Gasversorgung: Wo kommt es zu Engpässen?
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily
vom 7. Februar 2012, 17:00 Uhr
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was ist bei Ihnen als letztes eingefroren? Ich hoffe, dass es sich "nur" um Ihr Auto handelt und noch nicht die Wohnung betroffen ist. Hier in Sachsen kommen die "Gelben Engel" schon kaum noch hinterher, Starthilfe zu geben oder eingefrorene Diesel in die Werkstatt zu schleppen. Im Gegensatz zu den Fahrzeugproblemen hält sich die Stromversorgung jedoch noch recht gut angesichts des eisigen Wetters. Obwohl im Vorfeld aufgrund der Energiewende Stromausfälle befürchtet wurden, konnte Deutschland in den vergangenen Tagen sogar noch Strom exportieren. Die Versorger haben diesmal also gut vorgesorgt.
Nicht ganz so rosig sieht es bei der Gasversorgung in Europa aus. Nachdem der Eigenbedarf in Russland so hoch ist, dass trotz der riesigen Vorkommen die Nachfrage kaum mehr gedeckt werden kann, hat Gazprom den Export eingeschränkt. Bei uns in Deutschland dürfte das nicht zu einem Problem werden, denn die Vorräte reichen nach Angaben der Versorger noch rund 60 Tage selbst bei dem derzeit erhöhten Verbrauch. Auch in den meisten angrenzenden Ländern haben die Versorger gut vorgesorgt, sodass die Lagerbestände erst einmal ausreichen.
In Italien wird das Gas knapp!
Anders sieht das jedoch in Italien aus, die auch von eingeschränkten Importen betroffen sind. Hier kann es noch im Verlauf dieser Woche zu Engpässen kommen. Nach Berichten der Financial Times könne in Mittelitalien bereits ab Donnerstag das Gas knapp werden. Der Versorger Eni hat zwar die Importe aus Algerien und Nordeuropa erhöhen können. Doch man arbeitet bereits an einem Notstandsplan, falls es zu weiterer Knappheit kommen solle. Denn es ist verrückt: Während der Beginn des Winters in vielen Gegenden eher einem verfrühten Frühling glich, schneit es inzwischen sogar in Teilen Nordafrikas, wo es seit Jahren schon keinen Schneefall gab. So könnten auch die Algerier bald ihr Gas selbst verstärkt brauchen, statt es exportieren zu können.
Ganz anders sieht es derzeit in den USA aus: Hier sind die Gaspreise inzwischen so weit gefallen, dass erste Produzenten anfangen, die Produktion einzuschränken, weil es sich nicht mehr lohnt, das Gas aus dem Boden zu holen. Dadurch könnte sich mittelfristig eine Stabilisierung der US-Gaspreise andeuten, eine neue Rallye erwarte ich angesichts der guten Versorgung und der eher schleppenden Wirtschaftslage jedoch noch nicht. Eine Wette auf steigende Gaspreise sehe ich nicht als sinnvoll an, denn der Zeitwertverlust ist bei diesen Produkten hoch, wenn es zu langsam nach oben geht. Ganz anders sieht es jedoch bei Gasproduzenten aus: Bei Ihnen führt bereits eine Stabilisierung der Preise zu interessanten Einstiegschancen.
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