Gold bleibt stark nachgefragt
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 9. April 2010, 20:00 Uhr
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In der letzten Woche haben sich die Aktienmärkte uneinheitlich entwickelt. Der DAX konnte im Wochenvergleich um 0,2% zulegen. Dagegen gab der Nikkei im Vergleich zur Vorwoche um rund 0,7% ab. Auch der Shanghai Composite Index gab gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche rund 1,2% ab. Der Dow Jones notiert aktuell mit mit 0,4% im Plus.
Konjunkturdaten
Wie das Bundeswirtschaftsministerium bekannt gab erweisen sich die Auftragseingänge der deutschen Industrie im Februar als unverändert gegenüber dem Vormonat. Das Statistische Bundesamt gab überdies bekannt, dass der deutsche Außenhandelsüberschuss im Februar weiter gewachsen ist. Zudem hat das Verarbeitende Gewerbe ein stärkeres Umsatzwachstum erzielt.
Eurostat zufolge stagnierte die Wirtschaft der Eurozone im 4.Quartal 2009. Das BIP hat sich gegenüber dem 3.Quartal, als ein Wachstum von 0,4% ausgewiesen wurde, nicht verändert. Eine hohe Arbeitslosigkeit lässt die Ausgaben der Privathaushalte stagnieren, während die Regierungsausgaben um 0,1% gesunken sind. Dagegen stiegen allerdings die Exporte um 1,9% stärker als erwartet.
In den USA stand in dieser Woche erneut das FOMC-Meeting im Fokus. Die US-Notenbank FED gibt nach wie vor keinen konkreten Zeitraum für die Dauer der Nullzinspolitik an. Eine Entscheidung über eine Abkehr von der Nullzinspolitik werde man von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig machen. Die OECD prognostiziert für die USA im ersten Halbjahr 2010 ein höheres Wirtschaftswachstum als für Japan und die drei größten Euroländer. Die Organisation erwartet für das 1.Quartal 2010 ein Wachstum von 2,4% und für das 2. Quartal 2,3%.
Sowohl die EZB als auch die Bank of England haben ihre jeweiliges Zinsniveau unverändert bei 1,0% bzw. 0,5% belassen. Ebenso die Bank of Japan, die ihren Zinssatz unverändert bei 0,1% belässt.
Aus Japan wurde gemeldet, dass der Index der Frühindikatoren im Februar gestiegen ist. Der Index stieg von 96,6 Punkten im Januar bis auf 97,9 Punkte im Februar. Wie das japanische Finanzministerium mitteilte, habe sich der Leistungsbilanzüberschuss im Februar erhöht, während sich Handelsbilanzüberschuss reduziert habe. Zudem wurde für Februar ein Rückgang der Auftragseingänge im Maschinenbau, in der Kernberechnung um 5,4% gegenüber dem Vormonat, gemeldet.
Aus China teilte die nationale Statistikbehörde mit, dass sich das chinesische Geschäftsklima verbessert habe. Der entsprechende Index stieg um 7,8 auf 135,5 Punkte.
Griechenlands Probleme rückten in dieser Woche erneut in den Fokus
Griechenland, das schon in der vergangenen Woche beim Anleihenverkauf enttäuschte (Am vergangenen Dienstag hatte das Land überraschend angekündigt, eine im Jahr 2002 begebene Anleihe (Kupon 5,9% Fälligkeit 2022) um bis zu 1 Milliarde Euro aufstocken zu wollen. Doch das Ergebnis war mehr als enttäuschend: Griechenland schaffte es lediglich Papiere im Wert von 390 Millionen Euro zu verkaufen. Damit hat sich das Land nun zwar gerade noch über den April gerettet, doch bis Ende Mai müssen weitere 11,6 Milliarden Euro aufgenommen werden.), rückt nun wieder verstärkt in den Misstrauensfokus der Marktteilnehmer. Kapitalflucht der Griechen und die Uneinigkeit der EU-Mitgliedsstaaten tun ihr Übriges. Hatte sich der Markt zunächst noch über die EU/IWF-Hilfsmöglichkeiten gefreut, kommen nun neue Sorgen auf, in Bezug auf die tatsächliche Effektivität des Sicherheitsnetzes. Nach wie vor sind sich die EU-Mitgliedsstaaten nicht einig, wie genau denn eine mögliche konkrete Hilfe aussehen könnte. Während die Deutschen den Griechen einen möglichen Kredit nur zu Marktkonditionen bieten wollen, plädieren andere EU-Staaten für einen Discount.
Tatsächlich aber stellen die aktuellen Marktkonditionen das größte Hindernis für die Griechen dar. Mittlerweile ist der Vertrauensschwund so groß, dass ein massiver Abverkauf griechischer Staatsanleihen die Risikoaufschläge auf neue Höchststände getrieben hat. Die Renditen für 10-jährige griechische Staatsanleihen stiegen bis auf 7,3% - der höchste Stand seit 1998.
Am Freitag gab es dann Gerüchte über eine mögliche Einigung der EU-Mitglieder bezüglich der Ausarbeitung eines Rettungspaketes, was für ein wenig Entspannung bei den Renditen für griechische Anleihen sorgte, aber zugleich die deutschen Anleihen unter Druck gebracht hatte.
Währungen
Der Euro bewegt sich nach wir vor gänzlich entlang der Misstrauenskurve. EUR/USD fiel von über 1,3520 zu Beginn der Woche bis auf 1,3281 im Tief am Donnerstag, kann sich aber am Freitag angesichts der Rettungsgerüchte wieder erholen und notiert aktuell bei 1,3471.
Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Energie
Die Ölpreise zeigen sich weiterhin schwankungsanfällig und notieren in dieser Woche zunächst wieder in deutlicher Korrelation zur EUR/USD-Entwicklung, bis am Freitag verstärkt fundamentale Begründungen Einzug halten.
WTI zur Lieferung im Mai gab bis zur Wochenmitte hin rund 2 US-Dollar ab und notierte am Donnerstag zeitweilig unter 85 US-Dollar pro Barrel bis ein schwächerer US-Dollar und freundliche Vorgaben durch die Aktienmärkte eine zwischenzeitliche Erholung bis über 86 US-Dollar forcieren. Dann allerdings muss der Ölpreis wieder abgeben und notiert mittlerweile wieder deutlich unter 85 US-Dollar pro Barrel.
Nach wie vor ist der Ölmarkt mehr als gut versorgt. Dem US-Energieministerium zufolge sind die US-Rohölbestände in der vergangenen Woche um 1,98 Millionen Barrel auf 356,2 Millionen Barrel gestiegen - und liegen damit rund 7,1 % über dem 5-Jahres-Durchschnitt. Dagegen ist die US-Kraftstoffnachfrage um 0,6% auf 18,9 Millionen Barrel gesunken in der letzten Woche.
WTI zur Lieferung im Mai notiert aktuell bei 84,40 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im Mai notiert aktuell bei 84,23 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Metalle
Edelmetalle
Insbesondere der Goldpreis erhält im Angesicht der Unsicherheit in Bezug auf die Verschuldungslage der Staaten (was die Griechenland-Problematik nur allzu deutlich aufzeigt) deutliche Unterstützung. Anleger nehmen Rohstoffanlagen allgemein, aber den altbewährten Safe Haven der Edelmetalle und vor allem des Goldes verstärkt als Absicherung wahr.
In Euro hat der Goldpreis in dieser Woche bereits wieder ein neues Allzeithoch bei 863 Euro pro Unze erreicht. In USD wurde ein neues Jahreshoch bei 1.156 US-Dollar pro Unze markiert.
Der größte Goldfonds SPDR Gold Trust verzeichnete gestern einen Zufluss von 10 Tonnen und erreichte ein neues Rekordniveau bei über 1.400 Tonnen Gold - dieses Niveau liegt rund 6 Tonnen über dem bisherigen Höchststand.
Gold in USD notiert aktuell bei 1.159 US-Dollar pro Feinunze in New York. Gold in Euro notiert aktuell bei 861 Euro pro Feinunze. Der London Gold Fix PM wurde heute bei 1.152,50 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt.
Basismetalle
Auch die Industriemetallpreise können sich im Vergleich zur Vorwoche relativ stabil behaupten. Auch hier wirkt die Vorgabe durch freundlichere Aktienmärkte und generell die positivere Stimmung an den Rohstoffmärkten unterstützend. Konjunkturoptimismus, insbesondere im Hinblick auf China, aber auch deutlichere Erholungserwartungen an die USA tun ihr Übriges.
Konjunkturmetall Kupfer notiert aktuell bei 3,57 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.