Gegen die emotionale Masse anschwimmen

von Dan Amoss in Traders Daily
vom


Viele Investoren haben ganz deutlich unter dramatisch eingeschränkten Zeitfenstern gehandelt. Amortisierunganfragen und Margin Calls haben die Fondsmanager gezwungen, zu verkaufen, was sie nicht zu lächerlich kleinen Preisen verkaufen wollten. Aber es wirkt so, als würden wir uns jetzt doch wieder zurück in einen normal funktionierenden Markt bewegen - an dem die Anleger gut informierte Entscheidungen treffen, ohne große Angst oder große Anspannungen.


Ein systematischerer Aktienmarkt wird uns viele attraktive Möglichkeiten für Leerverkäufe geben. Ich werde auf der Suche nach solchen Situationen sein, in denen der Markt bereits ein rosiges Szenarium für Aktien in den Preis einkalkuliert hat. Wir können alle zu besseren Anlegern werden, indem wir unsere Fähigkeiten ausbauen, zwischen dem Lärm des Tradings und den Investitionssignalen zu unterscheiden. Das heißt mit anderen Worten: Was ist wirklich wichtig für den Wert eines Unternehmens? Und was ist in diesem Kontext nicht so wichtig?

Es ist ganz erstaunlich, wie oft der Markt die Grundlagen des vergangenen Jahres bis in die unbestimmte Zukunft projiziert. Diejenigen, die ihr Geld vor zwei Jahren in die Aktien der Banken investiert haben, haben die Risiken des Investierens erleben dürfen, die es mit sich bringt, wenn man davon ausgeht, dass die Zukunft genauso aussehen wird wie die Vergangenheit. Und das Gleiche gilt auch für die Trader, die den heißesten aktuellen Aktien bis in die Stratosphäre hinterherjagen: bis an einen Punkt, an dem die Erträge eines Unternehmens weitere zehn Jahre lang im Jahr um 30% steigen mussten, um die Bewertung der Aktie zu rechtfertigen. Sobald es dann einen Hinweis darauf gibt, dass das Wachstum mit den Erwartungen nicht mehr mithalten kann, können die einst so „heißen" Aktien binnen eines Tages um 30% bis 40% einbrechen - ganz besonders dann, wenn die Erträge von vorneherein nie tragbar waren.

In Zeiten der Angst, neigen die Märkte dazu, auch die negativen Grundlagen des Vorjahres auf die Zukunft zu projizieren. So stellt sich beispielsweise die Frage, wie sehr die Tatsache, dass die amerikanische Nachfrage nach Benzin auch weiterhin um 4% im Jahr fällt, den Wert der Ölaktien betrifft. Es betrifft den Wert, falls die Nachfrage nach Treibstoffen auch in den nächsten zehn Jahren weiterhin um 4% fällt.

Aber Sie stimmen mir vermutlich zu, wenn ich sage, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, sehr gering ist, weil die Nachfrage nach Öl ganz allgemein aufgrund höherer Preise nicht schnell fällt. Doch die meisten Ölaktien werden heute zu Werten getradet, die von einer endlosen Spirale von Nachfrage und Preisen ausgehen. 

Ich gehe davon aus, dass die kurzsichtige Angst bezüglich der „Zerstörung der Nachfrage" in den Vereinigten Staaten lediglich Lärm ist. Es lenkt die Anleger von einem wichtigen Signal ab:

Tragbare weltweite Beschränkungen von Angebot und Nachfrage, die den Preis von Öl langfristig bestimmen werden. Sie haben also die Möglichkeit, sich ihren Standpunkt als Querdenker zu suchen, günstige Ölaktien zu kaufen, und sie so lange zu halten, solange die Grundlagen auch weiterhin in Ordnung sind und sich die Wertfestsetzungen noch im vernünftigen Rahmen bewegen.


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