Gold bricht bzw. verletzt längerfristige Aufwärtstrends

in Wave Daily zum Thema Gold
vom


nachdem nun gestern und vorgestern geklärt wurde, wie es fundamental - also im Hinblick auf das Angebots-Nachfrage-Verhältnis - beim Goldpreis ausschaut (Ergebnis: positive Anzeichen), möchte ich heute auf die Charttechnik eingehen. Denn es ist ja wie folgt:

Fundamentalanalyse für Kursrichtung, Charttechnik für Zeitpunkt

Während man die Fundamentalanalyse einsetzen sollte, um grundsätzlich über Kaufen oder Verkaufen bzw. Long oder Short zu entscheiden, dient die Charttechnik dazu, den richtigen Zeitpunkt für einen Ein- oder Ausstieg zu finden.

Und wenn man bei Gold nun erste Signale sieht, die fundamental für erste Käufe sprechen, dann sollte man nun den Chart betrachten um zu erkennen, an welchem (Zeit-)Punkt sich denn ein Kauf anbietet.

Gold konnte Aufwärtstrend nicht fortsetzen

Am 26. April hatte ich zuletzt einen Blick auf den Gold-Chart geworfen. Damals stellte ich fest, dass der Goldpreis ein vermeintliches Trendwendesignal aus dem Bruch einer Abwärtslinie nicht in einen neuen Aufwärtstrend ummünzen konnte. Denn dafür fehlte ein neues höheres Hoch über 1.802 Punkten. Hier noch einmal der Chart mit besagter Abwärtstrendlinie:



(Quelle: CFX-Broker) Gold, Candlestick-Chart, Tageskerzen

Die rote waagerechte Linie, die das letzte Hoch markierte, konnte bis heute nach wie vor nicht überwunden werden, womit sich Gold nach den formalen Regeln der Charttechnik weiterhin in keinem neuen Aufwärtstrend (bzw. in einem Abwärtstrend) befindet, da es keine höheren Tiefs UND keine höheren Hochs gab.

Längerfristige Aufwärtstrends gebrochen bzw. verletzt

Ich denke, diese Erkenntnis ist aus dem Chart auch leicht herauszulesen und insofern nicht spektakulär. Sowohl die roten Abwärtstrendlinien als auch den hier noch sichtbaren kurzfristigen Aufwärtstrendkanal kann man so langsam aus dem Chart entfernen. Beide haben kaum noch Relevanz. Doch es gibt noch längerfristige Trendlinien, die es zu beachten gilt.


(Quelle: CFX-Broker) Gold, Candlestick-Chart, Tageskerzen

Dazu schrieb ich zuletzt:
"Zum aktuellen Zeitpunkt hat der Kurs erneut, wie schon zuletzt zum Jahreswechsel, das untere Ende des grünen Aufwärtstrends erreicht. Hier könnte sich also nun ein Einstieg lohnen, wenn man daran glaubt, dass dieser Aufwärtstrend erneut fortgesetzt wird.
Ein Aufwärtstrend zeichnet sich aber nun mal auch dadurch aus, dass er irgendwann einmal bricht.
"

Schon an der Formulierung konnte man herauslesen, dass ich nicht wirklich optimistisch für eine Trendfortsetzung war. Im weiteren wurde ich damals auch noch konkreter:"Ein baldiger Trendbruch ist damit für mich derzeit wahrscheinlicher, als eine Trendfortsetzung."

Und siehe da, der grüne Trendkanal wurde tatsächlich gebrochen und sogar der blaue verletzt.


von
Sven Weisenhaus
Sven Weisenhaus

Sven Weisenhaus handelt seit mehr als 10 Jahren Aktien, Zertifikate und inzwischen hauptsächlich CFDs. Im Wave Daily dreht es sich meist um Elliot Wellen.

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Kommentar von Gerhard Eigletsberger

Die Charttechneik ist ja an sich ein gutes Instrument, um Trends eines speziellen Wertes zu analysieren, aber die fundamentale Betrachtung - mit offensichtlichen Interdependenzen bsp. zu einem EUR/USD Kurs sollte doch Eingang in die Konklusio finden.

Antworten
Antwort von Silvio:

Sie sollten mal das Wellenzeichnen zurück in die Kinderkiste legen und sich mit der wirklichen technischen Analyse befassen. Dann wäre Ihnen schon vor Monaten aufgefallen, dass Gold kein Trendbruch haben wird. Ich finde, wenn man als "Analyst" an die Öffentlichkeit geht, sollte man auch ein gewisses Knowhow mitbringen. Das bringen sie offensichtlich nicht im geringsten mit. Das ist nicht schlimm, solange man es sich eingesteht und nicht den Weltuntergangspropheten an die Wand malt. Deshalb ein Tipp von mir. Es gibt zwei sehr gute Analysten im Netz, welche die vergangenen Wochen und Monaten sehr fundiert argumentierten. Beide hielten Kurse unter 1470 für unmöglich. 1. Videoblogger WolkeP: wolkep.blogspot.ch/ 2. Fenum: gold-silber-daytrading.blogspot.ch/ Dort sollten Sie vielleicht ab und zu mal vorbeischauen um zu lernen, wie man ohne esotherische Wellen sehr treffsichere Prognosen erhalten kann. MfG Silvio

Antwort von Sven Weisenhaus:

Guten Tag, Herr Eigletsberger! - - - Die fundamentalen Daten (z. B. Angebot- und Nachfrageentwicklung im 1. Quartal 2012) habe ich unter anderem am 28. und 29. Mai betrachtet. Sie können die entsprechenden Beiträge im Newsletter-Archiv (http://www.investor-verlag.de/newsletter_archiv/wd/) finden. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus

Antwort von Sven Weisenhaus:

Guten Tag, Silvio! - - - Was meinen Sie denn mit "Wellenzeichen"? - - - Wenn Gold keinen Trendbruch hatte, wie interpretieren Sie denn dann den Verlauf in den letzten 12 Monaten? - - - Vielen Dank für Ihre Tipps. Vor etwa einem Jahr hatte ich hier im Wave Daily angegeben, dass ich von einer ca. 1 Jahr lang anheltenden Seitwärtsbewegung ausgehe. Das Jahr ist rum und es ist genau so gekommen. Ich bin also recht zufrieden mit meiner bisherigen Analyse und komme ganz gut ohne Hilfe aus. - - - Bin mir auch nicht ganz sicher, wo Sie hier den Fehler in der Analyse sehen oder woran Sie sich stören, insbesondere da die Elliott-Wellen ja hier in diesem Fall gar nicht Thema waren. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus