Gold: erneut neues Allzeithoch bei 1.152 USD
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 20. November 2009, 20:00 Uhr
ENL5462
Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Die Aktienmärkte haben sich in der vergangenen Woche überwiegend schwächer entwickelt. So verlor der DAX auf Wochensicht rund 0,4%. Der Nikkei gab im Vergleich zur Vorwoche um 2,3% ab. Dagegen legte der Shanghai Composite Index im Wochenvergleich satte 3,8% zu. Der Dow Jones notiert aktuell mit 0,2% im Plus im Vergleich zur Vorwoche.
Gemischte Wirtschaftsdaten, insbesondere aus den westlichen Industrienationen, zeigen auf, dass die Erholung der Weltwirtschaft doch nur schleppend voran kommt. So scheint es, dass den Aktienmärkten nun doch langsam die Puste ausgehen könnte. Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung präsentierte am Donnerstag die neuen Ergebnisse der World Economic Survey. Dementsprechend hat sich das Weltwirtschaftsklima im vierten Quartal erneut verbessert. So stieg der entsprechende Indikator von 78,7 Punkten im Vorquartal auf 90,4 Punkte an. Dies ist der dritte Anstieg in Folge. Darüber hinaus wurde allerdings auch deutlich gemacht, dass die Erholung der Weltwirtschaft hauptsächlich durch die asiatischen Länder, insbesondere China und Indien, aber auch Brasilien, angetrieben wird.
Aus den USA wurde dagegen weiterhin nur gemischte Daten gemeldet. So präsentierte das US-Handelsministerium für Oktober zwar einen Anstieg der Einzelhandelsumsätze um 1,4% - allerdings wurden für September Umsatzückgänge in Höhe von 2,3% gemessen. Analysten hatten zuvor nur einen Rückgang um 0,9% prognostiziert. Die FED New York bestätigte zudem eine Verschlechterung der allgemeinen Geschäftstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe für New York. So fiel der Empire Manufacturing Index stärker als zuvor erwartet. Wie das FED berichtet ist die Industrieproduktion im Oktober zwar gewachsen, doch mit deutlich verringertem Tempo. Dagegen sind sowohl die Erzeuger- als auch die Verbraucherpreise im Oktober weiter angestiegen. Auch die Baubeginne neuer Häuser und Baugenehmigungen verbuchten einen Rückgang. Dagegen hat sich der Geschäftsklimaindex der Philadelphia FED im November deutlich verbessert. So stieg der Index von 11,5 Punkten im Vormonat auf 16,7 Punkte an. Analysten hatten im Vorfeld nur einen Anstieg auf 12,2 Punkte prognostiziert.
In Japan hat sich die Stimmung im Dienstleistungssektor im September eingetrübt, wie das japanische Wirtschaftsministerium mitteilte. Dagegen ermittelt die japanische Regierung einen deutlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung. So stieg das BIP im dritten Quartal um 4,8% gegenüber dem Vorjahresquartal und 2,7% gegenüber dem Vorquartal.
Der Abwärtsdruck auf die US-Währung bleibt größtenteils bestehen. Es fehlen die Faktoren um eine signifikante Trendwende einzuleiten. EUR/USD verharrt allerdings weiterhin in einer breiten Range zwischen 1,48 und 1,50.
Energie
Die Ölpreise bewegen sich wie erwartet nach wie vor innerhalb ihrer Range zwischen 75 und 80 USD.
Zur Wochenmitte hin konnte WTI deutlich zulegen bis in den Bereich um 80 US-Dollar pro Barrel. Ausschlaggebend waren die Lagerbestandsdaten, die das US-Energieministerium veröffentlichte. So fielen die Rohölbestände in der vergangenen Woche um 887.000 Barrel, wofür allerdings nach wie vor rückläufige Importe ausschlaggebend sind. Zugleich fielen die Benzinlagerbestände um 1,8 Millionen Barrel und die Destillatsbestände um 328.000 Barrel, was allerdings überwiegend auf eine rückläufige Raffinerieauslastung zurück zu führen ist. Trotzdem verharren damit die Bestände für Rohöl, Benzin und Destillate in den USA weiterhin über dem 5-Jahres-Niveau.
Zum Ende der Woche gaben die Ölpreis wieder deutlich ab. WTI erreichte heute bislang ein Tief bei 76,19 US-Dollar pro Barrel. Verminderte Risikofreude und ein leicht stärkerer US-Dollar tragen dafür Rechnung. Hinzu kommt, dass die OPEC die beschlossenen Förderkürzungen weiterhin nicht konsequent umsetzt. Laut Oil Movements dürften die OPEC-Lieferungen bis zum 5. Dezember um 50.000 Barrel pro Tag steigen.
Aktuell notiert WTI bei 77,45 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude notiert aktuell bei 77,12 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Metalle
Edelmetalle
Der Goldpreis erreichte am Mittwoch erneut ein neues Allzeithoch bei 1.152,75 US-Dollar pro Feinunze. Doch der Goldpreis erweist sich auch in dieser Woche als schwankungsfreudig und fiel am Folgetag auf ein Tagestief bei 1.130 US-Dollar. Heute kann sich der Goldpreis allerdings wieder deutlich erholen und notiert bereits wieder über der 1.140er Marke.
Nach wie vor wirken sowohl die Negativ-Korrelation zur USD-Entwicklung, als auch die Stimmungswechel und Inflationsgefahren preisunterstützend.
Zudem sind auch von fundamentaler Seite positive Vorzeichen zu berichten. Wie GFMS berichtet ist die weltweite Nachfrage nach Gold im dritten Quartal auf 802 Tonnen gestiegen. Dabei verzeichnen sowohl die Industrie-als auch die Schmucknachfrage sogar einen deutlicheren Anstieg als die Investmentnachfrage.
Auch die Zentralbanken sind nun bereits das 2.Quartal in Folge Nettokäufer. So haben die Zentralbanken unter dem CBGA seit Ende September lediglich 1,5 Tonnen Gold verkauft. Die vietnamesische Zentralbank hat mittlerweile angekündigt vorerst 6 Tonnen Gold kaufen zu wollen.
Aktuell notiert Gold bei 1.144,90 US-Dollar pro Feinunze an der COMEX.
Der London Gold Fix PM wurde heute bei 1.140 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt.
Basismetalle
Nach wie vor ist es die rasante und dynamische China-Erholung, welche die Industriemetallpreise unterstützt.
Für Kupfer kommen wieder einmal Streiks und Produktionsunterbrechungen in Süd-Amerika als unterstützender Faktor hinzu. So hat BHP Billiton mittlerweile seine Spencer-Kupfer-Mine in Chile aufgrund eines Sabotage-Akts räumen müssen. Bis Ende des Monats werden vorraussichtlich wohl auch die Arbeiter bei Cia. Minera Antamina streiken.
Kupfer notiert aktuell bei 3,08 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.
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