Gespräche auf Autofahrten ...
Bill Bonner in Investors Daily
vom 24. Februar 2006 18:00 Uhr
ENL5454
Wir sind um acht Uhr morgens in London losgefahren und zum Channel Tunnel gefahren. Um 10:45 kam der Zug und er war dreißig Minuten später in Calais. Es war das erste Mal, dass wir durch den Channel nach Frankreich gefahren sind – mit dem Auto. Wir sind einfach nur auf den Zug aufgefahren und blieben im Auto. Es ist sehr effizient und einfach. Von Calais aus waren es noch weitere sieben Stunden bis Ouzilly, wo wir die nächsten zwei Wochen verbringen wollen.
Diese Fahrt gab uns viel Zeit zum Reden.
"Ich denke nicht, dass die Aussichten so düster sind, wie du sie darstellst", sagte Elizabeth, "Es ist wohl wahr, dass der Osten relativ gesehen schneller wächst als der Westen, aber sie haben auch noch so viel aufzuholen, dass es noch eine Weile dauern wird, ehe sie uns überholen. Außerdem gibt in so vielen von diesen Ländern weder Gesetze noch Ordnung. Und das ist am Westen doch ganz nett."
"Es ist ja nicht so, dass allein wir die Fabriken oder die Banken oder die internationalen Verbrennungsmotoren hätten. Das alles können sie in Shanghai nachbauen. Aber wir haben etwas, dass hunderte oder sogar tausende von Jahren gebraucht hat, um sich zu entwickeln. Die Leute nennen es 'Demokratie', aber es geht hier eigentlich nicht um die Wähler und die Wahlen ... Es ist die Tatsache, dass man sich im normalerweise darauf verlassen kann, dass das Land, das einem gehört, einem auch am nächsten Morgen noch gehören wird und dass niemand es einem einfach so wegnehmen kann. Man wird auch nicht einfach so von der Polizei umzingelt, weil man zu der einen oder anderen Gruppe gehört und in den meisten Gegenden wird man auch nicht in irgendwelchen Kriegen zwischen Stammesgruppen erschossen."
"Aber der globalisierten Wirtschaft ist es egal, ob man eine Demokratie hat oder nicht. Die Leute interessiert es nicht, was für eine Regierungs- oder Gesellschaftsform man hat. Ihnen geht es nur um die Güte des Produkts und den Preis."
"Und jetzt ist das Problem in Amerika, dass es zu vielen Menschen zu lange zu gut gegangen ist, und dass sie nicht mehr glauben, dass sie wirklich Geld sparen müssen oder etwas lernen. Was wir gerade erleben ist, dass die Leute pro Stunde bezahlt werden, Probleme haben, mit den Stundenlöhnen der Arbeiter in Indien und China zu konkurrieren, weil sie nichts haben, was sie einem Arbeitgeber anbieten könnten, das besser ist als das, was die Arbeiter in Asien zu bieten haben."
Und die einzige Möglichkeit für sie, doch noch mehr Geld verdienen zu können ist, wieder die Schulbank zu drücken und etwas zu lernen. Ich vermute das macht Sinn, denn wenn die Asiaten irgendwann Zugang zu der gleichen Menge an Kapital und Technik haben, dann ist der einzige Grund, warum ein Arbeitgeber einen Amerikaner zu höheren Löhnen einstellen sollte der, dass er die besseren Fähigkeiten mitbringt – das heißt, dass er am Ende die besseren Produkte liefert."
"Ich frage mich nur, wie sie das hinkriegen wollen."