Geht die Bearmarketrally an den Aktienmärkten jetzt zu Ende?
Claus Vogt, Chefredakteur Sicheres Geld in Investoren Wissen zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 16. Januar 2012, 16:00 Uhr
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da Herr Nowacki heute leider noch verhindert ist, lesen Sie bitte einen exklusiven Beitrag aus dem Strategie-Papier zum Börsendienst Sicheres Geld:
Anfang Oktober 2011 markierte der Weltleitindex S&P 500 ein Tief bei rund 1.075 Punkten.
Heute steht er rund 20% höher. Interessanterweise konnte dabei das schon Ende Oktober erreichte Zwischenhoch nur marginal überschreiten. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass die Sentimentindikatoren heute sehr viel mehr Börsenoptimismus widerspiegeln als vor zweieinhalb Monaten. Wie vorige Woche bereits berichtet, ist der Anteil bearisher Privatanleger auf 17% gefallen. Das ist der zweitniedrigste Wert der vergangenen sechs Jahre.
Und Investors Intelligence zeigt, dass der Prozentsatz bullisher US-Börsenbriefschreiber weiter zugenommen hat. Aktuell beträgt er 51,1%. Andere Indikatoren - beispielsweise die Umsätze an der NASDAQ und der NYSE - bestätigen dieses sehr einseitig gewordene Bild der Stimmungsindikatoren.
Chart S&P 500
Der Preis-Momentum-Oszillator (PMO) zeigt eine negative Divergenz.
Quelle: www.decisionpoint.com
Das technische Bild deutet auf das Ende der Rally hin
Der Chart zeigt weiterhin ein bearishes Bild. Die 200-Tage-Durchschnittslinie fällt, und die
Kurse befinden sich im Bereich einer massiven Widerstandszone. Wie Sie auf dem Chart sehen können, testen die Kurse derzeit zum zweiten Mal die leicht nach oben laufende Nackenlinie der Topformation, die aller Wahrscheinlichkeit nach das Ende der zyklischen Hausse eingeleitet hat, die im März 2009 begann.
Es ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass sich die Aktienkurse nach der ersten heftigen Abwärtswelle einer neuen zyklischen Baisse noch einmal deutlich erholen. Aus charttechnischer Sicht gilt ein Test der gebrochenen Nackenlinie geradezu als Klassiker und ideale Gelegenheit, eventuell noch gehaltene Aktienbestände zu verkaufen oder Short-Positionen einzugehen.
Auch die deutlich rückläufigen Umsätze, die die seit Anfang Oktober steigenden Aktienkurse begleitet haben, sind ein bearishes Zeichen. Sie sind sogar ein typisches Charakteristikum von Bearmarketrallys. Und last but bot least zeigt der Preis-Momentum-Oszillator (PMO) zurzeit eine potenzielle negative Divergenz: während die Kurse über das Zwischenhoch von Ende Oktober gestiegen sind, notiert der PMO unter seinem damals markierten Hoch.
Rezession und Schuldenkrise werden derzeit noch ignoriert
Das alles spielt sich vor dem Hintergrund eindeutiger Rezessionswarnungen der europäischen, der amerikanischen und der asiatischen Frühindikatoren ab. Gleichzeitig brodelt die EU-Staatsschuldenkrise vor sich hin. Mittlerweile scheint jeder zu wissen, dass Griechenland unrettbar pleite ist und ein gewaltiger Schuldenschnitt kommen wird. Aber es scheint im Moment keinen mehr zu interessieren. Dabei werden die Folgen einer Staatspleite Griechenlands vermutlich heftig ausfallen. Erstens sind die dadurch von den Banken zu verdauenden Verluste erheblich. Und zweitens wären die Regierungen anderer maroder Länder dumm, wenn sie dem griechischen Beispiel nicht zügig folgen würden.
Herzlichst Ihr
Claus Vogt
Chefredakteur Sicheres Geld
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