraus. Denn bei Szenario I gewinnt die Mine mit ihrer zukünftigen Goldproduktion am Kassamarkt 1 Millionen US-Dollar und verliert bei Szenario II entsprechend. Stellt man dann das Ergebnis des Kassamarktes gegenüber dem Ergebnis aus dem Terminmarkt, so kommt die Mine auf ein neutrales Ergebnis.
Genau dies ist auch die Motivation eines gewerblichen Absicherungsgeschäfts, dass man Plus-Minus-Null aus dem Absicherungsgeschäft wieder herauskommt. 100% neutral geschieht dies aber meist nie, da sich während der Laufzeit die sogenannte Basis ändern kann. Die Basis ist die Differenz zwischen dem Kassapreis und dem Terminpreis. Die Basis verändert sich oftmals, da sich die beiden Preise meist nicht gleichmäßig parallel verändern. Wie ich bereits vor einiger Zeit angedeutet habe, werde ich zukünftig auf die Basis nochmal detaillierter eingehen.
Falls Sie Fragen zu dem Thema rund um Absicherungsgeschäfte haben, senden Sie mir einfach eine kurze Email. Ich wünsche Ihnen jetzt an dieser Stelle einen guten Rutsch ins neue Jahr und alles Gute für 2010.
Mit goldigen Grüßen
Dominique Braun
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Klaus Gerecke (31.12. 2009 16:53 Uhr):
Guten Tag, Herr Braun! Ich kämpfe seit Jahren einen aussichtslosen Kampf gegen die Tageszeitung, die ich abonniert habe, und zwar gegen eine Unsitte, die ich nun auch bei Ihnen entdecke: 1 Million ist zwar eine Menge Geld, es ist aber immer noch nur eine (Singular) Million und nicht eine MillionEN! Frdl. Gruß und einen guten Rutsch, Klaus Gerecke
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