Glencore und Xstrate: Entsteht ein neuer Rohstoffgigant?
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Rohstoffe
vom 3. Februar 2012, 17:00 Uhr
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weiterhin streben die Märkte trotz ihres überkauften Zustands nach oben. Noch ist nicht jeder Widerstand geknackt, doch so langsam wird einer nach dem anderen auf dem Weg nach Norden pulverisiert. Während die Umsätze weiterhin zeigen, dass die Anleger sich nur nach und nach (vor allem bei den Institutionellen aufgrund der Outperformance ihrer Benchmarks gezwungenermaßen) zu einem Einstieg verleiten lassen, treiben die Bären mit ihren Glattstellungen von Shortpositionen die Rallye immer weiter an. So auch heute Nachmittag, als die neuesten Daten zum US-Arbeitsmarkt bekannt gegeben wurden: Saisonbereinigt 243.000 neue Stellen sind eine Hausnummer, zudem sank die US-Arbeitslosenquote auf 12,9 Millionen auf den niedrigsten Stand seit immerhin drei Jahren!
Dass die Stimmung wieder positiver wird, zeigen auch folgende zwei herausragende Nachrichten:
Facebook bringt seinen Börsengang auf die Beine. Angesichts des riesigen Volumens braucht Mark Zuckerberg dazu ein halbwegs optimistisches Börsenumfeld, wie es derzeit zum ersten Mal seit Monaten wieder gegeben ist. Ob die Neuemission dieser Aktie nicht nur für Zuckerberg, sondern auch für die künftigen Aktionäre ein Gewinn werden wird, wage ich derzeit nicht zu beurteilen. Dazu sind noch zu viele Details nicht bekannt. Doch für ein entsprechendes Medienereignis wird allein schon die Größe der erwarteten Platzierung sorgen.
Glencore und Xstrata wollen fusionieren
Der Schweizer Minengigant Xstrata bestätigte, dass Gespräche mit dem weltgrößten Rohstoffhändler Glencore über einen Zusammenschluss intensiviert werden. Glencore legte 2011 einen spektakulären Börsengang aufs Parkett. Schon damals galt als einer der Gründe, dass Glencore als börsengelistete Firma besser Übernahmen stemmen kann, wie ich Ihnen berichtet hatte.
Die beiden Schweizer Schwergewichte sind schon seit langem eng verbunden. Erst vor einigen Jahren waren die Konzerne aufgespalten worden, als Xstrata von Glencore für über zwei Mrd. USD Minen in Südafrika und Australien gekauft hatte. Xstrata war kurz danach bereits an die Börse gegangen. Dennoch hält Glencore dadurch immer noch einen Anteil von 34 Prozent an dem Minengiganten. Es soll wohl aber nicht zu einer Übernahme kommen, sondern eher zu einem Zusammenschluss unter Gleichen. Der Wert des neuen Konzerns würde dann bei rund 80 Mrd. USD liegen. Synergien sollen laut Analysten eine Einsparung von 700 bis 1.000 Mio. USD abwerfen. Zudem würde das riesige Unternehmen seine Marktmacht erhöhen können. Es wäre der weltgrößte Exporteur von Kraftwerkskohle und Zink sowie der drittgrößte Kupferproduzent.
Kaufsignal bei beiden Aktien, aber ...
Angesichts der Neuigkeiten haben beide Aktien charttechnisch gesehen ein neues Kaufsignal erzeugt. Interessanter als Glencore erscheint mir für einen entsprechenden Trade die Aktie von Xstrata. Denn um deren Aktionäre für die Fusion gewogen zu stimmen, wird Glencore vermutlich noch einiges Entgegenkommen zeigen müssen, was dem Kurs von Xstrata ein Plus von 20-30% verschaffen könnte. Einen Bieterwettkampf erwarte ich nicht.
... wirkliches Potenzial bieten die Juniors als nächstes Übernahmeziel!
Spannender jedoch erscheint mir die Spekulation auf weitere Übernahmen. Denn der neue Konzern wird voraussichtlich im Eisenerzbereich expandieren wollen, um ein wirkliches Gegengewicht zu den drei Giganten BHP Billiton, Rio Tinto und Vale zu schaffen, die bisher den Eisenerzmarkt zu rund 70% beherrschen. Besonders die mittelgroßen Eisenproduzenten Australiens oder Entwickler großer Minen könnten ins Visier der Schweizer geraten. Wir dürfen uns also auch im Jahr 2012 wieder auf neue Rekorde aus dem Bereich der Zusammenschlüsse und Übernahmen freuen, nachdem 2011 mit 98 Mrd. USD Umfang bereits das beste Jahr seit 2007 war.
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