Gold: Ein paar weitere Timing-Tipps
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 31. August 2010, 16:00 Uhr
ENL5462
unter anderem am 03.06.2009 schrieb ich einen Artikel "Wie Sie den Goldmarkt timen können". In diesem Artikel stellte ich ein paar Methoden vor, die bei der Analyse des Goldpreises ganz hilfreich sein können.
Da mir Ihre Zuschriften zeigen, dass Ihr Interesse am Thema Gold nach wie vor hoch ist, möchte ich dies heute um zwei Methoden ergänzen.
Gold: Den Kauf- und Verkaufdruck einfach beurteilen
Oftmals kann es bei der Analyse des Goldpreises ganz hilfreich sein, den Kauf- bzw. Verkaufdruck auf Gold etwas besser beurteilen zu können. Hierfür gibt es natürlich zahlreiche Möglichkeiten.
Sehr popular ist natürlich vielerorts eine fundamentale Herangehensweise. Hierbei sieht man sich in der Regel an, wie die Goldnachfrage seitens der verschiedenen Marktteilnehmer ist. Dies kann sich z.B. auf Zentralbanken erstrecken oder etwa Zahlen aus der Schmuckindustrie.
Wer es gerne aber ein wenig "technischer" möchte, kann die folgende Methode nutzen:
Einer der bekanntesten und größten Gold-ETFs der USA ist der SPDR Gold Trust (auch in der BRD erhältlich). Dieser wird in den USA über das Tickersymbol (="amerikanische WKN") GLD abgekürzt.
Ein Blick auf das Umsatzverhalten und die Kursverläufe hier kann durchaus einen ganz interessanten ersten Anhaltspunkt liefern. Visualisieren lässt sich dies z.B. über den Force-Index, einem einfachen Maß für Kauf- bzw. Verkaufdruck.
Saisonaler Zyklus von Gold: Oftmals auch sehr hilfreich
Ein weiteres Hilfsmittel, um den Verlauf des Goldpreises besser beurteilen zu können, ist der historische saisonale Zyklus von Gold. Natürlich stellt ein derartiger Zyklus keinerlei Garantie für genaue Preisentwicklungen dar (es wäre absurd, solch etwas anzunehmen), doch zeigt er grundsätzlich, wann, gemessen am historischen Maßstab, die Chancen für Preisanstiege bzw. Preisgefälle höher sind als sonst.
Eine ganz gute Quelle, um solche saisonalen Charts sich ein wenig näher zu betrachten, ist die Internetseite www.seasonalcharts.de. Von dort stammt auch (mit freundlicher Genehmigung) der folgende Chart des Goldpreises:
Abb.: Saisonaler Chart des Goldpreises (mit freundlicher Genehmigung von seasonalcharts.de)
Wie Sie sehen können, zeigte der Goldpreis historisch gesehen in den letzten 40 Jahren gerade in der zweiten Jahreshälfte ein tendentiell stärkeres Preisverhalten als in der ersten Hälfte des Jahres.
Aus historischer bzw. zyklischer Sicht sind somit im zweiten Halbjahr die Chancen für Goldtrades tendentiell besser als im ersten.
Muss dies immer so sein? Keinesfalls. Aber es hilft auf jeden Fall, dies im Hinterkopf zu behalten, denn Trading ist letztlich nichts weiter als ein Spiel der Wahrscheinlichkeiten.
Je höher die Wahrscheinlichkeiten auf der eigenen Seite sind, desto besser die Erfolgschancen.
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