Gibt es Indikatoren, welche die Elliott-Wellen sinnvoll ergänzen?
Robert Schröder in Wave Daily
vom 17. Februar 2009, 13:00 Uhr
ENL5462
Guten Tag liebe Leser,
wie Sie wissen bin ich Elliott-Waver und analysiere die Märkte nach den Elliott-Wellen.
Die Ergebnisse dieser Arbeit können Sie u.a. in Wave Daily und WavesWeekly lesen.
Doch nicht immer verlasse ich mich nur rein auf die Elliott-Wellen.
Nämlich immer dann, wenn die Wellenkonstellation nicht ganz so eindeutig ist.
Zum Einen behelfe ich mir dann mit dem RSI.
Der Relative Strength Index (RSI) ist ein Oszillator aus der klassischen Charttechnik, der in einer festen Spanne (theoretisch 0 - 100, praktisch so etwa 10 - 90) pendelt.
Vorallem bei positiven und negativen RSI-Divergenzen ist sinnvoll sich diesen Indikator genauer anzuschauen.
Negative Divergenzen entstehen, wenn der RSI mit steigenden Kursen des Basiswertes (Indices, Aktien oder Währungspaare) nicht mithalten kann und zurückbleibt.
Geschieht das, ist Vorsicht angesagt! Ein Verkaufsignal steht kurz bevor.
Umgekehrt liefern positive Divergenzen im RSI ein Kaufsignal. Das passiert immer dann, wenn der RSI nicht mit fallenden Kursen im gleichem Maße fällt.
Zum Anderen ist das Handelsvolumen sehr wichtig.
Es zeigt an, wie viele Marktteilnehmer im Markt aktiv sind.
Gerade in steigenden Börsenphasen ist es entscheidend, ob das Volumen mit den Kursen mithalten kann oder nicht.
Ist dem nicht so, deutet das auf eine Kurs/Volumen-Divergenz hin. Sie können dann mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass
an der Aufwärtsbewegung etwas faul ist.
So gehsehen zum Beispiel in den vier Bärenmarktrallies im Dax seit Oktober 2008.
RSI und Handelsvolumen lassen sich sehr gut in kurzfristige Analysen einbauen.
Weiter geht's mit dem Sentiment.
Dieses ist ein Stimmungsindikator, der u.a die Markterwartung, das Anlegervertrauen, die Investitionbereitschaft, den Investitionsgrad und die Investitionsquote misst und daraus eine Kurve berechnet.
Ist die Stimmung (bei Haussen) zu gut, steht eine mittelfristige Wende vermutlich kurz bevor.
Ist die Stimmung hingegen in Baissen sehr schlecht, findet sich dann vielleicht ein Boden und die Trendwende ist sehr nahe.
Das Sentiment eignet sich für mittelfristige Analysen, da es doch relativ schwerfällig ist und ggf. auch nur einmal wöchentlich berechnet wird.
Zu guter Letzt der Titelblatt-Indikator.
Gemeint ist damit, wenn viele Börsenmagazine auffallend oft und reißerisch über ein Thema berichten.
Beispiel Neuer Markt im Jahr 2000: "Wie auch Sie jetzt schnell mit Internetaktien reich werden" oder " Gold über 1.000 US$! Jetzt einsteigen!".
Bei einem Boom in welchem Markt auch immer, kommt es oft vor, dass auch Magazine, die im Grunde nichts mit Börse zu tun haben (z.B. Bild oder Bunte) plötzlich plakativ auf die ach so großen Gewinnchancen an am Kapitalmarkt hinweisen.
Äußerste Vorsicht! Das Ende des Booms ist steht kurz vor der Tür. Verkaufen Sie alles oder eröffnen Sie entsprechende Positionen für die Gegenrichtung. Es kann jeder Zeit kippen.
Der Titelblatt-Indikator ist, da es sich um Printmedien handelt, eher in eine Langfristanalyse einzubinden.
Ich würde mich nie und nimmer auf einen einzigen Indikator allein verlassen.
Die Mischung macht es eben! Die vorgestellten Indikatoren muss man dosiert und zum richtigen Zeitpunkt anschauen und die Analysen mit einbeziehen. In Kombination mit den Elliott-Wellen ergeben sich teilweise perfekte Ein- und Ausstiege.
PS: Vor wenigen Tagen habe ich meinen Lesern in WavesWeekly eine Empfehlung zu einer MDax-Aktie gegeben.
Diese zeigt sowohl eine RSI-Divergenz, also auch eine Kurs/Volumen-Divergenz. Außerdem sieht Wellenformation äußerst negativ aus.
Um welche Aktie es sich handel, wieviel Potenzial sie hat, wo genau das Kursziel liegt und wie Sie davon profitieren können, erfahren Sie in Ihrer unverbindlichen und kostenlosen 30 tägigen Test-Phase.
ähnliche Beiträge:
- EUR/JPY - Elliott-Wellen - Langfristig auf- oder abwärts?
- Elliott Wave Grundlagen
- Das Elliott-Wellen-Prinzip - Grundmuster
- Elliott-Wellen-Analyse - Zwei Szenarien denkbar
- Elliott-Wellen-Analyse zum Ölpreis - Das zweite Szenario
- Grundlagen der Elliott-Wellen-Theorie - und Kritik
- Gold - Elliott-Wellen-Analyse
- Rohstoffe aus Elliott-Wellen Sichtweise
- Elliott-Wellen-Analyse S&P 500 – Bullischer Keil?
Artikel weiterempfehlen