George Bush in Uniform – ein ungewohntes Bild für US-Präsidenten
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 08. Mai 2003 18:00 Uhr
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*** Die Illusion von wachsendem Reichtum ist derzeit in den USA auf den Immobilienmarkt beschränkt, wo man die Inflation sehr begrüßt. Die Leute wissen, dass sie ihre Hypotheken nicht erhöhen sollten, aber sie tun es trotzdem.
"Die Preise am Immobilienmarkt setzen ihre Reise ins Reich des Irrationalen fort", so ein Leserbrief ans Barron's Magazin von einem Leser, der gerade zum Verkauf stehende Häuser in Philadelphia besichtigt hat. "Auch gutsituierte Käufern werden die Preise mittlerweile zu teuer, und das Nachdenken scheint einem unkontrollierbaren Optimismus gewichen zu sein. ... wie bei der Nasdaq der späten 1990er sind viele Investoren am Immobilienmarkt davon überzeugt, dass die Preise nur steigen können. Zu diesen Anhängern der Kirche der immersteigenden Werte sage ich: Sprechen Sie doch einmal mit einem Immobilienmakler in Tokio, Hongkong oder Buenos Aires; oder, besser noch, schauen Sie sich ihre Depotauszüge vom März 2000 an."
Eine der weitverbreiteten Illusionen unter Investoren ist die Tatsache, dass sie denken, dass sie "antizyklische" Kaufgelegenheiten identifizieren können. Nach 3 Jahren fallender Aktienkurse glauben sie, dass sie eine solche Gelegenheit bei den Aktien erkannt haben ... die Investoren denken, dass jetzt die Zeit sei, gegen die Masse zu handeln und zu kaufen! Deshalb sind auch mehr als 60 % der vom Barron's Magazin befragten Fondsmanager entweder "bullisch" oder "sehr bullish". Nur 10 % beschrieben sich als auf der Bärenseite stehend. Jeder will Antizykler sein, solange man das mit allen anderen zusammen sein kann.
Aber wirkliche antizyklische Gelegenheiten gibt es nicht oft ... und sie ziehen niemals die Masse an.
*** Fast jeder denkt, dass die Immobilienpreise langfristig immer steigen. Aber das muss nicht notwendigerweise der Fall sein.
Marc Faber betont, dass die Landpreise in Chicago 1933 tiefer standen als 40 Jahre vorher – trotz des Bevölkerungsanstiegs.
Faber: "Leider sagt uns die Entwicklung der Landpreise in Chicago zwischen 1830 und 1933 nicht, ob die Immobilienpreise heute weiter steigen werden oder nicht. Sie zeigt uns aber deutlich, dass die Immobilienpreise sich immer schon volatil entwickelt haben (und auch weiter werden), und dass die Landpreise auch dann fallen können, wenn sich die Bevölkerungszahl deutlich vergrößert."
*** Jeder anständige Amerikaner müsste sich für seine Führer schämen. Der letzte amerikanische Präsident, vor dem ich wirklichen Respekt hatte, war Eisenhower. Es muss fast 50 Jahre her sein, aber ich erinnere mich immer noch daran, wie ich ihn als Kind gesehen habe, als er im Rollstuhl aus einem Krankenhaus gefahren wurde. Mein Vater, ein Veteran des Zweiten Weltkriegs, war baff, als er den alten General um die Ecke kommen sah. Es war Jahre her, dass sie beide das letzte Mal eine Uniform getragen hatten, und dennoch stand mein Vater auf einmal kurzengerade und er hielt meine Hand sehr fest, um ein Salutieren zu verhindern.
Eisenhower schien ein vernünftiger Mann zu sein. Er spielte Gold und ließ die Welt allein.
Aber meine Zuneigung zu George Bush wächst. Mir gefiel das Foto von ihm als Oberbefehlshabender im Pilotendress, auf der Titelseite des International Herald Tribune vom Montag. Das Foto war so imposant ... so stolz ... so schamlos. Und so unüblich. Niemals zuvor sah man amerikanische Präsidenten in Uniform, selbst die nicht, die das Recht dazu gehabt hätten – wie Grant oder Eisenhower, die ja Generäle waren. Amerika ist ein Land, in dem sich das Militär den Zivilisten unterordnen soll. Nur Diktatoren wie Saddam Hussein oder Idi Amin tragen Uniformen.
Aber wir leben in einer "Neuen Ära", daran muss ich Sie erinnern, Eisenhower ist seit einem halben Jahrhundert nicht mehr Präsident. Und ich denke, man kann auch die Neue Ära genießen. Wenn Rumsfeld vorgeben würde, dass er Paris befreien müsse ... und George Bush sich wieder im militärischen Ruhm baden wollte ... warum nicht?
Was ist das Problem?
Allerdings schlage ich vor, dass für den Präsidenten – und nur für ihn – eine besondere, einzigartige Uniform angefertigt wird. Schließlich steht er der stärksten Militärmacht der Welt vor. Vielleicht sollte er diese Uniform von Karl Lagerfeld designen lassen ... vielleicht irgendwas in purpurfarben, das wäre doch die richtige Farbe ... und ja, vielleicht mit großen Straußenfedern, die an einem Helm befestigt würden. Er würde natürlich absurd und lächerlich aussehen ... aber umso besser. Dann würde ihn niemand für Eisenhower halten.