Genau wie 1972!
Briton L. Ryle in Baltimore in Traders Daily
vom 04. April 2005 12:00 Uhr
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Der Ölpreis hält sich hartnäckig über 50 Dollar je Barrel. Die Nachfrage steht auf Allzeithoch. Die Welt verbrennt aktuell jeden Tag 84 Millionen Barrel dieses schwarzen Goldes. Alleine China brauchte im letzten Jahr 6,4 Millionen Barrel pro Tag. Und in diesem Jahr wird China wohl sieben Millionen Barrel täglich benötigen.
Wir befinden uns in einer "Neuen Ära". Wie 1972, als die Ölpreise deutlich gestiegen waren, und auf dem neuen Niveau verharrten. Der Ölpreis könnte im Lauf der nächsten zwölf Monate bei über 50 Dollar je Barrel bleiben.
Es wird geschätzt, dass eine Preiserhöhung von zwei Dollar je Gallone Benzin die durchschnittliche amerikanische Familie rund 550 Dollar pro Jahr kosten wird. Und bei Heizöl ist es ähnlich: Im letzen Winter musste eine Familie im Nordosten der USA rund 1.000 Dollar Heizkosten zahlen, im nächsten Winter werden es voraussichtlich 1.300 Dollar werden. Und wenn die amerikanischen Haushalte ihre Ausgaben zurückfahren, um die erhöhten Energiekosten aufzufangen, dann könnte der wirtschaftliche Schaden noch größer sein.
Deshalb ist es kein Wunder, dass neun der zehn Rezessionen nach dem Zweiten Weltkrieg mit einem Anstieg der Ölpreise begannen. Der Ölpreis hat das Potenzial, das amerikanische Wirtschaftswachstum um ein oder zwei Prozentpunkte zu verringern. Die US-Wirtschaft wird in der ersten Jahreshälfte 2005 wegen des gestiegenen Ölpreises voraussichtlich um 0,5 Prozentpunkte weniger stark wachsen. Wenn der Ölpreis das ganze Jahr über bei mehr als 50 Dollar stehen wird, dann könnte das Wirtschaftswachstum um 1,5 Prozentpunkte schwächer ausfallen. Oder um noch mehr.
Und wenn Sie denken, dass das den Aktienmarkt kalt lässt, dann haben Sie nicht aufgepasst. Laut Lehman Brothers kostet jeder Dollar, den der Erdölpreis steigt, die US-Fluglinien 280 Millionen Dollar an höheren Treibstoffkosten. Jeder Cent Zuwachs des Dieselpreises kostet die Trucking-Industrie 325 Millionen Dollar pro Jahr. Und Sie können sicher sein, dass diese Kosten weitergegeben werden.
Für die meisten Investoren ist das mindestens ein bisschen beunruhigend.
Allerdings ist eines der grundlegenden Prinzipien der "Dynamic Market Theory" – der Dynamischen Markttheorie von Taipan –, dass es bei jedem Ereignis, gut oder schlecht, Makro oder Mikro, eine Gewinnmöglichkeit gibt. Und das ist der Grund, warum ich heute diesen Beitrag schreibe.
Denn der höhere Erdölpreis beschleunigt die Entwicklung von alternativen Energiequellen. Und für clevere Investoren könnte es die "einmal-im-Leben-Gelegenheit" geben, nach der so viele Investoren suchen – wie das Investieren in Ford im Jahr 1903 oder in Microsoft im Jahr 1985.
Im April 2004 kündigte Präsident Bush an, dass das Energy Department für mehr als 350 Millionen Dollar Forschung unterstützt, um Hydrogen-Treibstoff-Technologien zu entwickeln.
Bush hat vorgeschlagen, in den nächsten fünf Jahren in diesen Bereich 1,7 Milliarden Dollar zu investieren. Die US-Bundesstaaten haben für die Entwicklung von alternativer Energie rund drei Milliarden Dollar vorgesehen.
Also: Tonnen von Geld werden in den nächsten fünf Jahren in Aktien aus dem Sektor "Alternative Energien" fließen. Deshalb ist es Zeit, diese Aktien zu kaufen. Genau jetzt.