Getreidepreise in 2009
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 9. Februar 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
Quelle: cmegroup.com
Sojabohnen die Mitte letzten Jahres auf über 11 US-Dollar pro Scheffel klettern konnten, schlossen das Jahr 2009 immerhin mit einem Plus von 7% ab. Nach einer extrem niedrigen Endbestandsprognose für 2008/09 von 138 Millionen Scheffel und einer stocks-to-use-ratio von 5% für die US-Ernte (USDA-Schätzung vom 12.Januar), gehen die Schätzungen für 2009/10 mittlerweile natürlich wieder leicht nach oben.
Trotz einer höheren US-Produktion von geschätzt 2,97 Milliarden Scheffel in 2008/09, lag der Verbrauch mit geschätzten 3,05 Milliarden Scheffel im letzten Jahr erneut deutlich über der Produktion, woraus die extrem niedrige Endbestandsprognose folgt.
Dies ist zum einen auf eine starke Nachfrage zurückzuführen (insbesondere aus China, dass aufgrund enttäuschender Ernten, mittlerweile für über 50% der weltweiten Sojabohnenimporte steht) - zum anderen konnten US-Sojabohnen auch von den zeitweiligen Problemen in Argentinien profitieren. Die USA, Brasilien und Argentinien sind die größten Sojabohnenexportnationen der Welt. Im vergangenen Jahr kam es gehäuft zu Lieferunterbrechungen aufgrund von Protesten der argentinischen Farmer gegen die Besteuerung der Sojabohnenexporte.
Mais in 2009 - nur knapp im Plus
Mit 0,5% nur knapp im Plus schloss Mais das Jahr 2009 ab.
Sehen wir uns beispielhaft den folgenden Chart an:
Mais (CBOT) in US-Cent/Scheffel in den vergangenen 2 Jahren
Quelle: barchart.com
Trotz einer rückläufigen Produktion (die USDA prognostiziert für 2008/09 eine US-Produktion in Höhe von 12,09 Milliarden Scheffel, gegenüber 13,04 Milliarden Scheffel in 07/08; Stand 12.Januar) schätzt die USDA die Endbestände für 2008/09 auf 1,67 Milliarden Scheffel, was einem Anstieg von 50 Millionen Scheffel gegenüber dem Vorjahr entspricht. Entgegen vieler Erwartungen zeigte sich auch die Nachfrage nach US-Mais im vergangenen Jahr deutlich rückläufig, bei einer weltweit stagnierenden Mais-Nachfrage.
Preisunterstützend konnten sich im vergangenen Jahr während der Erntephase im letzten Quartal widrige Wetterbedigungen in den USA auswirken, die zu Verzögerungen bei der US-Ernte geführt haben. Mittlerweile hat die USDA die US-Ernteschätzungen für 2009/10 aber deutlich angehoben, so dass sich Spekulationen auf eine möglicherweise rückläufige Produktion als unbegründet herausgestellt haben.
So long liebe Leser...so viel einmal für heute zu den faktischen Begründungen für die zum Teil eher triste Performance der Getreidepreise im vergangenen Jahr...morgen wollen wir uns mit den Aussichten für 2010 beschäftigen und hernach noch auf ein paar andere Agrarrohstoffe eingehen, die eine wesentlich interessantere Entwicklung im vergangenen Jahr geboten haben....bis morgen, also...
Liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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