Gipfelsturm am Aktienmarkt – Deutschlands Privatanleger stehen draußen
Georg Pröbstl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 04. Juni 2007 17:00 Uhr
ENL5454
Lieber Leser,
zum zweiten mal seit mehr als 7 Jahren kletterte der DAX heute zwischenzeitlich über die 8000-Punkte-Marke. Konkret notierte der Index heute Vormittag um 10.15 Uhr bei 8010,39 Zählern – der höchste Stand seit dem 28. März 2000. Bis zum Allzeithoch vom 7. März 2000 bei 8136,16 Punkten fehlten damit nur noch lächerliche 1,6 Prozent. Insgesamt notierte der DAX mit dem heutigen Zwischenspurt zum 9ten mal an einem Tag über der 8000-Punkte-Grenze.
Eigentlich bin ich ziemlich sicher, dass der Index die alte Bestmarke bald knacken wird. Das konjunkturelle Umfeld ist gut, die Konsumlaune der Bundesbürger kommt langsam wieder zurück, die Situation am Arbeitsmarkt bessert sich zusehends. Und ganz wichtig: Die Bewertung der Aktien ist noch moderat.
Nehmen Sie als Paradebeispiel für Übertreibungen einfach eine Deutsche Telekom. In der März-Euphorie 2000 kostete die T-Aktie 104,90 Euro. Auf Basis des 1999er-Gewinns des Bonner Telefonkonzerns von 0,53 Euro je Aktie war das ein KGV von 197,9! Kein Unternehmen der Welt ist natürlich das 198fache seines Gewinns wert. Was passierte ist bekannt. Die T-Aktie wurde durch massiven Kursverfall in vernüntige Bewertungsdimensionen eingedampft.
Auch wenn viele Auguren aktuell, seit Wochen, seit Monaten, vor Korrektur und möglichem Crash am Markt warnen: Heute, im Moment, sind wir von solchen Übertreibungen a la 2000 auch nach dem jüngsten Kursspurt noch Lichtjahre entfernt. Bleiben wir beim Beispiel Telekom. Bei einem Gewinn je Aktie von 0,74 Euro in 2006 kommt der Telefonkonzern aktuell auf ein 2006er-KGV von 19,3 – ein Zehntel der Bewertung von März 2000!
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