Geldmarktfonds mit historisch niedrigen Renditen
Dan Denning in Investors Daily zum Thema Fonds
vom 08. November 2002 18:00 Uhr
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Also, jetzt ist es raus ... die Fed hat die Zinsen um 50 Basispunkte gesenkt, statt der erwarteten 25 ... nach dem Motto: Wenn man Bären jagt, und nur noch wenig Pulver zu verschießen hat, dann sollte man trotzdem alles nehmen, um einen möglichst großen Knall zu fabrizieren. Auch wenn man dann nicht trifft, kann man hoffen, den Bären wenigstens verscheucht zu haben.
Auch die Wahlen in den USA waren eine gute Entschuldigung für die jüngste Rallye. Aber sowohl in der Politik wie auch bei den Börsen bekommt man nicht immer das, was man sieht. Und was man bekommt, ist normalerweise das, was man am wenigsten erwartet hatte.
Fragen Sie nur einmal Harvey Pitt. Dieser Mann übernahm die Führung der amerikanischen Wertpapieraufsichtsbehörde SEC im August 2001. Der Dow Jones stand zu diesem Zeitpunkt bei über 10.500 Punkten. Mr. Pitt ist Jurist und Controller – und in seine Amtszeit fielen die größten Bilanzskandale der jüngsten Wirtschaftsgeschichte. Und ich fürchte, diese Liste der Skandale, die mit WorldCom begann, könnte noch länger werden.
WorldCom ist nur ein Beispiel, wenn auch ein sehr gewaltiges. WorldCom selbst hat mitgeteilt, dass die Betrügereien ein Volumen von rund 9 Milliarden Dollar angenommen haben – und nicht "nur" 7,3 Milliarden Dollar, wie zuvor eingeräumt. Wer weiß, vielleicht macht diese Offenheit süchtig, ein bisschen so, wie sich ein Ehebrecher manchmal bei der Beichte fühlt. Diese Offenheit ist erfrischend – wenn auch ein bisschen billig. Aber sie ist notwendig, um diese Skandale aufzudecken. Aber der Markt scheint es interessanter zu finden, neue Exzesse aufzubauen, als alte abzubauen. Nur der Gedanke an eine Zinssenkung hat den Markt vier Tage lang steigen lassen. Aber es ist keineswegs klar, dass diese Zinssenkung etwas Gutes für die Volkswirtschaft ist. Vielleicht sogar das Gegenteil.
Laut USA Today liegt die durchschnittliche Rendite bei den Geldmarktfonds bei nur 1,21 %. Geldmarktfonds folgen sehr eng den Leitzinsen – die Alan Greenspan gerade das 12. Mal auf ein neues 40 Jahrestief gesenkt hat. Der Artikel meint, dass die jüngste Zinssenkung "die Fonds mit hohen Kosten und niedrigen Ergebnissen aus dem Geschäft zwingen könnte. IMoneyNet sagt, dass 34 Geldmarktfonds nur noch eine Rendite von 0,25 % oder weniger bieten." Diese Fonds müssen einfach Kosten sparen, um überleben zu können.
Andernfalls werden sie nur noch negative Renditen bieten können ... und ein Investor bekommt für jeden Dollar, den er investiert, dann weniger als einen Dollar zurück. Ich glaube nicht, dass dies das wirkliche Ziel von richtigem Investieren ist. Und genau deshalb existieren solche Fonds nicht lange. Jeff Tjornehoj, Analyst bei Lipper, sagt, dass in den letzten 31 Jahren (also seit Bestehen von Geldmarktfonds) nur einmal ein Geldmarktfonds aus diesem Grund zwangsliquidiert werden musste.
Auch wenn man mit amerikanischen Geldmarktfonds noch kein Geld verliert, kann man auch nicht unbedingt damit zufrieden sein, dass die Renditen auf japanisches Niveau gefallen sind. Wenn Sie mit solchen Fonds Geld verdienen wollen – vergessen Sie es. Und wenn man schon investiert ist, sollte man es bleiben? Das fällt immer schwieriger, besonders deshalb, weil Alan Greenspan unbedingt Kreditwachstum und Konsum durch niedrige Zinsen stimulieren will.
Die Börsen reagieren normalerweise auf Zinssenkungen positiv. An der Stelle von Alan Greenspan hätte ich den Applaus der Wall Street genutzt, um ganz schnell den nächsten Ausgang zu suchen.
In den USA gibt es jetzt also nach den Wahlen ein verändertes politisches Umfeld, und die Bush-Administration hofft, das Verbrauchervertrauen wiederherzustellen. Und Alan Greenspan kommt mir vor wie ein Politiker am Wahltag, der die Erfolge des Booms für sich verbuchen will, die Schuld für die folgende Krise aber nicht auf sich nimmt.