Gold gegen Goldman
Eric Fry in Traders Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 17. Juni 2009, 12:00 Uhr
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Aus den Tiefen der Kreditkrise ist der Kurs der Goldman Sachs Aktien im vergangenen November um 178% nach oben geschossen. Der Goldpreis hat in der gleichen Zeit nur um 25% zugelegt. Ist Goldman damit das neue Gold? Ein Investitions-Neuling könnte leicht zu diesem Schluss kommen.
Es sind sogar die meisten der erfahrenen Anleger zu einem ähnlichen Schluss gekommen. Diese gebildeten Anleger wissen, dass Goldman eine wesentlich bessere Investition ist als Gold, nicht nur weil CNBC ersterem huldigt und letzteres verachtet, sondern auch, weil Warren Buffett eine Position von 5 Milliarden Dollar bei Goldman Sachs besetzt hat und nicht bei Gold.
Nachdem das gesagt ist, sind einige von uns erfahrenen Investoren langsame Lerner. Wir verstehen nicht so schnell und leicht wie die meisten Leute, dass Goldman besser ist als Gold. Wir verstehen nur langsam, dass ein hoch verschuldetes Tradingunterfangen - bestehend aus kurzfristigen Finanzierungen, freundlichen Konventionen der Buchhaltung und bereitwilliger Verhätschelung durch die Regierung - ein besseres Vehikel zum Vermögenserhalt ist, als ein Barren Gold.
Ich verstehe natürlich, dass Spekulationen manchmal Erfolg haben und dass die hoch verschuldeten Spekulationen manchmal in spektakulärer Weise Erfolge zeigen. Aber es fällt mir schwer, den Sprung von „fremdfinanzierten Spekulationen" zu „besonnenen langfristigen Investitionen" zu machen. Und deswegen fällt es mir auch schwer, den Sprung von dem „nadelgestreiften Mist" zu „besser als Gold" zu machen.
Zugegeben, in den vergangenen acht Monaten hat Goldman sieben Mal bessere Leistugnen als Gold gezeigt. Aber wenn man den Zeitrahmen unserer Analyse bis in den März 1999 erweitert, als Goldman Sachs zum ersten Mal an der Börse öffentlich getradet wurde, dann stellen wir fest, dass Gold doppelt so hohe Erträge gebracht hat, wie die Goldman Aktien. Und dann stellt man sich die Frage: „Welche dieser beiden Vergangenheiten wird den Prolog bilden? Die vergangenen acht Monate? Oder die vergangenen 10 Jahre?
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir die relativen Vorteile beider Investitionen untersuchen, ebenso wie ihre relativen Mängel.
Zuerst wollen wir uns mit einigen der Mängel von Gold befassen.
Gold bringt nie einen Verbündeten in das Büro des Finanzministers. Gold erhält keine Rettungsgelder im Umfang von mehreren Milliarden Dollar aus dem amerikanischen Finanzministerium. Gold hat keinen Geschäftsführer, den es nach Washington entsenden kann, um dort Treffen mit dem Finanzminister hinter geschlossenen Türen beizuwohnen.
Gold hat keinen „Prop Trading" Desk, an dem eben die giftigen, hypothekarisch gesicherten Wertpapiere leerverkauft werden können, die man eben erst an seine eigenen Kunden verkauft hat. Gold hat keinen Zugang zu Krediten, und es hat deswegen auch keine Möglichkeiten, die Bilanzbögen im Verhältnis von 40 zu 1 mit Fremdkapital zu füllen, im Streben nach übergroßen Investitionsgewinnen.
Wenn man so darüber nachdenkt, dann gibt es keine Gründe, sich auf die Seite von Gold zu stellen. Aber das ist natürlich auch der größte Vorteil von Gold. Es ist, was es ist - einfach ein seltenes, natürlich vorkommendes Element ohne Geschäftsführer oder ein stehendes Heer oder auch nur einen offiziellen Fanclub. Stattdessen besteht die kurze Liste der Vorteile von Gold in seinem anheimelnden Schimmern im Sonnenlicht und in seiner Jahrtausende alten Geschichte als Vermögensbewahrer.
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