Gold – das altbewährte Mittel zur Absicherung
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 23. Februar 2009, 20:00 Uhr
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Liebe Leser,
Seit Jahrtausenden stellt Gold das meistgenutzte Wertaufbewahrungsmittel der Menschen dar. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten waren die wichtigsten Währungen goldgedeckt und leiteten ihren Wert aus dem Wert dieses besonderen Metalls ab. In den USA war der Besitz von Gold sogar zeitweise nur in Form von Schmuck oder Münzen erlaubt, aufgrund seiner Bedeutung als Währungsreserve. Erst seit 1973 die Zentralbanken ermächtigt wurden, Gold auf dem freien Markt zu verkaufen, ist der Besitz von Gold in den USA wieder legal. Seitdem
besteht das noch heute gültige, aber aktuell auf dem Prüfstand stehende Fiat-Money-System, ohne Golddeckung.
Der Abbau von Gold wird schwieriger
Heute ist es nicht mehr möglich, Gold mit den einfachen Verfahren aus früherer Zeit zu sammeln. Denn das meiste Gold in den uns bekannten Vorkommen liegt in Form kleiner Partikelchen vor, die im umgebenden Gestein verteilt sind. Der Abbau von Gold wird damit technisch immer aufwendiger und teurer. Obwohl die jährliche Förderung mit aktuell 2356 Tonnen weltweit um ein Wesentliches höher liegt als noch vor 200 Jahren, muss man sich fragen, wie lange dies der Fall sein kann. Zumindest nur so lange, wie sich der finanziell
immer aufwendigere Abbau auch durch einen entsprechend hohen Goldpreis rechnet. Die einfach abbaubaren Vorkommen aus früherer Zeit sind bereits ausgebeutet.
Ein gutes Beispiel hierfür ist Südafrika - das Land welches noch vor drei Jahren der größte Goldproduzent der Welt war. Heute rangiert Südafrika bereits auf Platz 3 hinter China und den USA. Südafrikas Produktion ist stark rückläufig, denn hier muss man inzwischen bereits so tief graben, dass nicht nur Befürchtungen um die Sicherheit der Minenarbeiter aufkommen, sondern sich Minenunglücke häufen. Aber dies ist nur die eine Seite der Medaille. Die Goldproduzenten waren in der Baisse der 90er-Jahre gezwungen, massiv zu sparen. So wurde kaum Aufwand betrieben, um Minen zu modernisieren oder gar neue Vorkommen zu erschließen. Aktuell sind gerade kleinere Unternehmen durch die restriktiveren Kreditvergabebedingungen, als Folge der weltweiten Finanzkrise betroffen. Zudem kostet der Aufbau einer Mine viel Zeit. Man kann im Durchschnitt von einer Dauer von 8 bis 10 Jahren ausgehen, bis aus dem ersten Goldfund eine produzierende Mine geworden ist. Machbarkeits-
und Wirtschaftlichkeitsstudien, Zulassungsverfahren und Umweltauflagen, all diese Faktoren
verzögern den Gesamtprozess. Mit einer raschen und nennenswerten Produktionssteigerung ist also so bald nicht zu rechnen.
Ein Würfel von 20 Metern Kantenlänge...
Dies ist die gesamte Menge Gold, die im Laufe der Menschheit abgebaut wurde. Oder anders ausgedrückt: etwa 155.000 Tonnen Gold. Von diesem lediglich 20x20x20-Meter-Goldwürfel halten die Zentralbanken und andere Institutionen geschätzte 19%.
Überhaupt, die Zentralbanken...seit der Aufhebung des Goldstandards haben sie bis ins Jahr 1999 durch massive Goldverkäufe den Goldpreis stark unter Druck gebracht. Dann kamen die limitierten Goldverkäufe, die anfangs auch begeistert durchgeführt wurden. Seit dem letzten Jahr allerdings sind deutlich Rückgänge bei den Zentralbanksverkäufen zu erkennen. Und auch in 2009, dem letzten Jahr des Central Bank Gold Agreement, ist nicht mit starken Verkäufen von Seiten der Zentralbanken zu rechnen.
Gold ist als Anlageform heiß begehrt
Bei stark steigendem Goldpreis sinkt natürlich graduell die Nachfrage aus der Industrie. Doch aktuell sehen wir, dass stattdessen die enorm wachsende Nachfrage von Seiten der Investoren, den Rückgang der industriellen Nachfrage offenbar mehr als ausgleichen kann.
Noch bis Mitte der 90er-Jahre war es gang und gäbe, dass Vermögensverwalter ein Portfolio
zu 5-10% mit einer Anlage in Gold absicherten. Dann kamen die Jahre der boomenden Aktienmärkte, mit der Folge, dass nicht nur der Goldpreis sank, sondern auch die Investitionen der Minenindustrie in die Exploration und Entwicklung neuer Vorkommen rückläufig war. Inzwischen wird die altbewährte Strategie der Absicherung durch Goldanlagen zunehmend wieder aufgenommen. Denn in Zeiten massiver Verunsicherung in Bezug auf das Weltwirtschaftswachstum und der Erwartung sprunghaft wachsender Inflationsraten in der Zukunft gewinnt Gold seinen einstigen Stellenwert zurück. So verbuchten bereits im vergangenen Jahr die Fonds und ETFs massive Kapitalzuflüsse.
ETF hält bald mehr Gold als die Schweiz
Der weltgrößte Gold-ETF SPDR Gold Trust hält aktuell mit 1.029 Tonnen Gold, fast schon so viel wie die Schweizer Nationalbank an offiziellen Goldreserven (1.040 Tonnen). Bei den vielfältigen den Goldkurs treibenden Faktoren, gehe ich davon aus, dass das Anlagevolumen in Gold in diesem Jahr noch weiter massiv steigen wird. SPDR Gold Trust könnte schon in dieser Woche die Schweizer Goldreserven übersteigen.
Gold - nicht nur aktuell das beste Mittel der Wahl wenn es um die Werterhaltung geht
In Krisenphasen wie jetzt erinnern sich die Menschen der altbewährten Mittel der Werterhaltung. In Zeiten in denen Papiergeldwährungen es nicht mehr vermögen Vertrauen zu schenken, in Zeiten in denen die Zinssätze so tief gehalten werden, als wollten die Zentralbanken nach allem was bereits geschehen ist nur noch einmal die Sparer für konservative und auf Sicherheit bedachte Überlegungen bestrafen, in Zeiten weltweiter Rezession und Angst vor einer Depression, in Zeiten in denen die fiskalpolitischen Machenschaften der Zentralbanken und übermäßigen Ausgaben der Staaten nur auf das Ziel einer starken Inflationierung ausgerichtet sind, gilt für den Anleger: Gold ist DAS Mittel zur Wahl wenn es um den Erhalt seiner Vermögenswerte geht.
Aktuell hat der Goldpreis in USD bereits wieder die 1.000 USD-Marke nach oben durchbrochen. In den meisten anderen Währungen jagt der Goldpreis gegenwärtig ein Allzeit-Hoch nach dem anderen. Zwischenzeitliche Preisrücksetzer werden als Kaufindikatoren betrachtet. Im Angesicht des gegenwärtigen Umfelds gehe ich davon aus, dass der Goldpreis in USD in den nächsten Wochen auch wieder sein Allzeit-Hoch vom letzten Jahr bei 1.032 USD austesten wird. Ein Goldpreis von mindestens 1.200 USD bis zum Jahresende erscheint nach aktuellen Gesichtspunkten sehr wahrscheinlich.
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