Getreidepreise legen weiter zu
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 9. Juli 2010, 20:00 Uhr
ENL5454
Rohstoffe Wochenrückblick: Agrarrohstoffe und Ausblick
Soft Commodities
Wie erwartet legten die Getreidepreise in dieser Woche weiterhin zu.
Großer Gewinner ist Mais, dem eine erneute USDA-Schätzung weitere Unterstützung bot. Nach der Abwärtsrevision für die mit Mais bepflanzte Fläche und den Lagerbeständen im 2.Quartal, hat das US-Landwirtschaftsministerium nun nachgelegt.
Das USDA geht davon aus, dass die Mais-US-Endbestände für 2010/11 auf 1,373 Milliarden Scheffel fallen werden. Zuvor wurde noch ein Volumen von 1,478 Milliarden Scheffel prognostiziert. Regenfälle im Mittleren Westen und heißes, trockenes Wetter in den südlichen und östlichen Anbaugebieten der USA wirken sich negativ auf das Entwicklungsstadium der Pflanzen aus. Das USDA geht von einem Rückgang der Erträge von 164,7 Scheffel pro acre im vergangenen Jahr auf 163,5 Scheffel pro acre in diesem Jahr aus. Die US-Produktion wurde um 0,9% gegenüber der Vorprognose auf 13,245 Milliarden Scheffel reduziert.
Für die weltweiten Bestände geht das USDA von einem Rückgang auf 141,08 Millionen Tonnen aus - das entspricht dem niedrigsten Level seit 2008. Zudem prognostiziert die USDA einen Anstieg der weltweiten Mais-Nachfrage um 1,7% auf 830,89 Millionen Tonnen. Die Prognose für die weltweite Produktion wurde um 2,9% gegenüber der Vorprognose auf 832,4 Millionen Tonnen reduziert.
Zudem prognostiziert das USDA einen Anstieg der Maisnachfrage aus der Ethanolindustrie um 4,4% auf 4,7 Milliarden Scheffel. China, so die Prognosen dürften in diesem Jahr rund 1 Million Tonnen Mais importieren.
Mais zur Lieferung im Dezember notiert aktuell bei 3,96 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Sojabohnen erhalten Unterstützung aufgrund einer nach wie vor starken Nachfrage aus China. US-Exporteure haben rund 116.000 Tonnen Sojabohnen an China verkauft.
Sojabohnen zur Lieferung im August notieren aktuell bei 9,95 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Weizen erhält nach wie vor gute Unterstützung aufgrund der Trockenheit in Europa, obgleich das USDA für die US-Produktion und -Bestände einen deutlichen Anstieg prognostiziert.
Weizen zur Lieferung im September notiert aktuell bei 5,37 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Ausblick
Sofern die Stimmung Euro und Aktienmärkte weiter unterstützt, dürfte sich dies auch positiv auf die Ölpreise auswirken. Dennoch sind die Konjunkturängste generell noch nicht vom Tisch. Ich erwarte dementsprechend vorerst eine Range zwischen 70 und 80 USD pro Barrel. Zudem muss ein Augenmerk auf die Wettersituation im Golf von Mexiko gerichtet werden. Stürme, welche die Förderung und den Transport beeinträchtigen könnten, können die Preise zwischenzeitlich nach oben treiben. Sollte es hier allerdings nicht zu Beeinträchtigungen kommen, dürfte dagegen eher wieder mit steigenden US-Lagerbeständen gerechnet werden, die dann Druck auf die Preise ausüben.
Nach den Highs der letzten Wochen, halte ich die aktuelle Zwischenkorrektur für sinnvoll, um das spekulative Interesse aus dem Markt zu spülen. Aktuell scheint die 1.200 USD-Marke eine gute Unterstützungszone zu bieten, dennoch ist weiteres Zwischenkorrekturpotenzial kurzfristig nicht auszuschließen. Mittel- bis langfristig allerdings dürfte Gold weiterhin als der ultimative Safe Haven stark nachgefragt bleiben, denn sowohl die Wachstumsbefürchtungen (angesichts der Schwäche des US-Arbeitsmarktes, sowie der nach wie vor nicht ausgestandenen Sorgen bezüglich der hohen Schuldenlage vieler Staaten), als auch die langfristigen Inflationsbefürchtungen (angesichts der nach wie vor extrem lockeren Geldpolitik vieler Zentralbanken) sind noch lange nicht vom Tisch.
Auch wenn die Lagerbestandsentwicklung bei Kupfer und Nickel aktuell preisunterstützend ist, muss zudem auch die Stimmung an den Märkte passen, denn die Preise werden nach wie vor, vor allem durch die Stimmung getrieben. In dieser Woche wirkte somit mit Sicherheit auch der Anstieg der asiatischen Aktienmärkte als unterstützender Faktor für die Industriemetallpreise, denn China ist immerhin der größte Industriemetallverbraucher der Welt. Um die Marke bei 3 USD pro Pfund erhält der Kupferpreis eine wichtige Unterstützungsmarke. Erst wenn das Stimmungsumfeld stimmt, kann der Preis von diesem Level aus betrachtet deutlicher anziehen.
Die Getreidepreise bleiben dank der fundamentalen Ausgangslage nach wie vor gut unterstützt!
So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für diese Woche und lege Ihnen sowohl das morgige Spiel um den dritten Platz, als auch das Finalspiel am Sonntag ans Herz....denn das letzte Fußball-WM-Wochenende gehört sich so oder so einfach gefeiert, finden Sie nicht auch?!....liebe Grüße und bis Montag...
Ihre Miriam Kraus
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