Gold: Blütezeit für das Krisenmetall
Dominique Braun in Investors Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 22. März 2011, 18:00 Uhr
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wo es Gewinner gibt, gibt es normalerweise auch Verlierer und was dem einen Freude bereitet, bereitet dem anderen manchmal auch Leid. Ähnlich verhält es sich auch an den Finanz- und Rohstoffmärkten. Es gibt einige Marktteilnehmer, die profitieren von steigenden Kursen, die anderen verlieren dabei. Oder auch umgekehrt: Einige profitieren von fallenden Kursen, andere verlieren aufgrund dieser Bewegung.
Derzeit ist der Alltag vieler Menschen von Elend, Leid und Ungewissheit geprägt. So schlimm es sich anhört, aber es ist wahr: Eine Ungewissheit, die das Krisenmetall Gold jüngst wieder aufblühen ließ und dies ist wahrscheinlich noch nicht zu Ende. Wir haben derzeit viele politische und wirtschaftliche Krisen, die das Krisenmetall Gold aus der Reserve locken. Nicht ohne Grund, konnte der Preis für eine Unze Gold am 7. März 2011 auf ein neues Rekordhoch, auf etwas über 1.445 Dollar, steigen. Seitdem hält sich der Goldpreis stabil und wacker bei Werten von über 1.400 Dollar pro Unze. Aber weitere neue Rekordhöchststände sind nicht unwahrscheinlich, denn Krisen gibt es derzeit leider genug.
Die Katastrophe von Japan ist stützend für den Goldpreis
Auf der einen Seite haben wir eine katastrophale Situation in Japan. Nicht nur, dass die menschlichen psychologischen Schäden wahrscheinlich für einige Menschen nicht mehr reparabel sein werden, und die direkten wirtschaftlichen Schäden durch das Erdbeben und dem Tsunami möglicherweise mehrere hunderte von Milliarden Dollar kosten werden. Auch sind die langfristigen Schäden durch die nukleare Katastrophe nur schwer abzusehen und man kann nur hoffen, dass es nicht zu einem Super-Gau kommen wird. So oder so nehmen aber wahrscheinlich neben den menschlichen Tragödien, die wirtschaftlichen Schäden ein ungeheures großes Ausmaß an, was man derzeit nicht richtig einschätzen kann. Was dies auch mittel- und langfristig für die Weltwirtschaft bedeuten wird, dies wird sich noch zeigen. Allein dies alles, was in Japan derzeit passiert, wird sich wahrscheinlich auch weiterhin stützend auf den Goldpreis auswirken.
Die Krise im Mittleren Osten stützt den Goldpreis
Auf der anderen Seite sind fast der gesamte Mittlere Osten und Nordafrika in einer neuen Krise, bei der es schwer fällt abzuschätzen, was noch alles passieren wird. Derzeit steht Libyen im Fokus, aber was passiert wenn die Situation in Ländern wie in Jemen und dann vor allem in Saudi Arabien weiter eskalieren wird? Dies alles spricht aus heutiger Sicht für einen sich weiter stärkenden Goldpreis. Hier macht das Edelmetall seinem Namen als „Krisenmetall" alle Ehre, denn die Nachfrage nach Gold als Alternativinvestment zu Anleihen und Aktien steigt derzeit, wenn auch langsam, an. Nach Aussagen eines Analysten von MF Global, sprechen vor allem die Ereignisse in Jemen und in Saudi Arabien für einen Anstieg der geopolitischen Risikoprämie bei Gold.
Haushaltsverschuldungen und inflationäre Gefahren stärken den Goldpreis
Dann darf eines nicht vergessen werden: Die weltweite Wirtschaftskrise, mit dem Fokus vor allem auf die wirtschaftliche Misere in Europa, ist noch längst nicht ausgestanden. Länder wie Griechenland, Spanien, Portugal oder auch Italien stehen nach wie vor nicht deutlich besser dar, als noch vor wenigen Monaten. Die Haushaltsverschuldung ist nach wie vor ein aktuelles Thema und ein Problem. Die wirtschaftlichen und arbeitsmarktverwandten Probleme sind nach wie vor da und können nicht weggeredet werden. Zudem wird auch weiterhin von den Zentralbanken viel Geld gedruckt und in die Märkte gepumpt, um somit so schnell wie möglich eine wirtschaftliche Erholung zu sehen. Ob dies reicht und ob dies dann aus langfristiger Sicht eine nachhaltige wirtschaftliche Besserung mit sich bringen wird, bleibt abzuwarten. Denn auch die Inflationsgefahren sind durch die intakte Gelddruckmaschine nach wie vor vorhanden. Die Unsicherheit ist weiterhin da und auch die Situation in Europa spricht für eine weitere Stärkung des Goldpreises.
Aufgrund dieser drei wesentlichen Gründe, ist es nicht unwahrscheinlich, dass kurzfristig neue Rekordhöchststände beim Edelmetall Gold gesehen werden. Erst wenn sich die Situationen nachhaltig verbessern, wird wahrscheinlich auch dann erst der Goldpreis mit deutlichen zeitweiligen Kursrückgängen reagieren.
Mit goldigen Grüßen
Dominique Braun
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