Geithner enttäuscht: USD/JPY unter Druck
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 11. Februar 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
und wieder ist der schöne Hoffnungsschimmer raus aus dem Markt! Wer zuvor noch auf eine echte Bad Bank in den USA gehofft hatte, wurde enttäuscht.
Bad Bank Erwartungen wurden enttäuscht
So sieht der neue Plan, den US-Finanzminister Timothy Geithner gestern vorstellte, eine Lösung mittels Public-Private-Investment-Funds" vor. Die USA wollen nun mit Hilfe von Kapital und Finanzierungsmöglichkeiten vorhandenes privates Kapital nutzen" um die toxischen Immobilien-Assets aus den Büchern der Banken rauszuschmelzen. Dies also, ohne dass der Staat die toxischen Assets zu 100% aufkauft.
Könnte clever klingen, tut es aber nicht! Meine ganz realistische erste Überlegung war: welcher private Investor hat gerade jetzt Lust das Zeug zu kaufen?!
Die Einbeziehung von privaten Investoren dürfte tatsächlich schwierig werden und die Umsetzung des Ganzen deutlich verzögern.
Enttäuscht sind jetzt viele, die sich zuvor ein Modell ähnlich wie anno dazumal in Schweden erhofft hatten. Dort wurde nach der Immobilienkrise ein privat geführter Fonds gegründet, der zunächst alle toxischen Assets aufgekauft und erst später private Investoren ins Boot geholt hatte.
Zudem fehlen wieder einmal eine ganze Reihe an klaren Details, so dass wieder einmal die Effektivität des ganzen Programms nicht wirklich eingeschätzt werden kann.
Das einzige was von gestern als positiv aufgenommen wurde ist die Ankündigung, dass die Term Asset Backes Securities Loan Facility (TALF) von aktuell 200 Milliarden auf bis zu maximal 1 Billion USD ausgeweitet werden soll. Denn diese Maßnahme ist als einzige rasch umsetzbar.
Optimisten haben es wieder einmal schwer...
...ihren Optimismus beizubehalten, nachdem nun der Hoffnungsträger, eine rasche Umsetzung einer funktionierenden Bad Bank, eliminiert ist. Auch die Aktienmärkte haben somit wieder ins Minus gedreht. Nun richtet sich der Fokus wieder auf die allgemein schwachen Wirtschaftsdaten, was wie immer für JPY positiv ist.
Yen-Stimmungsbarometer
Das Yen-Stimmungsbarometer zeigt den Rückgang des Optimismus wieder einmal deutlich an. So ist USD/JPY von seinem Hoch bei 92,22 zu Beginn der Woche mittlerweile aktuell auf 89,81 gefallen. Wie immer, wenn die Risikoaversion wieder zunimmt sehen wir Safe-Haven-Flows in den Yen. Nun könnte sich die Frage stellen ob sich das Risiko eines größeren Bären-Trends in Richtung des 1995er Tiefs bei 79,91 wieder verstärkt hat. Technisch gesehen könnte dies der Fall sein wenn die 87,90 nach unten durchbrochen wird. So lange USD/JPY über 89,64 notiert überwiegt allerdings eher das Upside-Potenzial.
Quelle: CFX-Broker