Gold – bewährtes Mittel der Werterhaltung
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 9. September 2008, 20:00 Uhr
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Liebe Leser,
mehr als einmal habe ich über das Phänomen, welches ich für mich als Konsens des Glaubens" im Markt bezeichne geschrieben.
Ich finde das nicht verkehrt. Natürlich unterliegt ein Markt auch den Gesetzen des Marktes von Angebot und Nachfrage, natürlich finden sich in einem Markt fundamentale Überlegungen ein - dennoch, Entscheidungen die Menschen treffen, haben immer auch mit Gefühlen zu tun. Oder besser gesagt mit einer dadurch generierten Meinung, oder wie ich es eben gerne ausdrücke mit einem bestimmten Glauben an ein bestimmtes Szenario.
Wie auch immer...woran glaubt der Konsens des Marktes gegenwärtig? Ich sage Konsens, denn auch im Markt gibt es verschiedene Glaubensrichtungen". ;-)
An einen starken US-Dollar?! An eine Verlagerung der US-Krise" in Richtung Europa und dem Rest der Welt?! Mit Verstärkungseffekt?! An einen Rückgang der Ölpreise?!
Zum Teil wohl schon, doch das muss nicht immer so bleiben, denn der Markt wechselt bisweilen seine Glaubensrichtung" wie seine Unterhosen.
Ich sage Ihnen woran ich stattdessen glaube": an Gold.
Ja, Gold das altbewährte Hausmittelchen der Werterhaltung. Gold, das zu allen Zeiten als liquider Ersatz einer Papiergeldwährung im Tauschhandel gilt.
Warum ich an Gold glaube? Weil es der Rest der Menschheit auch tut und schon immer getan hat. Und das obwohl gerade US-Dollar-Stärke und Ölpreisrückgang auf den Goldpreis drücken. Und obwohl ich im Angesicht des gerade vorherrschenden Glaubens auch einen weiteren Preisrückgang in Richtung der 750 US-Dollar pro Unze nicht ausschließen würde.
Wen ich mir aber bewusst mache, dass es nicht auf kurzfristige Preisausschläge (nach unten oder nach oben) ankommt, sondern viel eher darauf, etwas in Händen zu halten, dass immer und überall auf der Welt an Wert besitzt, dann muss ich mir bewusst machen, dass Gold zu halten die beste Strategie ist. Und auch, dass Gold zu einem Preis zu kaufen, den ich für günstig erachte ebenfalls keine schlechte Strategie sein kann. Natürlich bin ich kein Hellseher und weiß dementsprechend genauso wenig wie jeder andere, wo im Hinblick auf die kommenden Jahre nun endlich das günstigste Preislevel zu finden sein wird. Das absolute Tief zu erwischen dürfte ohnehin nur den Wenigsten gelingen.
Dennoch muss ich sagen, dass sich ein wenig physisches Gold in der Tasche" ganz gut anfühlt. Trotz Preisrückgängen...
Dieses Gefühl ist ähnlich wie bei Warren Buffet und seinen Hamburgern. Kürzlich las ich in einem interessanten Artikel folgendes: Die lebende Legende soll einst geschrieben haben, dass er sich frage warum die Leute nur glücklich seien, wenn am Aktienmarkt Höchststände erreicht werden und betrübt wenn der Markt weiter unten läge, denn eigentlich sollte es doch anders herum sein. Buffet untermalte die These mit folgender Frage: Wenn Sie ihr ganzes Leben lang nur Hamburger essen, wären Ihnen dann hohe oder tiefe Hamburgerpreise lieber? Natürlich würden Sie niedrige Preise vorziehen, weil Sie dann die Kaufkraft ihrer Währung maximieren.
Der Autor des Artikels, James Turk, schlug dann ebenfalls einen Bogen zu den Edelmetallen.
Mein Gefühl sagt mir, dass er Recht hat: Je niedriger der Preis, desto mehr Gold bekomme ich schließlich für meine Papiergeldwährung.
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