Gold: Die Saisonalität kann sich im Lauf vieler Jahre verändern
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 4. Mai 2010, 17:00 Uhr
ENL5462
heute wollen wir zu einem weiteren Teil unserer Betrachtung der Saisonalität bei Gold kommen. Im ersten Teil hatten wir uns angesehen, wie der langfristige Durchschnittsverlauf über die vergangenen 37 Jahre aussieht. Meine Kritik daran war, dass nicht nur zwei Haussen in diese Zeit fallen, sondern auch die langjährige Gold-Baisse zu Ende des 20. Jahrhunderts. In dieser könnte sich das Gold saisonal anders verhalten haben als in einer Hausse. Es ist also durchaus möglich, dass das Gold in der Rallye seit 2000 neue saisonale Strukturen ausgebildet hat. Immerhin gibt es ja auch neue Instrumente für Investments und die Player am Goldmarkt könnten sich verändert haben. Von Hedge-Fonds bis zu Spekulanten aus China ist Gold heute bereits überall beliebt und kann von vielen Anlegern erworben werden.
Eine differenziertere Darstellung zeigt interessante Details
Daher greife ich gern auf eine Darstellung der Daten zurück, die Robert Rethfeld den Abonnenten des Wellenreiter zur Verfügung stellt:
Hier wird die Saisonalität aufgeschlüsselt in einen sehr langfristigen Verlauf seit 1968 (blaue Linie) und einen mittelfristigen Verlauf der jüngsten Hausse in den letzten 10 Jahren (grüne Linie). Wir sehen ganz deutlich, dass in der langfristigen Darstellung seit 1968 die einzelnen Bewegungen sehr viel stärker geglättet sind als bei der grünen Linie. Die Rücksetzer im Juni und Oktober fallen stärker aus. Ebenso ist die Seitwärtsbewegung im Sommer deutlicher.
Je mehr kurzfristige spekulative Player, desto stärkere Ausschläge
Ich führe das nicht nur darauf zurück, dass eine höhere Anzahl berücksichtigter Daten eine Zeitreihe prinzipiell stärker glätten. Sondern es gibt heute mehr spekulative Marktteilnehmer (vor allem auch unter den Privatanlegern) und für jeden verfügbare Daten bzw. Charts. Viele Spekulanten folgen den selben Trends und verstärken jene daher zusätzlich. In diesem Zusammenhang erscheint es mir auch interessant, dass sich die Zeitreihe leicht nach links zu verschieben scheint. Dieses Phänomen muss eigentlich irgendwann auftreten, wenn viele Marktteilnehmer zu einem bestimmten Punkt im Markt sein wollen oder verkaufen. Wenn jeder den Punkt bereits kennt, versucht der eine (oder natürlich auch die andere), den Konkurrenten zuvor zu kommen. So kann sich der Beginn einer Bewegung in längeren Zeiträumen verschieben.
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