Gewinnwarnungen
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 7. September 2011, 08:30 Uhr
ENL5454
allmählich rückt die nächste Quartalszahlensaison näher. Im Vorfeld kommt es vermehrt zu Gewinnwarnungen von Unternehmen, die den Markt belasten. So gestern beispielsweise der US-Chiphersteller Altera. Die ursprüngliche Prognose von einem Wachstum von 2 bis 6 Prozent hat das Unternehmen auf eine Range von minus 3 Prozent bis plus 1 Prozent gegenüber dem Vorquartal nach unten korrigiert. Die aktuellen Konsensschätzungen der Analysten gehen für das dritte Quartal noch von einem Wachstum von 4 Prozent gegenüber dem Vorquartal aus. Sie fallen damit deutlich zu optimistisch aus.
Das Unternehmen führt das geringere Wachstum auf eine schwächere Nachfrage in einigen Absatzmärkten zurück, insbesondere außerhalb von Asien. Eine ähnliche Gewinnwarnung gab gestern auch der Konkurrent Fairchild Semiconductor ab. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die „Großen" Intel und AMD und auch deutsche Chipunternehmen wie Infineon oder Aixtron warnen müssen, wird doch die Branche häufig zuerst von einem zyklischen Abschwung betroffen. Ähnlich wie die Transportunternehmen, danach die Grundstoff- und die Konsumwerte.
Sollten die einbrechenden Konjunkturdaten allmählich auf die Unternehmensbilanzen durchschlagen, wovon ich stark ausgehe, werden die nächsten Monate den Aktienkursen nicht besonders gut bekommen. Noch sind die Gewinnschätzungen der Analysten zu optimistisch und Gewinneinbrüche nicht vollständig in den Kursen verarbeitet. Das zeigen die teils heftigen Reaktionen auf Gewinnwarnungen. Jüngstes Beispiel gestern: Bayer. Ein Markt, der einen Boden gefunden hat, verhält sich anders. Vorsicht also mit dem Griff ins immer noch fallende Messer. Vermeintliche „Schnäppchen" können auch noch billiger werden, sehr viel billiger.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Werner Bläser (07.09. 2011 12:10 Uhr):
"Einbrechende" Konjunkturdaten sehen wohl so aus wie die deutsche Industrieproduktion von plus 4% im Juli? Wie eben gemeldet.
Antworten - Kommentar von Werner Bläser (07.09. 2011 15:03 Uhr):
Gerade eben: die US-Einzelhandelsumsätze. Wenn Rezession so aussieht, dann kann man damit leben.
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