Geldmenge steigt unerwartet stark ...
Martin Weiss in Investors Daily
vom 31. Januar 2005 18:00 Uhr
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Erneut seitwärts ging es in der vergangenen Handelswoche beim deutschen Aktienindex. Noch immer pendeln die deutschen Standardwerte um die Marke von 4200.
Positiv zu werten ist, dass der Dax in den ersten Wochen des neuen Jahres im Vergleich zu den großen Indizes jenseits des Atlantiks relative Stärke beweisen konnte. Vielleicht mag dies mitunter auch daran liegen, dass die Pessimisten-Quote unter den Anlegern in Deutschland noch immer recht hoch ist. Zumindest als antizyklischer Stimmungsindikator deutet dies weiter auf relative Stabilität deutscher Aktien hin.
Wie dem auch sein mag, in den letzten Tagen konnte wenigstens der Dow seine Verlustserie brechen. Immerhin konnte er die letzte Januar-Woche mit einem leichten Plus beenden. Weiterhin schwach bleiben die Hochtechnologiewerte der Nasdaq. Dort riss die Negativserie nicht ab. Der Nasdaq schließt mittlerweile schon vier Wochen in Folge im Minus. Und das Problem ist und bleibt: Bewertungstechnisch sind Tech-Aktien wahrlich kein Schnäppchen. Nach wie vor nicht. Insofern, Finger weg!
Zwar fielen in den letzten Tagen in Deutschland sowohl der ifo-Geschäftsklimaindex als auch das Gfk-Konsumklima ein wenig besser als erwartet aus. Aber, um es klar und deutlich zu betonen: Deutschland ist noch lange nicht über den Berg!
Der schwierigste Teil der Wegstrecke steht wohl noch bevor. In diesem Kontext dürfte in der nächsten Woche ein besonderes Augenmerk auf die ersten Arbeitsmarktdaten nach der Hartz- IV-Reform zu richten sein. Sicherlich geben diese Zahlen immer noch nicht das wahre Ausmaß der Dramatik am deutschen Arbeitsmarkt wieder. Unabhängige Experten gehen nach wie vor davon aus, dass die wahre Zahl deutlich über sechs Millionen beträgt. # Von Entwarnung kann kaum die Rede sein, zumal auch das allgemeine Lohnniveau der noch Beschäftigten alles andere als wächst.
Die wirkliche Stimmungslage in der Bevölkerung ist alles andere als optimistisch. Denn mittlerweile befürchten nach jüngsten Umfragen zwei Drittel der Bürger, dass das ehemalige Wirtschaftwunderland erst am Anfang eines schleichenden Verarmungsprozesses steht. Am Ende dieses Prozesses stehe dann das Abgleiten ins "pure Elend". Selbst Höchstqualifizierte sind merklich skeptischer geworden.
Ebenfalls höchst interessant war die jüngste Veröffentlichung der EZB bzgl. des Geldmengenwachstums in der Eurozone. Das Geldmengenaggregat M3 nahm im Dezember des vergangenen Jahres um beachtliche 6,4 % zu. Volkswirte hatten nur einen Anstieg von 6,1 % erwartet. Das Geldmengenwachstum im Euroraum ist also weiterhin sehr stark und liegt deutlich über dem Referenzwert der EZB, der bei 4,5 % liegt. Insofern ist das Thema INFLATION auch in Europa nicht zu vernachlässigen. Zumindest mittel- und langfristig nicht.
Denn, die eleganteste Variante, die immense Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen, wären höhere Inflationsraten bei weiter niedrigem Zinsniveau. Ein Schelm, wer denkt, die offiziellen Inflationsraten würden insofern wohl "politisch gewollt" weiter eher "niedrig" ausgewiesen.
Sehr aufschlussreich in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass aktuell die physische Goldnachfrage in Deutschland und in den angrenzenden, deutschsprachigen Nachbarländern sehr hoch ist. Und, fürwahr, zu momentanen Preisen ist das gelbe Edelmetall in Europa noch sehr günstig zu bekommen. Zumindest, was die lange Sicht der Dinge anbelangt. Auf jeden Fall dürfte es keinen besseren Schutz vor staatsverschuldungsinduzierter Inflation geben.