Gold als Schutz vor ausufernder Inflation
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 11. März 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Da die Regierungsvertreter nicht aus den Schulden herauswachsen können... werden sie wohl versuchen, über Inflation da raus zu kommen.
Das Problem ist, zum einen... dass die Zentralbanker die Inflation nicht wirklich begreifen. Sie können die Menge des Geldes bestimmen, die als Basis bei der Zentralbank liegt. Aber sie haben nicht wirklich in der Hand, was als nächstes damit passiert.
Lange Zeit müssen die Preise nicht unbedingt darauf reagieren... denn in einer Krise verlangsamt sich die Beweglichkeit des Geldes auf Kriechgeschwindigkeit. Die Banken verleihen kein Geld. Das Geld kommt nicht rum... und es fließt nicht in die Verbraucherpreise. Und dann stellen die Menschen plötzlich fest, dass die Dollar an Wert verlieren... plötzlich sind sie eifrig darum bemüht, sie auf den Weg zu schicken. Die Beweglichkeit des Geldes verbessert sich - und das schnell. Es ist, als hätte man Geld in einen Teilchenbeschleuniger gesteckt. Anstelle einer Inflation von 6% steigt der Verbraucherpreisindex dann plötzlich auf 12%... oder 25% oder sogar 100%.
Ein weiteres Problem sind die Anleihenwächter". Sie können sich sicher noch an sie erinnern. Es sind diejenigen, die Bill Clinton so sehr überrascht haben, dass er sagte, er wolle nach seinem Tod als Anleihentrader wiedergeboren werden. Denn diese Jungs sind es, die die wahre Macht haben, so stellte er fest.
Amerika wird zusätzlich 1,6 Billionen Dollar in diesem Jahr leihen: und dann wird man noch über die kommenden Jahre weiterhin mehr al seine Billion Dollar im Jahr leihen. Es gibt keine Überschüsse - nirgends - in den plausiblen Haushaltsprognosen.
Aber was werden die Anleihenwächter davon halten? Was ist, wenn sie erkennen, dass die Inflation steigt? Was wäre, wenn sie nicht länger ihr Geld verleihen wollten. Was wäre, wenn die Erträge auf Anleihen über zehn Jahre (die steigen, wenn der Anleihenpreis fällt) auf 5% oder auf mehr als 15% steigen, so wie es in den frühen Achtzigern der Fall gewesen ist.
Dann werden wir es nicht mit einer deflationären Krise zu tun haben, sondern mit einer inflationären Krise. Wie sich das entwickeln wird, liegt noch außerhalb des Blickfeldes des heutigen Beitrags. Abgesehen davon weiß ich es auch nicht. Aber eine Sache ist absolut sicher. Gold wird steigen.
Gold ist das, was die Leute kaufen, wenn sie befürchten, dass es im Geldsystem zu einer Krise kommt. Da der Tag der Abrechnung immer näher rückt, wird Gold von einem Mittel, mit dem man sein Vermögen bewahrt, zu einem Schutz gegen Inflation und/oder gegen eine monetäre Krise werden... und dann zu einem spekulativen Spiel werden.
Momentan sieht man in Amerika überall Werbungen für Unternehmen, die anbieten, dass sie einem das Gold abkaufen - und dafür Papiergeld hergeben. Die Öffentlichkeit hat keine Ahnung, wenn sie wüsste, was auf sie zukommt. Wenn sie es wüsste, dann würde sie an jedem bisschen Gold, das sie noch hat, festhalten wollen.
Irgendwann wird man Werbeplakate mit einer umgekehrten Botschaft sehen. Unternehmen werden versuchen, ihr Gold zu verkaufen - zu Preisen, die deutlich über den aktuellen Preisen liegen. Dann werden einem die Taxifahrer Tipps geben, bei welchem Münzpräger man am besten Aktien hat... und der Friseur wird eine Meinung dazu haben, welche Goldmünzen die besten sind.
Wenn es dazu kommt, dann werde ich daran denken müssen, zu verkaufen. Aber das ist noch weit in der Zukunft.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Gerhard Spannbauer (11.03. 2010 14:56 Uhr):
Das sind interessante Worte. Wir werden sehen was die Zukunft bringt. Auf jeden Fall kann man Gold nicht essen, also sollte man auch daran denken, dass noch andere Güter von Bedeutung sein werden.
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