Gewinne mit 4,9 % Umdrehung
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 04. Januar 2005 12:00 Uhr
ENL5454
Ich bin gerade etwas im Stress ... muss einen Flug bekommen (werde berichten). Deshalb diesmal ein Artikel, den ich bereits im "Trader's Daily" gebracht habe ... natürlich auf den neuesten Stand gebracht (sozusagen ein Update):
Direkt zu einer Aktie, die mir ganz einfach gefällt: Die chinesische Tsingtao Brewery. Ich hatte Ihnen diesen Titel – das Unternehmen braut in China unter anderem das sogenannte "Schlappner-Beer" – bereits vorgestellt. Zunächst ein Nachtrag zum "Schlappner-Beer", denn da hat mich der Leser Frank G. aus Bonn darauf hingewiesen, dass es nicht nur Schlappner-Bier, sondern auch einen Schlappner-Hut gibt. Benannt nach Klaus Schlappner, Anfang/Mitte der 1980er Trainer von Waldhof Mannheim. Unter den Spielern, die er trainierte (den sogenannten "Waldhofbuben") befand sich übrigens auch ein junger Abwehrspieler, der später zu einem Weltstar und – meister wurde: Jürgen "Kokser" Kohler.
Das war aber ganz bestimmt nicht der Grund dafür, dass die Chinesen ihr Bier nach Klaus Schlappner benannt haben – sondern die Tatsache, dass er auch Trainer der chinesischen Nationalmannschaft war. Und zumindest beim chinesischen Oktoberfest in Qingdao (neuer Name von Tsingtao) – das im Juli stattfindet – kennt man seinen Namen.
Derzeit befindet sich der Titel in einer engen Trading-Range zwischen 0,70 und 0,80 Euro. Die können Sie durchaus ausreizen! Das heißt: Am unteren Ende der Range kaufen, am oberen Rand verkaufen. Ein Problem könnten natürlich die schwachen Umsätze an den deutschen Börsen sein. Das ist bei chinesischen Titeln immer ein Problem. Am besten kaufen Sie deshalb direkt in Hongkong, das ist heutzutage problemlos möglich und kostet meist auch nur ein paar Euro mehr. Erkundigen Sie sich aber bitte vorher bei Ihrer Bank/Ihrem Direkt-Broker nach den genauen Gebühren!
Zu den Risiken: Die Produktionskosten steigen. Denn dank der erhöhten Nachfrage des Reiches der Mitte steigen nicht nur die Preise für strategische Rohstoffe wie Kupfer, Nickel und Zink – sondern auch die Preise für Hopfen und Glasflaschen. Das erhöht die Produktionskosten und sieht deshalb auf den ersten Blick wie eine schlechte Nachricht aus. Ist es aber nur bedingt: Denn von Chen Lei, Analyst bei Tianxiang Securities, habe ich gehört, dass davon in erster Linie die kleinen, regionalen Brauereien stark betroffen sein werden. Große Anbieter wie Tsingtao Brewery werden das leichter verkraften können.
Und die kleinen Anbieter reagieren bereits, haben die Preise für eine Flasche Bier um bis zu 0,5 Yuan erhöht. Die Tsingtao Brewery hingegen lässt ihre Preise stabil – bei der Gewinnmarge kann sie sich das leisten! – und verbessert dadurch ihre Konkurrenzfähigkeit.
Dadurch dürfte der Marktanteil meiner chinesischen Lieblingsbrauerei weiter ansteigen.
Übrigens zahlt die Tsingtao Brewery Anfang April die Jahresdividende aus, die dieses Jahr meiner Einschätzung nach bei ca. 2 Euro-Cents liegen könnte.
Viele Grüße,
Michael Vaupel
P.S.: Da zahlreiche Leser irritiert nachgefragt haben, möchte ich an dieser Stelle nochmals klarstellen, dass ich die Werbetexte NICHT schreibe.