Glencore: Der Börsengang des Jahres 2011
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 11. Mai 2011, 17:00 Uhr
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nicht nur Unternehmenszusammenschlüsse und Übernahmen sind in jüngster Zeit fast schon an der Tagesordnung. Auch bei der Zeichnung von Neuemissionen sitzt das Geld der Investoren inzwischen wieder relativ locker. Kein Wunder, die Märkte schwimmen nach wie vor in Liquidität dank niedriger Zinsen und Stützungsmaßnahmen der Notenbanken. Da gibt es mittelfristig wenig Alternativen zu Aktien und Rohstoffen.
Sie haben es vielleicht schon in der Tagespresse gelesen: In den kommenden Wochen blüht uns eine riesige Neuemission. Der nun anstehende Börsengang des Schweizer integrierten Rohstoffhändlers Glencore besitzt eine Dimension, wie sie der Markt schon lange nicht mehr gesehen hat.
Sie haben zuvor noch nie von dieser Firma gehört? Keine Sorge, das ist keine Bildungslücke, sondern gehört zum verschwiegenen Geschäftsmodell des Unternehmens. Dabei handelt es sich um ein absolutes Schwergewicht mit einer Marktkapitalisierung von beim mittleren Emisssionspreis 61 Mrd. USD nach dem Börsengang. Der Umsatz liegt mit 145 Mrd. USD über dem von Schweizer Konzernen wie Novartis oder Nestlé. Nach eigenen Angaben kontrolliert Glencore 60% des weltweiten Zinkmarktes, 50% des Kupfermarktes, 45% des Bleimarktes, 33% des Kohlehandels, über 33% des Aluminiumumsatzes, 9% des Getreidemarktes und 3% des Ölhandels. Dennoch laufen die meisten Transaktionen unter dem Mantel der Verschwiegenheit ab. So ist es bei Rohstoffhändlern üblich, denn keiner will die Konkurrenz auf seine Fährte locken.
Glencore ist der größte Rohstoffhändler der Welt. Der integrierte Konzern betreibt aber auch selbst eine Tankerflotte, Verladeterminals, viele Minen und hält einen Anteil von 34 Prozent am Schweizer Produzenten Xstrata. Eine komplette Übernahme oder ein Zusammenschluss ist schon länger beabsichtigt. Die Großaktionäre der Braut wollen dem jedoch nur zustimmen, wenn Glencore selbst an der Börse notiert ist. Wichtig wird dafür natürlich auch die aus dem Börsengang gewonnene Liquidität werden, denn Xstrata ist selbst ein Schwergewicht.