Geht es immer weiter aufwärts?
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 3. Februar 2012, 13:00 Uhr
ENL5454
Nun zeigt sich in dem kurzfristigen Chart, dass sich der Index immer noch in einer Seitwärtsrange aufhält, wenn man das Hoch im Oktober 2011 (bzw. die rote waagerechte Linie) als deren Deckel sieht. Doch eigentlich handelte es sich dabei eher um eine Bullenfalle und der Kurs hielt sich deutlich länger unter 2.400 Punkten auf, weshalb ich diese Marke auch als die entscheidende bezeichnete.
Solide Unterstützungen
Nun befindet sich der Index inzwischen schon geraume Zeit darüber, weshalb gerade die Zone zwischen 2.400 und 2.370 nun als Unterstützung gilt. Auch die blaue Aufwärtstrendlinien liegen inzwischen über 2.400 Punkte, was zusätzlichen Halt verspricht.
Markanter Widerstand
Allerdings ist dies kein Garant dafür, dass der Anstieg nun einfach so weiter geht. Schließlich ist es nicht mehr weit bis zum Oktober-Hoch bei 2.512 Punkten. Und auch von oben drückt ja eine (blaue) Widerstandslinie auf den Kurs. Eine kleine Pause dürfte inzwischen allen Indizes gut tun, auch wenn es gerade erst leichte Korrekturen gab, die ich ja auch für die anderen Indizes vorhergesagt habe. Doch diese kleinen Korrekturen reichen nicht für eine Bereinigung.
Gerade der langfristige Chart zeigt auch noch einmal, dass die Marke von 2.512 bzw. der Bereich um diese Marke bzw. leicht darüber nicht leicht zu knacken sein dürfte.
(Quelle: CFX-Broker) EuroStoxx50, Candlestick-Chart, Wochenkerzen
Fundamentale Rahmenbedingungen spielen nicht mit
Und letztlich haben sich die fundamentalen Rahmenbedingungen (Schuldenkrise, Konjunkturdaten) ja auch nicht merklich gebessert. Zwar sind entsprechende Rettungsmaßnahmen verabschiedet, doch werden diese nicht positiv auf die Konjunktur wirken. Hier wäre eine Kombination aus konjunkturfreundlicher Geld- und Fiskalpolitik nötig. Doch aktuell dient die Geldpolitik nur der Stabilisierung und die Fiskalpolitik ist eher auf Sparmaßnahmen ausgerichtet. Förderprogramme zu Stimulierung der Wirtschaft sind erst in einem zweiten Schritt zu erwarten.
Fazit
Auch wenn ich langfristig noch absolut bullisch bin, so haben die Indizes doch inzwischen eine beachtliche Aufwärtsbewegung ohne nennenswerte Rücksetzer hingelegt.
Die US-Indizes haben ähnlich starke Widerstandsbereiche erreicht, wie sie der EuroStoxx in Kürze vor sich haben wird. Sie tendieren daher schon seit fast zwei Wochen nur noch seitwärts und dürften damit Kraft sammeln für den Ausbruch über die starken Widerstände.
Gerade beim EuroStoxx50 scheint aufgrund der immer noch extrem schwierigen Situation in Europa und der anhaltenden Konjunkturschwäche das Potential begrenzt, auch wenn noch ein wenig Luft bis leicht über 2.500 Punkte ist.
Für den DAX scheint es derzeit hingegen kein Halten zu geben und die Marke von 7.000 Punkten scheint für viele quasi schon eingeloggt, weil es bis dahin keine nennenswerten Widerstände mehr gibt. Doch auch hier wird irgendwann die Puste ausgehen, wenn die übrigen Indizes nicht mitziehen.
Gerade weil die Volatilität zuletzt deutlich nachgelassen hat, ist es schwer zu prognostizieren, in welche Richtung der nächste dynamische Schub kommt. Gibt es noch einmal eine ausgeprägtere Korrekturwelle und geht es dann schnell wieder aufwärts oder brechen die Indizes, die gerade noch in Wartestellung sind, ohne nennenswerte Korrektur nach oben aus. Beides ist möglich und beides spricht für in jedem Fall weiterhin steigende Kurse. Eine Trendwende sehe ich hingegen nicht.
Ich wünsche Ihnen gute Gewinne
Sven Weisenhaus