Gewitterwolken
Axel Retz in DAX Daily
vom 05. März 2007 08:30 Uhr
ENL5454
Dax, MDax und SDax im technischen Überblick
MDax: Auf Unterstützung angelangt
Mitten in den Jubel über die gerade erst bezwungene 10.000er Marke platzte beim MDax die Bombe: Die Kurse verloren binnen einer Woche so viel wie seit Jahren nicht mehr, die Umsätze explodierten auf ein Allzeithoch.
Hier lediglich von „Gewinnmitnahmen" zu sprechen, erscheint etwas voreilig. Denn die Aktien wurden regelrecht auf das Parkett geschüttet.
Charttechnisch ist es dem MDax (der übrigens ein deutlich höheres Kurs/Gewinnverhältnis aufweist als der Dax) dennoch gelungen, die abgelaufene Woche auf der Juni 2006-Aufwärtsgeraden zu beenden. Geht es weiter nach unten (und das dürfte es heute), wird diese Unterstützung durchbrochen. Nächstes Kursziel dann: 9.000 Punkte.
Wer seine Stopps noch nicht platziert hat, sollte das nachholen. In meinem Börsendienst DAX PROFITS gehe ich allerdings einen anderen Weg!
SDAX: Kursrutsch auch hier
Ähnlich wie beim MDax sieht es auch beim SDax aus: Dem neuen Allzeithoch folgt der schärfste Kurseinbruch seit Jahren. Und auch hier achten Sie bitte insbesondere auf die Umsätze. Verglichen mit der Woche des damaligen Allzeithochs der Börsen Anfang 2000 haben sie sich in der vergangenen Woche mehr als verzwölffacht.
Ähnlich wie beim MDax hat auch der Trendfolge-Indikator MACD im Wochenchart nun eine kleine „Spitzkehre" nach unten vollzogen. Zuletzt haben wir so etwas beim Start der Mai/Juni-Korrektur des vergangenen Jahres gesehen.
Auch hier gilt also: Wer immer noch ohne Stopps unterwegs ist, sollte seine Strategie überdenken!
DAX: Der erste – von hinten
Chart- und markttechnisch betrachtet, bleibt es beim Dax beim Bild der Vorwochen: Der Index ist aus diesem Blickwinkel bereits einen Schritt weiter als MDax und SDax:
Mit dem Rückfall in den März 2003-Aufwärtstrendkanal hat der Index seinen vorwitzigen Ausflug nach oben beendet und gleichzeitig auch die steile Juli 2006-Aufwärtstrendgerade preisgeben müssen.
Auch hier haben wir die größte Minuswoche seit Jahren zu verzeichnen – und extrem hohe Umsätze.
Hinzu kommt, dass der Trendfolge-Indikator MACD beim Dax bereits unter seine Triggerlinie gefallen ist, also ein Verkaufssignal gegeben hat.
FAZIT UND EMPFEHLUNG: Langfristig orientierte Anleger, die noch auf der Kaufseite engagiert sind, sollten ihre Stopps überdenken. Das langfristige Ziel der oberen Begrenzung des März 2003-Aufwärtstrendkanals wurde knapp überschritten, die Kurse sind nun aber wieder in diesen Trendkanal zurückgefallen.
Auf Sicht ist hier formal charttechnisch mit einer Fortsetzung der Korrektur zu rechnen, da der Dax am Donnerstag unter seine Juli-Aufwärtstrendgerade gefallen ist,
An diesem Tag schrieb ich: „Kurzfristiger ausgerichtete Anleger haben die seltene Chance, sich jetzt mit jeder Art von hebelstarkem Trade ordentlich die Finger zu verbrennen. Die Märkte haben an Volatilität gewonnen. Und blitzschnelle Kursexzesse in beide Richtungen können Stopps und/oder K.O.-Schwellen von Hebelzertifikaten hinwegfegen und Ihr Kapital verbrennen, bevor es dann vielleicht in die von Ihnen erwartete Richtung geht." Wer hier einsteigt, muss wissen, das er neben extremen Chancen auch mit einem Totalverlusrtisiko spielt.
Kurzfristige Widerstände: 6.830, 6.920, 7.040
Kurzfristige Unterstützungen: 6.600, 6.160/6.200
Bis morgen!
Axel Retz


